Offensive gegen IS Syrische Regimetruppen rücken auf Palmyra vor

Noch wird Palmyra von der Terrormiliz IS gehalten. Doch Truppen von Syriens Diktator Assad sind bei ihrer Offensive offenbar schon vor der historischen Oasenstadt angekommen.

Weltkulturerbe Palmyra
AP

Weltkulturerbe Palmyra


Die Armee der syrischen Regierung profitiert bei der Rückeroberung von Palmyra offenbar von der massiven Hilfe durch russische Luftangriffe. Rund zwei Wochen nach Beginn ihrer Offensive stehen die Truppen von Diktator Baschar al-Assad nur noch zwei Kilometer vor der historischen Oasenstadt, die von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kontrolliert wird. Das berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, deren Angaben sich regelmäßig als zuverlässig erwiesen haben.

Die Einheiten der Regierung hätten bereits einen strategisch wichtigen Hügel südwestlich der Stadt eingenommen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Verweis auf eine Militärquelle.

Palmyra gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Stadt war wegen ihrer gut erhaltenen antiken Ruinen weltbekannt. Der IS hatte die Stadt im Mai 2015 erobert. Danach sprengten die Dschihadisten den 2000 Jahre alten Baal-Tempel, den Baal-Schamin-Tempel sowie mehrere einzigartige Turmgräber, den Triumphbogen und einen Teil der berühmten Säulenstraße.

Steinmeier warnt vor Verzögerungen bei Friedenskonferenz

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeíer warnte die Teilnehmer der Syrien-Friedenskonferenz derweil vor Verzögerungen. "Es ist keine Zeit zu verlieren. Niemand, auch keine der Konfliktparteien, darf jetzt auf Zeit spielen", sagte er am Mittwoch in Moskau bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow.

Steinmeier forderte, zunächst müsse die syrische Regierung mit den Rebellen einen Gefangenenaustausch vereinbaren. "Am Ende muss eine Lösung stehen, die Syrien als einigen, säkularen Staat bewahrt."

Auch Lawrow bekräftigte die Notwendigkeit der Friedensbemühungen. Er warf jedoch der Türkei vor, kurdische Milizen am Kampf gegen den IS in Syrien zu hindern. Die Türkei ist eine der bestimmenden Regionalmächte und hat sich den Sturz Assads zum Ziel gesetzt, der jedoch mit Russland verbündet ist. Lawrow rief die Türkei auf, jeglichen grenzüberschreitenden Handel mit dem IS sowie die Einreise von Kämpfern nach Syrien über die türkische Grenze zu stoppen.

als/dpa/Reuters

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