Abwehrsysteme für Syrien: Russland verteidigt Waffendeals mit Assad

Russisches Luftabwehrsystem: Einsatz gegen Flugzeuge und Raketen möglich Zur Großansicht
AP

Russisches Luftabwehrsystem: Einsatz gegen Flugzeuge und Raketen möglich

Ist das S-300-Raketensystem nun Teil der russischen Waffenlieferungen an Syrien oder nicht? Russlands Außenminister ließ den von USA und Israel heftig kritisierten Rüstungsdeal im Vagen. Sergej Lawrow sagte lediglich, dass sein Land an den abgeschlossenen Verträgen festhalte.

Moskau - Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Waffenlieferungen an Syrien verteidigt. "Russland hat nicht die Absicht zu verkaufen. Russland hat bereits vor langer Zeit verkauft", sagte Lawrow nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Deutschland und Polen. Sein Land werde die bereits abgeschlossenen Verträge mit Syrien einhalten, so Lawrow. "Da es sich um defensive Waffen handle, sei es "kein Verstoß gegen irgendwelche internationalen Vorschriften".

Lawrow ließ damit jedoch im Unklaren, ob auch das S-300-Raketenwehrsystem Teil des Deals ist oder nicht.

Am Donnerstag hatten das "Wall Street Journal" und die israelische Zeitung "Haaretz" über die geplante erste Lieferung des S-300-Systems an das Regime von Präsident Baschar al-Assad in drei Monaten berichtet. Demnach habe Israel die USA über den bevorstehende Rüstungs-Deal informiert. Angeblich hat Syrien schon mit den Zahlungen der geforderten 900 Millionen Dollar an Russland begonnen. Das Raketenabwehrsystem kann sowohl zur Bekämpfung von feindlichen Flugzeugen als auch von Raketen eingesetzt werden und hat eine Reichweite von 200 Kilometern.

Noch am Abend hatte US-Außenminister John Kerry den bevorstehenden Deal kritisiert. Er sei "potentiell destabilisierend" für Israel, so Kerry. Israel hatte Russland ebenfalls aufgefordert, von einem Verkauf eines Flugabwehrsystems an Syrien Abstand zu nehmen. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte nach dem Gespräch mit Lawrow hingegen ein Ende von Waffenlieferungen an Syrien. Es müsse alles dafür getan werden, einer politischen Lösung eine Chance zu geben, sagte er.

Die israelische Luftwaffe hatte am Freitag und Samstag vergangener Woche Ziele in der Umgebung der syrischen Hauptstadt Damaskus angegriffen. Dabei soll es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen um Raketenlieferungen aus dem Iran gehandelt haben, die für die radikal-islamische Hisbollah-Miliz im Libanon gedacht waren. Russland hatte sich besorgt über die Einsätze gezeigt, die in Moskau als Vorboten von Luftangriffen westlicher Staaten gesehen werden. Die russische Regierung ist einer der wenigen verbliebenen Verbündeten von Assad und hat zusammen mit China Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zu Syrien verhindert. Weder die Regierung in Moskau noch die in Damaskus nahm zunächst zu den Berichten über geplante Waffenlieferungen Stellung.

max/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 133 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
ministry-for-silly-walks 10.05.2013
Zitat von sysopAPRussland hält an der umstrittenen Waffenlieferung an Syrien fest: Die Raketenabwehrsysteme seien bereits vor langer Zeit bestellt worden und man werde sie liefern, betont Außenminister Lawrow. Er stellt sich damit gegen die USA und Israel, die eindringlich vor dem Deal warnen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-russland-verteidigt-ruestungsdeal-ueber-raketenabwehr-a-899159.html
potentiell destabilisierend, aha, und gleichzeitig verkaufen uns Rasmussen und Co. mit rasanter Unterstützung von SPON und anderen "Qualitäts"-Medien die rein defensiven Patriots in der Türkei an der syrischen Grenze: Logik? Tja damit hat es wohl nichts zu tun, sondern ausschließlich mit Ideo-logi-e
2. Super, auf Russland
kanario 10.05.2013
Zitat von sysopAPRussland hält an der umstrittenen Waffenlieferung an Syrien fest: Die Raketenabwehrsysteme seien bereits vor langer Zeit bestellt worden und man werde sie liefern, betont Außenminister Lawrow. Er stellt sich damit gegen die USA und Israel, die eindringlich vor dem Deal warnen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-russland-verteidigt-ruestungsdeal-ueber-raketenabwehr-a-899159.html
als Partner kann man sich verlassen! Und diese Systeme werden die Angriffsträume von Netanyahu, Erdogan und Co in Alpträumen verwandeln und die Demokratiebomber am Boden bleiben. Ein zweiter positiver Nebeneffeckt dürfte sein das es die Moral der sogenannten "Rebellen" senken wird!
3. Lieferung
sanfelipe 10.05.2013
die Bundesregierungen scheut sich nicht Waffen an despotische Regierungen zu liefern. Wo bleibt da ihre Empörung?
4.
Mümax 10.05.2013
Zitat von sysopAPRussland hält an der umstrittenen Waffenlieferung an Syrien fest: Die Raketenabwehrsysteme seien bereits vor langer Zeit bestellt worden und man werde sie liefern, betont Außenminister Lawrow. Er stellt sich damit gegen die USA und Israel, die eindringlich vor dem Deal warnen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-russland-verteidigt-ruestungsdeal-ueber-raketenabwehr-a-899159.html
Warum sollte Rußland befreundete Staaten nicht gleichermaßen durch Flugabwehrrakenten schützen dürfen, wie dies die USA tun? Immerhin ist Rußland der erste Staat, der Syrien damit aktiv beim Kampf gegen den internationalen Terrorsimus hilft, während die USA diesen Kampf nur heuchlerisch ankündigten, um andere Staaten (Irak, Libyen, Afghanistan) angreifen zu können?
5. Elendes Verhalten
Isix 10.05.2013
Das Verhalten ist eines der elendsten Verhalten, was man sich von einem Staat nur vorstellen kann und wird nur noch übertroffen von dem Asads selbst. Diese Raketenabwehr in ein solches Land zu liefern, bei dem die ganze Welt auf Besserung hofft ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden moralisch denkenden Menschen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Syrien
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 133 Kommentare

Bevölkerung: 22,505 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | Syrien-Reiseseite


Fotostrecke
Der Assad-Clan: Syriens Erben der Macht