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Umstrittene Ziele: Russland bombardiert erneut Syriens Westen

Bomben an russischem Kampfjet in Syrien: 64 Einsätzen in 24 Stunden Zur Großansicht
AP/dpa

Bomben an russischem Kampfjet in Syrien: 64 Einsätzen in 24 Stunden

Die russische Luftwaffe scheint weiter andere Ziele als den IS zu haben: Oppositionelle melden neue Angriffe auf den Westen Syriens, wo es kaum IS-Stellungen gibt. Mit den USA will Russland über die Vermeidung von Flugunfällen sprechen.

Russische Kampfjets haben in Syrien offenbar erneut andere Ziele als den "Islamischen Staat" (IS) bombardiert. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Angriffen in den westlichen Provinzen Latakia und Hama. Dort fänden sich keine größeren Stellungen des IS. Angaben über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Russland hatte zuletzt entscheidende Schläge gegen den IS gemeldet. Russische Medien berichteten am Samstag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium von 64 Einsätzen gegen 55 IS-Ziele in den vorangegangenen 24 Stunden. Westliche Länder und gemäßigte syrische Rebellen werfen der Regierung in Moskau hingegen vor, hauptsächlich gegen Aufständische ohne Verbindungen zum IS vorzugehen.

Der IS scheint ungeachtet der Luftangriffe mehrerer Staaten an Boden zu gewinnen. IS-Kämpfer waren am Freitag nach Angaben der Beobachtungsstelle bis auf 20 Kilometer auf Aleppo vorgerückt. Laut einem Bericht der "New York Times" konnte der IS gerade dort Geländegewinne verzeichnen, wo es zuvor zu Bombardements durch Russland kam. Aleppo wird zum Teil von Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und zum Teil von Rebellen gehalten.

In der Nacht zum Samstag eroberten islamistische Rebellengruppen, darunter die mächtige Gruppe Ahrar al-Scham, den Angaben zufolge ein Dorf vom IS zurück. Die Kämpfe um ein am Freitag ebenfalls vom IS erobertes Dorf dauerten demnach noch an.

Schwere Explosion in Sprengstoffdepot

Die Beobachtungsstelle berichtete zudem von einer schweren Explosion in der vom IS gehaltenen Stadt Al-Bab im Nordosten von Aleppo. Betroffen sei ein Gebäude, das die Islamisten zur Lagerung von Sprengstoffen genutzt hätten. Die Ursache sei unklar.

Die Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle, die ihre Informationen von einem Netzwerk von Informanten in Syrien erhält, sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen, haben sich in der Vergangenheit jedoch häufig als akkurat erwiesen.

Russland reagierte nach US-Angaben auf Vorschläge der Vereinigten Staaten zur Vermeidung von Flugunfällen im Luftraum über Syrien. Gespräche darüber könnte es bereits am Wochenende geben, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington mit. Das russische Antwortschreiben auf entsprechende Vorschläge werde derzeit geprüft.

Eine von den USA angeführte Koalition fliegt seit gut einem Jahr Luftangriffe auf Stellungen des "Islamischen Staats" in Syrien. Seit Ende September greift auch Russland Ziele in dem Bürgerkriegsland an. Beobachter gehen davon aus, dass Russland die Macht von Präsident Baschar al-Assad sichern will.

dab/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 171 Beiträge
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1.
mightyschneider 10.10.2015
Ich halte diese Ziele nicht für "umstritten". Assad ist besser als jeder(!) Islamist.
2. Ohne Assad ...
rolf.scheid.bonn 10.10.2015
... wird Syrien ein islamistischer Gottesstaat. Mit IS, Al Nusra oder sonst wem. So oder so. Die Gemäßigten sind längst tot, frustriert, geflohen oder zu den Radikalen übergelaufen. Nicht umsonst finden die USA keine "gemäßigten" Rebellen mehr, die sie ausbilden können. Alles zu spät. Daher wird es Zeit, in Syrien Assad zu unterstützen. Nur er und sein System könnte wieder eine stabile Herrschaft errichten und Sicherheit garantieren. Russland tut daher gut daran, den laizistischen Assad zu unterstützen.
3.
static 10.10.2015
Aufwachen liebe deutsche Medienlandschaft! Das ganze Netz spottet mittlerweile über sogenannte "moderate rebels". Die westlichen Medien blamieren sich derzeit bis auf die Knochen. Keiner, wirklich niemand glaubt mehr daran. Ja noch nicht einmal die amerikanische Bevölkerung selbst. Die USA hat schon längst den Überblick verloren und EU stolpert blind hinterher. Wenn Assad fällt, dann wird es überhaupt kein Syrien mehr geben.
4. Umstrittene Berichterstattung..
meerschweinchen 10.10.2015
Wenn man sich die Freund/Feind Berichterstattung der hiesigen Nachrichtenportale anschaut, fühlt man sich in die Zeiten des kalten Krieges zurückversetzt. Warum wird nicht berichtet, dass die Russen zwar nicht nur die IS angreifen, sie aber dennoch Terroristen bekämpfen?! In dem von den Medien genannten Gebieten regiert die Al-Nusra-Front, die wiederum der syrische Ableger von Al Quaida ist. Das sind ganz klar Terroristen! Auch wenn die Amis ihnen nach 9/11 ewig dankbar sein werden - ansonsten hätten sie ja nicht die hunderte von Milliarden $ für ihre Überwachungsprogramme durch bekommen.. Es sind dennoch Terroristen und legitime Ziele im Kampf gegen den Terror!
5. Aufständische
mr.northman 10.10.2015
Egal ob IS oder andere islamistische Gruppen, Russland bekämpft sie alle und das ist gut so. Seid wann solidarisiert sich der Westen mit AL Kaida? Ansonsten kann man ein systematisches Vorgehen erkennen, im Gegensatz zu den halbherzigen Angriffen der Amerikaner.
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