Syrienkrieg Russland und Türkei sollen sich auf Waffenruhe geeinigt haben

Gegen Mitternacht soll in Syrien eine Feuerpause gelten - darauf haben sich Russland und die Türkei verständigt. Doch die Konfliktparteien müssen noch zustimmen. "Terrororganisationen" sind ausgeschlossen.

Mädchen vor zerstörtem Haus nördlich von Aleppo
REUTERS

Mädchen vor zerstörtem Haus nördlich von Aleppo


Im Syrienkrieg nähern sich Russland und die Türkei weiter an. Die beiden Länder haben sich offenbar auf eine Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland geeinigt, die sie den Konfliktparteien vorschlagen wollen. Das berichtet die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Angestrebt wird demnach, dass die Feuerpause bereits in der Nacht zu Donnerstag um Mitternacht (Ortszeit) im ganzen Land in Kraft trete. "Terrororganisationen" würden aber ausgenommen. Wer genau damit gemeint ist, war nicht klar. Vom Außenministerium in Ankara war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Außenminister der Türkei, Russlands und aus Iran hatten sich in der vergangenen Woche in Moskau getroffen. Sie hatten anschließend erklärt, ihre Länder stünden als Garantiemächte für ein Friedensabkommen zwischen syrischer Regierung und Opposition bereit.

Der Uno-Syriengesandte Staffan de Mistura befürwortet nach russischen Angaben die Syrien-Initiative. Außenminister Sergej Lawrow habe darüber telefonisch mit de Mistura beraten, teilte das Außenministerium am Mittwoch mit.

Russland ist der wichtigste Verbündete von Syriens Staatschef Baschar al-Assad und unterstützt dessen Truppen auch militärisch. Die Türkei hilft im Nachbarland oppositionellen Kräften im Kampf gegen Dschihadisten. Das türkische Militär geht in Syrien zudem gegen kurdische Milizen vor, um deren Vormarsch dort zu stoppen.

Seit einigen Tagen liefern sich türkische Truppen zudem bei einer Offensive zur Eroberung der nordsyrischen Stadt al-Bab heftige Gefechte mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Dienstagabend die mangelnde Unterstützung der US-geführten Koalition gegen den IS beklagt. Er warf dem Bündnis sogar Unterstützung von Terrorgruppen in Syrien vor.

Wenn die neuerliche Waffenruhe eingehalten wird, soll sie dem Bericht zufolge als Grundlage für neue Friedensgespräche dienen. Die Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und der Opposition sollen demnach im Januar in Kasachstans Hauptstadt Astana stattfinden. Auch dabei sollen nach türkischen Angaben Terrorgruppen ausgeschlossen werden.

vks/dpa/Reuters/AFP

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