Krieg in Syrien Saudi-Arabien will Rebellen mit Boden-Luft-Raketen ausstatten

Russische und syrische Bomber attackieren die Rebellen in Syrien ungehindert - noch. Denn nach SPIEGEL-Informationen befürwortet Saudi-Arabien nun, Luftabwehrraketen an die Aufständischen zu liefern.

Bombenabwurf über Syrien: Russischen Kampffliegern drohen Angriffe mit Boden-Luft-Raketen
AP/ Russian Defense Ministry Press Service

Bombenabwurf über Syrien: Russischen Kampffliegern drohen Angriffe mit Boden-Luft-Raketen


Der saudi-arabische Außenminister Adel al-Jubeir will moderaten Oppositionsgruppen in Syrien Boden-Luft-Raketen zur Verfügung stellen. Dem SPIEGEL sagte Jubeir, Boden-Luft-Raketen würden es "der gemäßigten Opposition ermöglichen, Hubschrauber und Flugzeuge des Regimes auszuschalten" – und dadurch die Machtverhältnisse in Syrien "so verändern, wie sie sie seinerzeit in Afghanistan verändert haben". (Lesen Sie hier das ganze Gespräch mit Adel al-Jubeir im neuen SPIEGEL.)

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Derzeit fliegen russische und syrische Kampfflugzeuge täglich Angriffe auf Rebellenstellungen, vor allem im Nordwesten des Landes und rund um die eingekesselte nordsyrische Stadt Aleppo. Der militärischen Übermacht, für die Moskaus Bomber seit dem Beginn der Einsätze sorgen, konnten die Rebellen bislang wenig entgegensetzen.

Bis zum Eingreifen Russlands hatte ein Patt zwischen gemäßigten und radikalen Aufständischen und den regierungstreuen Einheiten von Machthaber Baschar al-Assad geherrscht.

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Die russische Intervention werde Assads Regime langfristig nicht retten, so Jubeir. Assad müsse abtreten, um einen politischen Prozess zu ermöglichen: "Die andere Option ist, dass der Krieg weitergeht und Assad besiegt wird." Saudi-Arabien sei weiterhin bereit, den Einsatz einer von den USA geführten Koalition gegen den "Islamischen Staat" (IS) in Syrien mit Spezialkräften zu unterstützen.

Eine ideologische Nähe zwischen dem IS und dem Wahhabismus, der extrem konservativen Auslegung des Islam in Saudi-Arabien, stritt Jubeir ab: "Der IS ist ungefähr so islamisch, wie der Ku-Klux-Klan christlich ist."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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