Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Dringlicher Appell: Syrer rufen Welt zu Hilfe

Kinder in der zerstörten syrischen Stadt Kobane: Die Uno beklagt mangelnde Spendenbereitschaft Zur Großansicht
AFP

Kinder in der zerstörten syrischen Stadt Kobane: Die Uno beklagt mangelnde Spendenbereitschaft

In einem bewegenden Aufruf bitten Vertreter der syrischen Zivilgesellschaft um internationale Unterstützung, um den Bürgerkrieg zu beenden. "Manchmal fühlen wir uns wie auf einem anderen Planeten."

Wenig Zeit? Am Textende gibt's eine Zusammenfassung.


New York - Dutzende Organisationen der syrischen Zivilgesellschaft haben sich an die internationale Gemeinschaft gewandt. In einer Kampagne bitten sie um Unterstützung bei der Beendigung des Bürgerkriegs. Um die Gewalt zu stoppen, seien zwei Schritte nötig, "die wir allein nicht schaffen", erklärten die 85 Gruppen am Dienstag. Die Bombenangriffe der syrischen Armee müssten aufhören, außerdem seien Verhandlungen "zwischen allen syrischen Gruppen und ihren internationalen Unterstützern" nötig.

Die Vertreter der Zivilgesellschaft, darunter zahlreiche Menschenrechtsgruppen und Gewerkschaften, nannten ihre Kampagne "Planet Syrien". "Manchmal fühlen wir uns tatsächlich so, als würden wir auf einem anderen Planeten leben", sagte eine der Organisatoren, Ula Ramadan. "Unsere Bitten um Frieden und Demokratie werden von Vielen so behandelt, als seien sie etwas Außerirdisches." Die Aktivisten fühlen sich nach eigenen Angaben von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen und werfen ihr vor, stattdessen zu sehr mit dem Kampf gegen den Extremismus beschäftigt zu sein.

Wie desolat die Lage in Syrien inzwischen ist, schilderte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon in seinem 13. Syrien-Monatsbericht. Gewalt und Bürokratie behinderten die Hilfslieferungen für bis zu zwölf Millionen Menschen. Mehr als 220.000 Menschen seien seit Beginn des Konflikts 2011 getötet worden, erklärte er in seinem Statement an den Sicherheitsrat. Rund vier Millionen Syrer seien ins Ausland geflohen, 7,6 Millionen in ihrer Heimat auf der Flucht.

Millionen Menschen profitierten von Uno-Hilfslieferungen, sagte Ban. In abgelegenen Gebieten gebe die Versorgung von 4,8 Millionen Menschen jedoch Anlass zu großer Sorge. Krankenhäuser und Schulen würden angegriffen. Die Kriegsparteien behinderten zudem die Versorgung mit Medikamenten und medizinischer Ausrüstung. Außerdem halte die internationale Spendenbereitschaft nicht Schritt mit den Bedürfnissen der Menschen.

Seit sechs Monaten greift eine von den USA angeführte Allianz Kämpfer des "Islamischen Staats" im Irak und in Syrien aus der Luft an.

Zusammengefasst: Das syrische Volk fühlt sich nach vier Jahren Bürgerkrieg von der Welt allein gelassen. Aktivisten fordern mehr Hilfe. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon unterstützt den Appell.

ler/Reuters/AFP

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 44 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Ein bewegender Hilferuf.
joepopes 24.03.2015
Doch leider wird es damit enden, das dieser Brief nur dazu genutzt wird, gegen Assad vorzugehen. Dann werden die Syrer feststellen, wie schon die Iraker vor ihnen, das es doch noch schlimmer geht, als es jetzt schon ist.
2. Könnt ihr
erasmus89 24.03.2015
bitte auf unpräzise Verallgemeinerungen (das syrische Volk") verzichten? Es handelt sich vor allem um US-Exilanten, die schlicht immer noch am Regime-Wechsel basteln. Die Syrer wollen vor allem eines: das Ende der Waffenlieferungen und des Söldnereinschleußens nach Syrien durch den Westen und die Golfstaaten.
3. Woher kamen nur die Geister die der Westen rief?
americanangel 24.03.2015
An dieser Stelle vielen Dank an Amerika, Frankreich, England und Saudi arabien! Ihr habt erst diese Zustände ermöglicht, ohne euch wäre das syrische volk schon längst vom Präsidien assad befreit worden aber nein, wir unterstützen ja Rebellen alias islamisten. Solche Fehler kann sich die Welt nicht erlauben, sorry. Jeder Halbstarke der nun wieder meint dass assad an allem schuld ist, ich bin syrer und kann euch eins sagen. Wenn das volk assad so sehr hassen würde warum sind die Soldaten dann heute noch loyal? Warum ist er noch da? Glaubt den gelenkten Medien nicht!!!!
4. Betrügerische Vertreter der Zivilgesellschaft
Jochen.Bold 24.03.2015
Es gibt nur einen legitimierten Vertreter der Zivilgesellschaft. Das sind die von allen Bürgern in einem demokratischen Prozess gewählten Volksvertreter. Und nicht die selbsternannten "Menschenrechtsaktivisten", die gerade in Syrien eher den Ruf von "Menschenfressern" haben, die das Land ins Unglück und Chaos gestürzt haben. Sie waren es doch gemeinsam mit den "Deserteuren" und "Demonstranten" -wie es camouflierend in der gleichgeschalteten westlichen Systempresse hiess- die das Land in den Krieg getrieben haben. Es sind bestimmt nicht die von den USA gekauften NGO´s, die in Wirklichkeit US-Government Organisations sind. Es herrscht in Syrien auch kein Bürgerkrieg, sondern ein von ausländischen Mächten inzenierter verdeckter Angriffskrieg. Im Spiegel, dieser Bertelsmann-Zeitschrift, etwas über tatsächliche Vorgänge in Syrien zu erfahren, haben ich schon vor 3 Jahren aufgegeben, um informiert zu sein. Es hat wohl in der Zwischenzeit jeder gemerkt, dass der ehrwürdige Spiegel vergangener Zeiten heute kein Nachrichtenmagazin mehr ist. Aber auch noch nicht die St.-Pauli-Nachrichten. Aber ich bin der Meinung, dass das auch noch kommt, wenn Bertelsmann entscheidet, dass so mehr Geld zu verdienen ist.
5. Eine gewaltbereite Opposition darf nicht unterstützt werden!
Bernhard.R 24.03.2015
Geschieht das trotzdem wird sie das Land zerstören, Kämpfer dafür und dagegen aus aller Welt magisch anziehen und Flüchtlingsströme auslösen. Mögen die Politiker aus den Zuständen in Syrien, Irak, Libyen, Jemen ... doch endlich lernen!!! Wenn eine Opposition meint, die Regierung würde das Volk nicht mehr repräsentieren, dann möge sie gewaltlosen Widerstand leisten und einen Generalstreik organisieren, der die Regierung stürzt. Schafft eine Opposition das nicht, dann repräsentiert sie eben nicht den Volkswillen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Syrien-Reiseseite



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: