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Uno-Bericht: Neun Millionen Syrer sind auf der Flucht vor dem Krieg

Syrien-Krieg: Schlimmste Flüchtlingskrise seit Ruanda Fotos
DPA

Die Uno spricht von der schlimmsten Flüchtlingskrise seit dem Völkermord in Ruanda: Millionen Syrer sind auf der Flucht, leben in provisorischen Camps unter widrigsten Bedingungen. Flüchtlingskommissar Guterres fordert die Europäische Union auf, mehr Menschen aufzunehmen.

München - Mindestens 2,4 Millionen Syrer haben es über die Grenze geschafft, weg von den Kämpfen, weg aus ihrem Land, in dem seit fast drei Jahren ein Bürgerkrieg tobt. Sie wurden außerhalb Syriens als Flüchtlinge registriert, leben in Camps und häufig unter widrigen Bedingungen. Noch katastrophaler sei jedoch die Lage der 6,5 Millionen Menschen, die innerhalb Syriens vor der Gewalt auf der Flucht seien, teilte Uno-Flüchtlingskommissar António Guterres am Freitagabend auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit.

"Es ist eine kolossale Tragödie", sagte Guterres. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen hat der Bürgerkrieg in Syrien die schlimmste Flüchtlingskrise seit dem Völkermord in Ruanda vor 20 Jahren ausgelöst. Außerdem lebten 240.000 Menschen isoliert von jeglicher Hilfe in Gebieten, die für die internationale Unterstützung nicht erreichbar seien. Zwei Millionen Kinder litten unter Unterernährung.

Unter den Staaten in der Region habe der Libanon die meisten Flüchtlinge aufgenommen, sagte Guterres. Er rief die Europäische Union auf, mehr Syrer aufzunehmen. 60 Prozent der syrischen Flüchtlinge in der EU seien bisher in Deutschland und Schweden untergekommen, mahnte er die übrigen Staaten. Insgesamt haben es erst sehr wenige syrische Flüchtlinge nach Deutschland geschafft: Rund 2000 Syrer wurden bisher von der Bundesrepublik aufgenommen - obwohl Deutschland bereits vor einem Jahr zugesichert hatte, 5000 Menschen Zuflucht zu gewähren.

Seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 wurden Schätzungen zufolge mehr als 130.000 Menschen getötet. Allein während der ersten neun Tage der Konferenz seien mindesten 1870 Menschen ums Leben gekommen, teilte die der Opposition nahestehende Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mehr als 470 Tote seien Zivilisten gewesen. Darunter seien auch 40 Menschen, die in von Regierungstruppen abgeriegelten Gebieten an Hunger oder Krankheiten gestorben seien.

"Wir sind in gewisser Weise gescheitert"

Die ersten mehrtägigen Gespräche im Rahmen einer Friedenskonferenz der syrischen Bürgerkriegsparteien in Genf waren am Freitag ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. "Wir haben nichts erreicht", sagte Uno-Vermittler Lakhdar Brahimi am Freitagabend und zeigte sich enttäuscht über die Ergebnisse.

Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad und die Opposition hatten ihre einwöchigen Gespräche wenige Stunden vor dem Auftritt Brahimis in München ergebnislos beendet. Er schäme sich, dass es in den Verhandlungen eigentlich nur um die Umsetzung einer eineinhalb Jahre alten Vereinbarung der ersten Konferenz in Genf gegangen sei, sagte der Uno-Vermittler. "Wir sind in gewisser Weise gescheitert", sagte Brahimi. Seit er seine Vermittlerfunktion im September 2012 übernommen habe, gelte: "Die Lage in Syrien ist schlimm, und sie wird schlimmer."

Inhaltlich hat die erste Runde der Syrien-Verhandlungen weder eine politische Annäherung noch eine Aussicht auf ein Ende des Blutvergießens gebracht. Die Staatenkontaktgruppe "Freunde Syriens" zeigte sich "empört", dass die Regierung in Damaskus an ihrer Strategie des "Verhungert oder ergebt euch" festhalte.

In der Tat erklärte der syrische Informationsminister Omran al-Sohbi in Genf: "Weder in dieser Runde noch in der nächsten werden sie von der syrischen Delegation irgendwelche Zugeständnisse erhalten." Die syrische Opposition werde "nicht durch die Politik das erreichen, was sie mit Gewalt nicht erreicht". Der Minister warf der Opposition vor, am Verhandlungstisch den Sturz der Regierung erreichen zu wollen, weil ihr dies mit Waffengewalt nicht gelinge.

Brahimi hoffe nun auf eine Fortsetzung der Gespräche am 10. Februar, räumte aber ein. "Das ist nicht zu 100 Prozent sicher."

lgr/dpa/Reuters

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insgesamt 51 Beiträge
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1. Wegschauen ist keine Lösung
Palmstroem 01.02.2014
Zitat von sysopDPAFast neun Millionen Menschen sind auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in Syrien. Die Uno spricht von der schlimmsten Flüchtlingskrise seit dem Völkermord in Ruanda - und fordert die Europäische Union auf, mehr Syrer aufzunehmen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-schlimmste-fluechtlingskrise-seit-zwanzig-jahren-a-950510.html
Die Lösung ist nicht immer mehr Flüchtlinge aufzunehmen, die Lösung ist, diesen Bürgerkrieg zu beenden. Und wie in Ruanda hat auch in Syrien die Weltgemeinschaft durch Nichthandeln versagt. Wer die USA als Weltpolizist nicht haben will, muss mehr tun als Wegschauen!
2. Nicht zum ersten Mal gescheitert
henry-t 01.02.2014
Wie viele Syrer müssen eigentlich noch sterben, bevor die Mitgliedsländer der UNO militärisch in diesem Land aktiv wird. Eins steht doch seid der letzten Friedenskonferenz fest, mit Verhandlungen und guten Worten kommt man diesem Assad nicht bei. Noch schlimmer ist, das diesem Völkermörder Unterstützung des UNO-Mitglieds Russland bzw. Putin zuteil wird. Wozu dann noch ein UNO?
3. Schuld
gerd.lt 01.02.2014
Diese menschliche Tragödie ist der Ergebnis all derer die sich an diesem Krieg direkt oder indirekt beteilgt haben. Neben den schnell ausgemachten Schuldigen in Regierung und Aufständischen sind es vor allem jene ausländischen Mächte die den bestehenden Zustand erhalten wollen, aber auch jene, die einen "Regime-Wechsel" vor das Leid der Menschen gestellt haben, und durch wohlüberlegtes hochpäppeln der Aufständischen oder der Regierung, die jetzt sichtbare Tragödie mit befördert haben. Gewalt nährt Gewalt und bringt keine Lösung, Lösungen gibt es nur am Verhandlungstisch, an dem schon vor dem Bürgerkrieg hätte Platz genommen werden müssen. Wenn genau so viel Mittel, die von allen Seiten für die Fortführung des Krieges bereitgestellt werden, auch für die Not der Menschen ausgegeben würde, könnte deren Not gelindert werden.
4. Der Widerspruch
demokratie-troll 01.02.2014
Zitat von sysopDPAFast neun Millionen Menschen sind auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in Syrien. Die Uno spricht von der schlimmsten Flüchtlingskrise seit dem Völkermord in Ruanda - und fordert die Europäische Union auf, mehr Syrer aufzunehmen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-schlimmste-fluechtlingskrise-seit-zwanzig-jahren-a-950510.html
Der gesamte durch den Islam geprägte kulturelle Raum hat Gesellschaften hervor gebracht, die gescheitert ist. Diese selbstzerstörerische Gefahr und dieses Scheitern legen diese Leute doch nicht durch Ortswechsel ab, sondern vielmehr bringen sie ihre Probleme mit im Gepäck. Wir werden diese Probleme nicht lösen können, das müssen sie selbst tun. Dadurch, das sie uns ihre Probleme bringen, werden sie ganz gewiß nicht harmlos, sondern extrem für uns alle verschlimmert werden. Al Quaida und Fundamentalismus, die im islamsichen Raum eine allgegenwärtige Machtempfaltung erfahren, mag ich vor meiner eigenen Haustür nicht haben wollen und genau das ist es, was ich kriege. Jedenfalls reden mir das unsere Sicherheitspolitiker ein, die deshalb überall auf der Welt und von Afrika bis Afghanistan Krieg führen wollen und unsere feiheitliche Gesellschaft in einen Überwachungststaat deswegen verwandeln. Dieser Widerspruch, die Gefahr des Islamterrors groß zu reden und sie gleichzeitig sich ins Haus zu holen, wird die Politiker früher oder später zermalmen müssen. So blöd, de Widerspruch nicht zu bemerken, kann ja wohl auf Dauer keiner sein.
5. Wozu dann noch ein UNO?
maliperica 01.02.2014
Zitat von henry-tWie viele Syrer müssen eigentlich noch sterben, bevor die Mitgliedsländer der UNO militärisch in diesem Land aktiv wird. Eins steht doch seid der letzten Friedenskonferenz fest, mit Verhandlungen und guten Worten kommt man diesem Assad nicht bei. Noch schlimmer ist, das diesem Völkermörder Unterstützung des UNO-Mitglieds Russland bzw. Putin zuteil wird. Wozu dann noch ein UNO?
Warum hat man die UNO gegründet? Es lässt sich noch immer gut lesen und erinnern darf man sich auch was das Ziel der UNO ein mal war. Übrigens immer dann wenn man einen Diktator beseitigen will, wehrt sich der Diktator und wehrt sich das Regime und dann *um einen Diktator und sein Regime zu stürzen* entstehen zufälligerweise dem Bürgerkrieg ähnliche Entwicklungen die man durch R2P lösen will. Die ganze Doktrin erreicht die Grenzen ihrer Tragfähigkeit, nicht weniger Sinnmäßigkeit. Eine Überarbeitung im Sinn der UNO - Charta der Vereinten Nationen wäre vielleiht eine vernünftige Lösung für die Zukunft.
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Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Imad Khamis

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