Bürgerkrieg in Syrien: Rotes Kreuz will Zivilisten aus Homs evakuieren

Seit zehn Tagen harren Hunderte Zivilisten in der heftig umkämpften syrischen Rebellenhochburg Homs aus - nun erhält das Rote Kreuz offenbar vorübergehend Zugang zur Stadt. Vor allem Kranke und Verletzte will die Hilfsorganisation in Sicherheit bringen.

Straßenzug in Homs: Hunderte Zivilisten in der Kampfzone eingeschlossen Zur Großansicht
AFP

Straßenzug in Homs: Hunderte Zivilisten in der Kampfzone eingeschlossen

Genf - Die syrische Rebellenhochburg Homs steht offenbar vor einer humanitären Tragödie. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) forderte am Mittwoch in Genf Zugang in die von Regierungstruppen belagerte Stadt, um Verletzte und Kranke zu evakuieren. Hunderte Zivilisten seien seit mehr als zehn Tagen in der Kampfzone eingeschlossen. Die Konfliktgegner hätten jetzt aber einer Waffenruhe für die Dauer der Rettungsaktion zugestimmt, teilte das IKRK am Mittwoch in Genf und Damaskus mit.

Helfer stünden bereit, um Notleidende in der Altstadt von Homs und weiteren umkämpften Stadtteilen zu versorgen, sobald ihnen tatsächlich sicherer Zugang ermöglicht werde, erklärte Béatrice Mégevand-Roggo, die Leiterin der IKRK-Operationen im Nahen Osten. "Oberste Priorität ist es, die Verwundeten und Kranken in sicherere Gebiete zu bringen, wo sie behandelt werden können." Laut der Nachrichtenagentur Reuters sind bereits Teams des IKRK und des syrischen Roten Halbmonds in der Stadt.

Uno-Beobachter wollen Mission noch nicht komplett abbrechen

Die Gewalt in Syrien hält andernorts weiter an. In der Nacht zum Mittwoch lieferten sich Rebellen im Nordwesten des Landes stundenlange Feuergefechte mit Regierungssoldaten. 20 Soldaten seien laut Menschenrechtlern bei den Kämpfen in der Provinz Latakia getötet worden.

Ungeachtet der eskalierenden Gewalt wollen die Uno-Beobachter Syrien nicht verlassen. Auch wenn die Beobachter bereits mehrfach beschossen worden seien, seien sie entschlossen zu bleiben, sagte der Leiter der Mission, der norwegische General Robert Mood, am Dienstag in New York. Zuvor hatte er den Uno-Sicherheitsrat über die Situation in Syrien unterrichtet. Spekulationen über den kompletten Abbruch der Mission seien verfrüht.

Die Beobachtermission war am Samstag ausgesetzt worden, die Uno-Mitarbeiter waren seitdem aus Sicherheitsgründen in ihren Quartieren geblieben. "Das Leid des syrischen Volkes, das Leid von Männern, Frauen und Kindern - viele von ihnen von den Kämpfen eingeschlossen - wird schlimmer", sagte Mood vor Journalisten in New York.

fdi/dapd/dpa/Reuters

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