Syrien Regierungsgegner in Homs unter Beschuss

In der syrischen Protesthochburg Homs geht die Armee massiv gegen Oppositionelle vor. Nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe wurden mindestens 20 Regierungsgegner getötet und etliche verletzt - darunter offenbar auch ein Beobachter der Arabischen Liga.


Beirut - Die Arabische Liga hat ein Beobachterteam nach Syrien entsandt. Die Gruppe von 50 Diplomaten und Experten der Arabischen Liga soll die Umsetzung eines Planes zur Beendigung der seit neun Monaten andauernden Proteste und der gewaltsamen Reaktion der Regierung überwachen.

Ein Beobachter der Arabischen Liga wurde am Montag wahrscheinlich bei Angriffen der Regierungstruppen auf die Protesthochburg Homs verletzt. Ein syrischer Oppositioneller, der anonym bleiben wollte, sagte der Nachrichtenagentur dpa, es sei gelungen, vier Teilnehmer der Beobachtermission aus Damaskus in die Stadt zu schmuggeln, ohne dass die Regierung von Präsident Baschar al-Assad davon etwas mitbekommen hätte. Mustahar Mahbob hatte im Interview mit dem arabischen Sender Al-Arabiya erklärt, er sei verletzt worden, aber nichts über die Umstände ausgesagt.

Aktivisten berichteten am Montag, Regierungstruppen hätten in Homs das Feuer eröffnet und etliche Menschen getötet. Die Regierungstruppen hätten den dritten Tag in Folge Stadtteile unter Beschuss genommen, in denen vor allem Anhänger der Opposition lebten, erklärte die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte in London. Mehr als 120 Menschen seien durch den Beschuss verletzt worden.

In Amateurvideos im Internet waren vier Leichen zu sehen, die vor einem Haus auf einer Straße in Baba Amir in Blutlachen lagen. Sie sollen bei einem Angriff mit Mörsergranaten ums Leben gekommen sein. In den Videos waren die Stimmen aufgebrachter Männer und Frauen zu hören, die nach Hilfe riefen. Gezeigt wurden auch zerstörte Häuser und Autos.

Die syrische Regierung solle Beobachtern der Liga Zutritt zu dem Gebiet gewähren, sagte der Sprecher des französischen Außenministeriums, Bernard Valero. Frankreich sei über die Vorgänge in Homs ernsthaft besorgt.

In Syrien demonstrieren seit Monaten Tausende gegen die Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad. Bei der Niederschlagung der Proteste wurden nach Uno-Angaben mehr als 5000 Menschen getötet.

Die Situation spitzte sich am Freitag mit einem Doppelanschlag in der Hauptstadt Damaskus zu: Bei der Explosion zweier Sprengsätze wurden 44 Menschen in den Tod gerissen und mehr als 160 verletzt. Das Innenministerium sprach von Autobomben und machte das Terrornetzwerk al-Qaida dafür verantwortlich.

Zu dem Doppelanschlag bekannte sich zunächst niemand. Regierungskritiker spekulierten, der syrische Geheimdienst könnte hinter den Explosionen stecken, um die Protestbewegung zu diskreditieren.

jul/Reuters/dapd/dpa



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insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
Doctor Feelgood 26.12.2011
1.
Zitat von sysopIn Syrien hat die Armee ihre Offensive gegen Oppositionelle fortgesetzt. In der Protesthochburg Homs wurden nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe mindestens 20 Regierungsgegner getötet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805819,00.html
Lieber Spiegel, bringt doch bitte endlich einmal etwas anderes als diese plumpe Kriegspropaganda! Es ist wirklich ZU auffällig, wie hier nach gleichem Muster vorgegangen wird wie gegen den Irak und Libyen. Und bringt bitte endlich einmal nachprüfbare Fakten, anstatt Euch dauernd nur auf diese dubiose Syrische Beobachtungsgruppe für Menschenrechte zu berufen - mit Sitz in London, natürlich, was niemanden überraschen dürfte. Sicher ist auch dem Spiegel bekannt, daß dies ein äußerst zweifelhaftes Einmannunternehmen im Dienste der britischen Propaganda ist.
dilinger 26.12.2011
2.
Zitat von Doctor FeelgoodLieber Spiegel, bringt doch bitte endlich einmal etwas anderes als diese plumpe Kriegspropaganda! Es ist wirklich ZU auffällig, wie hier nach gleichem Muster vorgegangen wird wie gegen den Irak und Libyen. Und bringt bitte endlich einmal nachprüfbare Fakten, anstatt Euch dauernd nur auf diese dubiose Syrische Beobachtungsgruppe für Menschenrechte zu berufen - mit Sitz in London, natürlich, was niemanden überraschen dürfte. Sicher ist auch dem Spiegel bekannt, daß dies ein äußerst zweifelhaftes Einmannunternehmen im Dienste der britischen Propaganda ist.
Von plumper Propaganda schwafeln, aber nichts davon wissen, dass die syrische Regierung keine Berichterstattung aus dem Land zulässt, ist ziemlich dreist.
Iraner1 26.12.2011
3. Zu wenig Informationen
Leider findet man in den Medien zu wenig Infos darüber, dass auch von Seiten der Oppotion Terror begangen wird. Selbst der (sunnitische) Großmufti von Syrien spricht von eingeschleusten Verbänden. Doch leider kommt dieses Thema zu kurz. Tja liegt ja nicht im Interesse des Westens nicht?
juliuslieske 26.12.2011
4. "Eine Menschenrechtsgruppe"
Zitat von sysopIn Syrien hat die Armee ihre Offensive gegen Oppositionelle fortgesetzt. In der Protesthochburg Homs wurden nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe mindestens 20 Regierungsgegner getötet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805819,00.html
"Ein Oppositioneller, der anonym bleiben will" Ein Artikel, der die Intelligenz der Leser beleidigt.
hariosch@trash-mail.com 26.12.2011
5.
Zitat von Doctor FeelgoodLieber Spiegel, bringt doch bitte endlich einmal etwas anderes als diese plumpe Kriegspropaganda! Es ist wirklich ZU auffällig, wie hier nach gleichem Muster vorgegangen wird wie gegen den Irak und Libyen. Und bringt bitte endlich einmal nachprüfbare Fakten, anstatt Euch dauernd nur auf diese dubiose Syrische Beobachtungsgruppe für Menschenrechte zu berufen - mit Sitz in London, natürlich, was niemanden überraschen dürfte. Sicher ist auch dem Spiegel bekannt, daß dies ein äußerst zweifelhaftes Einmannunternehmen im Dienste der britischen Propaganda ist.
DANKE! Die Meisten wissen das nicht. Nimms ihnen nicht übel. Uninformiert, unwissend aber dumm rumquatschen und zu allem ihren Senf dazu geben. Manchmal unerträglich!!!
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