Syrien Russischer Soldat stirbt - Moskau spricht von Suizid

Moskau meldet den Tod eines russischen Soldaten. Der Mann soll sich in Syrien das Leben genommen haben. Angehörige zweifeln an den offiziellen Militärangaben.


Seit einigen Monaten stuft Moskau den Tod von Soldaten im Ausland als Staatsgeheimnis ein. Jetzt ist das Militär trotzdem mit einer ungewöhnlichen Meldung an die Öffentlichkeit gegangen. Ein Soldat habe in Syrien Suizid begangen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Damit bestätigten die Streitkräfte vier Wochen nach Beginn des Einsatzes in dem Bürgerkriegsland erstmals den Tod eines Soldaten.

Nachrichten auf dem Handy des Mannes deuteten darauf hin, dass er Beziehungsprobleme gehabt habe, hieß es. Den Angaben zufolge handelte es sich um einen Techniker auf dem Luftwaffenstützpunkt Hmeimim an der syrischen Mittelmeerküste.

Angehörige eines Soldaten aus der südrussischen Region Krasnodar teilten derweil mit, dieser sei aus unbekannten Gründen in Syrien zu Tode gekommen. Es war aber unklar, ob es sich bei dem 19-Jährigen um jenen Soldaten handelt, von dem das Verteidigungsministerium gesprochen hatte.

Die Mutter des jungen Mannes sagte, sie bezweifle, dass ihr Sohn aus Liebeskummer Selbstmord begangen habe. "Diese Version glaube ich niemals", sagte sie im südrussischen Gretschanaja Balka. Noch am Samstag sei er am Telefon fröhlich gewesen und habe gelacht.

Die russische Luftwaffe fliegt seit dem 30. September Angriffe in Syrien, um Staatschef Baschar al-Assad im Kampf gegen die Aufständischen zu unterstützen. Bereits in der vergangenen Woche war aus syrischen Militärkreisen verlautet, dass drei Russen durch eine Granate getötet worden seien. Die russischen Behörden dementierten diese Angaben.

kev/AFP/Reuters



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