Krieg in Syrien Mehr als 12.000 Menschen sollen Ost-Ghuta verlassen haben

Immer mehr Menschen können aus dem schwer umkämpften Rebellengebiet Ost-Ghuta in Syrien in Sicherheit gebracht werden. Beobachtern zufolge wurden Tausende Bewohner gerettet.

Ein Kind wird aus Ost-Ghuta herausgebracht
REUTERS

Ein Kind wird aus Ost-Ghuta herausgebracht


Seit mehr als drei Wochen steht das Gebiet Ost-Ghuta unter Beschuss der syrischen Streitkräfte. Hunderttausende Menschen sind dort eingeschlossen - einige von ihnen konnten sich aber nun in Sicherheit bringen. Mehr als 12.000 Menschen haben nach Angaben von Beobachtern das schwer umkämpfte Rebellengebiet bereits verlassen.

Die Menschen seien über den Grenzübergang Hamuria in Auffanglager nahe der Hauptstadt Damaskus gebracht worden, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Die Angaben der Beobachtungsstelle sind schwer zu verifizieren, haben sich in der Vergangenheit aber oft als zutreffend erwiesen.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana verbreitete Fotos von Menschen, die mutmaßlich Ost-Ghuta verlassen haben. Auf dem Bildmaterial waren vor allem Kinder, Frauen und ältere Menschen zu sehen. Tausende Menschen hätten Ost-Ghuta verlassen, berichtete Sana.

Die russische Nachrichtenagentur Tass sprach von 4000 Zivilisten, die das Gebiet seit Beginn der humanitären Feuerpause am Donnerstag verlassen hätten. Bis zum Ende des Tages sollen es rund 13.000 Menschen sein, sagte ein russischer Sprecher. Die Waffenruhe gilt seit Ende Februar täglich für mehrere Stunden. Gleich zu Beginn hatte es allerdings auch Berichte gegeben, dass die Feuerpause gestört wurde.

Nun aber erreichte erneut ein Konvoi aus 25 Lastwagen mit einer Hilfslieferung des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK), des Syrischen Roten Halbmondes und der Vereinten Nationen das Gebiet.

In den vergangenen Tagen hatten bereits Hunderte Menschen Ost-Ghuta verlassen. Seit Beginn der Angriffswelle Mitte Februar kamen Aktivsten zufolge rund 1200 Zivilisten bei Bombardierungen ums Leben.

vks/dpa/Reuters

insgesamt 3 Beiträge
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gertner27 15.03.2018
1. Das ist erst der Anfang
Zehntausende weitere Zivilisten werden folgen und Zuflucht in die Gebiete unter Regierungskontrolle suchen. Bleibt nur zu hoffen, das die Terroristen ihnen dabei nicht in den Rücken schiessen. Das sollten sie lieber nicht tun, den die Terroristen haben auch noch Familienangehörige dort.
ziegler.erichh 15.03.2018
2. verlogenes und schmutziges Schweigen
Von Ost-Ghouta aus beschießen die Dschihadisten die syrische Hauptstadt Damaskus. Die syrische Regierung macht eine Großoffensive zur Vertreibung dieser terroristischen Rebellen. UN. USA, NATO und EU verurteilen diese Großoffensive auf das Schärfste. Die syrischen Kurden haben nie die Türkei beschossen, sondern erfolgreich den IS bekämpft. Die türkische Regierung macht eine Großoffensive in Syrien zur Vertreibung der Kurden. UN. USA, NATO und EU äußern nicht die leiseste Verurteilung dieses völkerrechtswidrigen Angriffskrieges. Die Spiegel-Foristen haben mehr Verantwortungsbewusstsein.
Datenscheich 15.03.2018
3. Mittelfristig...
...muß die Syrische Regierung unbedingt in die Bildung und gesellschaftliche Weiterentwicklung dieser Vororte investieren, die mental etwa 500 Jahre zurückliegen, während sie räumlich nur 15 Minuten vom Kern der Hauptstadt entfernt sind. Was auch der Grund für diese Katastrophe ist, da viele er weitgehend ungebildeten (und leider auch Bildungs-unwilligen) männlichen und tonangebenden Bewohner der Ghouta tatsächlich glaubten, daß sie mit den planlosen Halsabschneidern besser dran sind als mit dem Polizeiapparat der Zentralmacht, der wahrlich nicht fehlerlos ist, aber bei weitem nicht so schlimm wie glaubensverblendete Verbrecher, die nur Tod und Zerstörung kennen. Und noch etwas: Hat irgend jemand mal thematisiert, daß die Ost-Ghouta die ganze Zeit über mit Strom und Wasser aus den Versorgungsnetzen der Regierung beliefert wurde? Ach nein - denn dann hätte man ja erfahren, wer wirklich für die Geiselnahme des Gebiets verantwortlich war...
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