Angriffe in Syrien Angst vor Israel-Iran-Krieg wächst

Bei Luftangriffen in Syrien kamen angeblich mehrere Iraner ums Leben. Ausgeführt wurde der Militärschlag mutmaßlich von Israel. Eskaliert der Konflikt zwischen den Erzfeinden?

Nächtlicher Angriff in Syrien: Israel gegen Iran?
REUTERS

Nächtlicher Angriff in Syrien: Israel gegen Iran?


Schwere Raketenangriffe in Syrien haben Sorgen vor einem direkten militärischen Konflikt zwischen Israel und Iran geschürt. Bei den Attacken am späten Sonntagabend auf Militärziele in mehreren Teilen Syriens wurden offenbar mehr als zwei Dutzend Menschen getötet.

Verschiedene Staatsmedien äußerten die Vermutung, Israel stecke hinter den Angriffen und habe iranische Stellungen bombardieren wollen. Das israelische Militär kommentiert derartige Vorgänge prinzipiell nicht.

Der israelische Geheimdienstminister Israel Katz forderte jedoch: "Iran muss sich aus Syrien zurückziehen." Israel habe auf allen Ebenen eindeutig klargemacht, dass es dem Aufbau einer iranischen Front im Norden Syriens nicht zustimmen werde. Man werde "alles unternehmen, was notwendig ist".

Unter den Toten sollen viele Iraner sein

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) wurden mindestens 26 Menschen getötet und 60 weitere verletzt. Die Londoner Organisation ist oppositionsnah, ihre Angaben haben sich in der Vergangenheit als verlässlich erwiesen. Die meisten Todesopfer gab es demnach bei dem Angriff auf das Hauptquartier der 47. Brigade westlich der Stadt Hama im Zentrum des Landes.

In dem bombardierten Gebiet sind auch mit Syrien verbündete iranische Truppen stationiert. Laut SOHR waren vor allem Iraner unter den Opfern. Iran dementierte über seine Nachrichtenagentur Isna dagegen, dass iranische Soldaten getötet wurden.

Stunden vor den Angriffen, unter anderem auch nahe Aleppo, hatte Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman erklärt, die Streitkräfte behielten sich weitere Einsätze in Syrien vor. Noch am Montag soll das israelische Sicherheitskabinett zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

Teheran ist neben Russland und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Iran hatte in den vergangenen Monaten seine Präsenz in Syrien weiter ausgebaut und viele Waffen geschickt. Das schiitische Land finanziert dabei auch die Hisbollah und vermutlich auch lokale Milizen.

cht/dpa



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