Assad-Offensive Rebellen kapitulieren im Süden Syriens

Knapp drei Wochen nach Beginn der Offensive an der Grenze zu Jordanien haben Regierung und Rebellen eine sofortige Waffenruhe vereinbart. Die Aufständischen müssen ihre Waffen abgeben und ihre Kämpfer abziehen.

Soldaten der Regierungstruppen in Daraa
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Soldaten der Regierungstruppen in Daraa


Nach wochenlangen heftigen Kämpfen im Süden Syriens haben Regierung und Rebellen eine sofortige Waffenruhe vereinbart. Dies gaben beide Seiten am Freitagabend nach Verhandlungen unter russischer Vermittlung bekannt. Die Vereinbarung läuft nach Regierungsangaben auf eine Kapitulation der Rebellen hinaus: Sie müssen ihre Waffen abgeben, ihre Kämpfer abziehen und die Kontrolle der Grenze zu Jordanien an die Regierung abgeben.

"Dieses Abkommen war das Beste, was wir erreichen konnten, um das Leben unserer Kämpfer zu retten", sagte Rebellensprecher Hussein Abasid der Nachrichtenagentur AFP. Die syrische Armee ging seit dem 19. Juni mit Unterstützung russischer Kampfflugzeuge in einer großen Offensive gegen die Rebellen vor. Nach Uno-Angaben wurden seither bis zu 330.000 Menschen in die Flucht getrieben.

Die Waffenruhe soll sofort in Kraft treten. Nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana sieht das Abkommen vor, dass die Aufständischen "in allen Städten und Ortschaften ihre schweren und mittleren Waffen übergeben". Jene Kämpfer, die damit nicht einverstanden sind, sollten den Angaben zufolge mit ihren Familien den Süden Syriens verlassen und in die Rebellenhochburg Idlib im Norden gebracht werden.

Daraa - Ausgangspunkt der Anti-Assad-Proteste

Das Abkommen sieht nach Angaben aus Damaskus auch vor, dass Regierungstruppen "alle Beobachtungsposten an der syrisch-jordanischen Grenze übernehmen". Bereits am Nachmittag hatten die Rebellen den syrisch-jordanischen Grenzübergang Nassib kampflos an Regierungsvertreter übergeben, wie beide Seiten übereinstimmend mitgeteilt hatten.

Unter russischer Vermittlung hatten Vertreter von Regierung und Rebellen seit Freitagmittag in der Ortschaft Busra al-Scham verhandelt. Eine vorangehende Gesprächsrunde über eine Waffenruhe war am Mittwoch zunächst gescheitert. Syrische Regierungstruppen hatten daraufhin mit russischer Unterstützung massive Luftangriffe auf Rebellengebiete geflogen.

Die Kontrolle über die Grenze ist der Regierung von Machthaber Baschar al-Assad ein wichtiges Anliegen: Sie hofft, den Handel mit dem Nachbarland Jordanien wieder in Gang zu bringen. Die Rückeroberung der Provinz Daraa wäre für den syrischen Machthaber Baschar al-Assad auch ein symbolisch bedeutsamer Sieg. In der Provinz im ländlichen Süden des Landes begannen im März 2011 die Proteste gegen sein Regime. Sie weiteten sich zu einem landesweiten Konflikt aus, in dessen Verlauf seither mehr als 350.000 Menschen getötet wurden.

Die Kernpunkte der nun erzielten Vereinbarung - das Niederlegen der Waffen und sicheres Geleit für Rebellen - waren bereits in früheren Abkommen zwischen der Regierung und Rebellen in anderen Landesteilen angewandt worden. Nach und nach hat die Assad-Regierung so die Kontrolle über größere Teile des Landes zurückgewonnen.

mkl/AFP/AP



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