Krieg in Syrien: Rotes Kreuz zieht sich aus Aleppo zurück

In der syrischen Stadt Aleppo wird die Situation immer dramatischer. Am Mittag zog das Internationale Rote Kreuz seine Mitarbeiter aus der Großstadt ab - weil es dort zu gefährlich ist. Auch aus anderen Regionen des Landes flüchten die Helfer.

Rauchfahne über Aleppo: Für die Helfer wird es zu gefährlich Zur Großansicht
DPA / Shaam News Network

Rauchfahne über Aleppo: Für die Helfer wird es zu gefährlich

Damaskus/Beirut - Das Internationale Rote Kreuz (IRK) evakuiert einen Teil seiner Mitarbeiter aus Syrien. Die Helfer würden nach Beirut gebracht, sagte ein Sprecher am Freitag in Genf. "Die instabile und gefährliche Lage in mehreren Teilen des Landes hat das IRK dazu veranlasst, einen Teil seiner Mitarbeiter zeitweise aus Syrien herauszubringen." Eine kleines Team werde seine Arbeit in der Hauptstadt Damaskus fortsetzen. Auch die Organisation Syrischer Halbmond habe einen Teil seiner Hilfsaktionen in Aleppo eingestellt.

Beobachter fürchten eine Ausweitung der Kämpfe in Aleppo. Syrische Rebellen und Regimetruppen formieren sich nach tagelangen Kämpfen um die Metropole für die entscheidenden Gefechte. Die Rebellen in der Drei-Millionen-Einwohner-Stadt bereiteten sich am Freitagmorgen auf den angeblich kurz bevorstehenden Angriff von Bodentruppen vor, mit dem die Regierung Aleppo zurückerobern will.

Die USA warnten vor einem Massaker im Wirtschaftszentrum Syriens. Washington habe ernste Bedenken wegen der Panzer und Kampfflugzeuge, die in den Gefechten eingesetzt werden, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, am Donnerstag. Bewohner würden zu Tausenden aus der Stadt fliehen, sagte Nuland weiter. Die Offensive in Aleppo bezeichnete sie als "verzweifelten" Versuch der Regierung, die schwindende Kontrolle im Land wiederzuerlangen.

Auch Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay appellierte am Freitag sowohl an die Armee als auch an die Rebellen, die Zivilisten in Aleppo zu verschonen.

In den vergangenen Tagen hatten Regierungstruppen den Rebellen zufolge die Stadt mit Artilleriefeuer sowie mit Kampfhubschraubern und -flugzeugen angegriffen.

Von unabhängiger Seite lassen sich die Angaben der Bürgerkriegsparteien nicht überprüfen, weil Medien in Syrien nur äußerst eingeschränkt arbeiten können.

ler/dpa/Reuters

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insgesamt 48 Beiträge
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1. auf zum letzten Gefecht
wolf2005 27.07.2012
alles deutet darauf hin das die Rebellen den entscheidenden Fehler gemacht haben . Konzentriert auf Aleppo, sollte es der syrischen Armee gelingen die Kräfte der Hasardeure entgültig zu zerschlagen. Die Zivilbevölkerung ist seit Tagen evakuiert, der Einsatz schwerer Waffen gerechtfertigt.
2. Nachdem
drouhy 27.07.2012
Zitat von sysopIn der syrischen Stadt Aleppo wird die Situation immer dramatischer. Am Mittag zog das Internationale Rote Kreuz seine Mitarbeiter aus der Großstadt ab - weil es zu gefährlich dort ist. Auch aus anderen Regionen des Landes flüchten die Helfer. Syrien: Rotes Kreuz zieht sich aus Aleppo zurück - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,846765,00.html)
nun selbst SPON offen berichtet, dass gegen den Despoten Assad ein unerklärter Krieg einer Allianz des Westens mit reaktionärsten Feudalgerimen geführt wird - hat selbst der Despot jedes Recht mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Interventen vorzugehen. Bezahlen darf die Imperialträume das syrische Volk mit seinem Blut - denn ganz offenbar handelt es sich bei den syrischen Streitkräften um ein ganz anderes Kaliber als in Libyen. Das offene Eingeständnis des Unvermögens und die offene Sabotage von Verhandlungen durch die "Freunde Syriens" samt ihrer Vasallenbanden sind eine Schande für die Demokratie und Freiheit des Westens. Die Folgen dieses Tuns werden durch einen esklarienden Bürgerkrieg die Europäer ausbaden dürfen - bei denen landen die Flüchtlinge - nicht beim Verursacher.
3.
landner 27.07.2012
Zitat von wolf2005alles deutet darauf hin das die Rebellen den entscheidenden Fehler gemacht haben . Konzentriert auf Aleppo, sollte es der syrischen Armee gelingen die Kräfte der Hasardeure entgültig zu zerschlagen. Die Zivilbevölkerung ist seit Tagen evakuiert, der Einsatz schwerer Waffen gerechtfertigt.
Haben Sie eine Quelle dafür, dass die Zivilbevölkerung evakuiert wurde?
4. ...
Screenname 27.07.2012
Zitat von drouhyDa nun selbst SPON offen berichtet, dass gegen den Despoten Assad ein unerklärter Krieg einer Allianz des Westens mit reaktionärsten Feudalgerimen geführt wird - hat selbst der Despot jedes Recht mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Interventen vorzugehen.
Meine Güte, was man hier im SpOn-Forum alles zu lesen kriegt. Warum müsste ein Despot "alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel" gegen das eigene Volk nutzen, wenn es sich, wie Herr Assad und anscheinend auch Sie behaupten, um eine ausländische Allianz von Terroristen handelt? Können Sie irgendwelche Daten vorlegen, die zumindest ungefähre quantitative Informationen liefern, wie groß der Teil der Rebellenbewegung ist, die aus dem Ausland kommen? Und was meinen Sie mit "reaktionärsten Feudalregimen"? Ich habe bisher noch nichts von syrischen Lehnsherren und Vasallen gehört. Der Großteil der Posts hier zu Syrien is einfach nur Blah von Leuten, die sich weigern ihr Schubladendenken abzulegen. Es ist unumstritten dass die syrische Opposition gespalten ist, dass wir nicht wissen wer genau wofür verantwortlich ist, dass es noch nichtmal klar ist ob die Rebellen eine gemeinsame Vision für ein zukünftiges Syrien haben. All das sind außerordentlich wichtig Fragen bei der Überlegung, wie der Westen sich in dieser Sache verhalten soll. Sich wegen dieser Tatsachen auf die Seite eines menschenverachtenden Regimes mit einem skrupellosen Diktator an der Spitze zu stellen, zeugt allerdings mehr von einem Mangel an genau den "westlichen Werten", die hier so viele für sich beanspruchen.
5. Ihr Geplapper..
Proximo 27.07.2012
Zitat von drouhynun selbst SPON offen berichtet, dass gegen den Despoten Assad ein unerklärter Krieg einer Allianz des Westens mit reaktionärsten Feudalgerimen geführt wird - hat selbst der Despot jedes Recht mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Interventen vorzugehen. Bezahlen darf die .....
..ist genau das, was die syrische Bevölkerung am wenigsten braucht! Sogar die am wenigsten Gebildeten wissen, dass vor allem die USA absolut gar kein Interesse an einer Destabilisierung der syrischen Regierung hatten, weil sie die Grenze zu Israel anerkennen. Unqualifiziertes Gerede, wie sie es von sich geben spielt direkt in die Hände JEDEN Despotens. Dass da tausende unschuldige Menschen sterben, weil sie von der Regierung mit Hubschraubern und Panzern bombardiert werden entzieht sich offensichtlich ihrem ethischen Grundverständnis! Ersparen sie uns bitte ihr pseudo-demokratisches Gewäsch, Spiegel Online's Berichterstattung ist absolut neutral und sachlich korrekt.
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