Sondergesandter der Uno Brahimi hat keine Lösung für Syrien-Konflikt

Der neue Syrien-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi hat bei seinem ersten Auftritt vor dem Uno-Sicherheitsrat die Lage in dem Land als "sehr, sehr düster" bezeichnet. Einen festen Plan zur Lösung des Konfliktes habe er noch nicht. Dafür aber schon ein paar Ideen.

Brahimi: Keine Lösung, aber ein paar Ideen
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Brahimi: Keine Lösung, aber ein paar Ideen


New York - Die Vereinten Nationen stecken bei der Suche nach einer Lösung für den Konflikt in Syrien völlig fest. Der Uno-Sicherheitsrat kam auch am Vorabend der diesjährigen Generaldebatte in New York nicht voran. Der neue internationale Syrien-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi bezeichnete bei seinem ersten Auftritt vor dem wichtigsten Uno-Gremium die Lage in dem Land als extrem schlecht: "Es sieht sehr, sehr düster aus. Die Krise ist eine Bedrohung für die gesamte Region und auch für den Frieden der Welt", sagte Brahimi.

Der algerische Diplomat räumte entgegen früherer Erwartungen ein, dass er noch kein Konzept zur Lösung der Krise hat. "Ich habe noch keinen festen Plan, aber ich habe ein paar Ideen." Der von seinem Vorgänger Kofi Annan entwickelte Sechs-Punkte-Plan, der ein sofortiges Ende der Gewalt und einen politischen Wandel vorsieht, sei "ein Teil in meinem Werkzeugkasten". Wichtig sei vor allem ein "Wandel" in Damaskus. Zudem bat Brahimi: "Bitte vergessen Sie nicht, dass ich erst drei Wochen im Amt bin."

Der 78-jährige Brahimi hat sein Amt zum 1. September übernommen. Er war in den vergangenen Tagen zu Gesprächen in Damaskus und in Kairo. Der Uno-Sicherheitsrat wird sich am Mittwoch bei seiner regulären Sitzung erneut mit der Lage in Syrien befassen. Mit neuen Entscheidungen wird aber nicht gerechnet.

Die Kämpfe dauern an

Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen in Syrien dauerten auch am Montag an. Mehr als 70 Menschen seien getötet worden, berichteten Aktivisten. Bei Luftangriffen auf Damaskus, Aleppo und die Provinzen Homs und Daraa gab es mindestens 24 Tote. Am Wochenende sind nach Angaben von Oppositionsgruppen 700 Menschen getötet worden. Aktivisten schätzen, dass seit Beginn des Aufstandes gegen Assad im März 2011 bereits etwa 30.000 Menschen ums Leben gekommen sind.

Ganze Regionen im Norden Syriens nahe der türkischen Grenze unterliegen nach Beobachtungen von Reportern der Nachrichtenagentur AFP nicht mehr der Kontrolle der Regierung in Damaskus. Die von der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) kontrollierten Bereiche erstrecken sich über hunderte Kilometer. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London erklärte, dass knapp 80 Prozent der Städte und Dörfer an der Grenze zur Türkei nicht mehr von der Regierung in Damaskus kontrolliert würden.

aar/dpa/AFP/dapd

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waschm. 24.09.2012
1. woher auch
Zitat von sysopAPDer neue Syrien-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi hat bei seinem ersten Auftritt vor dem Uno-Sicherheitsrat die Lage in dem Land als "sehr, sehr düster" bezeichnet. Einen festen Plan zur Lösung des Konfliktes habe er noch nicht. Dafür aber schon ein paar Ideen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-sonderbeauftragter-der-uno-brahimi-hat-keine-konflikt-loesung-a-857703.html
Woher soll der plan denn auch kommen, wenn beide Seiten den konflikt weiter eskalieren, die Regierung in damakus sich nur noch mit Äußerster Gewaltanwendung seine Position zu verteidigen weiß und der Sicherheitsrat entweder blockiert wird oder Resolutionen verabschiedet die keine Mittle zu Durchsetzung haben.
topodoro 24.09.2012
2. Woher auch...
Zitat von waschm.Woher soll der plan denn auch kommen, wenn beide Seiten den konflikt weiter eskalieren, die Regierung in damakus sich nur noch mit Äußerster Gewaltanwendung seine Position zu verteidigen weiß und der Sicherheitsrat entweder blockiert wird oder Resolutionen verabschiedet die keine Mittle zu Durchsetzung haben.
...kommen die Pick-ups mit saudischen Kennzeichen und den hübchen Dushkas, die die syrische Armee heute abend, kurz nach 22:00 Ortszeit in Aleppo mitsamt der Besatzung aus dem Verkehr zog ? 5 auf der Nakkreen Strasse und 3 auf der al-Safira Strasse. Und woher kommt das Heckler und Koch HL GMW mit dem die "Handwerker des Todes" die Landwirtschaftsschule in Aleppo angriffen ? Quelle: ‫ (http://www.youtube.com/watch?v=rT9LE6nXNcE&feature=player_embedded#)! Bisher wurde diese sehr moderne Waffe nur an die Bundeswehr (Infanterie, Marineschutzkräfte und die die Objektschutzstaffeln der Luftwaffe ) ausgeliefert. In Afghanistan ist sie als Feldlagersicherung eingesetzt. Sonst wurden bisher offiziell nur 40 Exemplare im Jahre 2006 an die britischen Royal Marines ausgeliefert, die sie aber als Fahrzeugbewaffnung für Land-Rover-Geländewagen zum Einsatz in Afghanistan einsetzen. Wie also kommt diese deutsche Waffe nach Aleppo ? Haben da Guido Westerwelle und seine "Freunde Syriens" die Hand im Spiel ?
tkgdfk 24.09.2012
3. optional
Man darf nicht vergessen das es sich bei den "Rebellen" um radikalislamistische Söldner handelt die mit äüßerster Brutalität gegen die Zivilbevölkerung vorgehen. Finanziert werden sie vorallendingen von Saudi-Arabien, Katar, GB, Frankreich und den USA, aber auch der BRD. Ziel der Islamisten ist die Errichtung eines Gottsstaates sowie die Vertreibung bzw. Ermordung der christlichen und alawitischen Minderheit. Wenn die BRD weiterhin die "Rebellen" unterstützt macht sie sich mitschuldig an einem Vökermord.
kanario 25.09.2012
4.
Zitat von sysopAPDer neue Syrien-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi hat bei seinem ersten Auftritt vor dem Uno-Sicherheitsrat die Lage in dem Land als "sehr, sehr düster" bezeichnet. Einen festen Plan zur Lösung des Konfliktes habe er noch nicht. Dafür aber schon ein paar Ideen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-sonderbeauftragter-der-uno-brahimi-hat-keine-konflikt-loesung-a-857703.html
Durch die Blume gesagt heißt das, die "Freiheitskämpfer" sind bis auf die Dörfer im Grenzgebiet der Türkei zurückgedrängt worden!
remplemplem 25.09.2012
5. woher auch
Welche Lösung sollte Brahimi denn schon einfallen, wenn er dabei nicht nur die Interessen der syrischen Konfliktparteien berücksichtigen muss, sondern vor allem die Machtinteressen all jener Länder, die sich einmischen und die Kampfparteien mit Waffen u.a.m. unterstützen und so den Bürgerkrieg deutlich verlängern.
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