Krieg in Syrien: Fast 200 Tote bei Schlacht um Polizeischule

Kämpfe in Syrien: Bürgerkrieg in Aleppo Fotos
REUTERS

Acht Tage lang haben sich syrische Rebellen und Assad-treue Soldaten eine Schlacht um eine Polizeischule in der Provinz Aleppo geliefert - jetzt haben die Aufständischen offenbar gesiegt. Fast 200 Menschen starben bei den Kämpfen. In der Provinz Rakka stürmten Rebellen ein Gefängnis.

Damaskus - Syrische Rebellen haben die Polizeischule in der Ortschaft Chan al-Assal in der Provinz Aleppo nahezu vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Acht Tage lang dauerte die Schlacht zwischen Aufständischen und Assad-treuen Truppen. Allein an diesem Sonntag sollen mindestens 34 Soldaten der syrischen Regierungstruppen getötet worden sein, berichtet die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrecht mit Sitz in London. Insgesamt seien bei dem Kampf fast 200 Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handle es sich um Aufständische und Sicherheitskräfte. Die Angaben sind von unabhängiger Seite bislang nicht überprüfbar.

Ebenfalls an diesem Sonntag haben syrische Rebellen das Zentralgefängnis in der Provinz Rakka gestürmt. Revolutionäre veröffentlichten im Internet Videoaufnahmen, die ihren Angaben zufolge Kämpfer auf dem Gelände der Haftanstalt zeigen. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter sprach von Hunderten Gefangenen, die freigelassen worden seien. Unter ihnen seien 18 politische Häftlinge, hieß es.

Seit dem Beginn des Aufstands gegen Syriens Staatschef Baschar al-Assad vor knapp zwei Jahren wurden in dem Land nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 70.000 Menschen getötet.

Syriens Rebellen kontrollieren bereits alle Grenzübergänge zur Türkei, am Freitag eroberten sie auch einen Grenzübergang zum Irak. An den Kämpfen in dem Ort Jarubija seien Brigaden der Freien Syrischen Armee (FSA) und die islamistische Nusra-Front beteiligt gewesen, meldete die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter.

Die Europäische Union hat sich nach SPIEGEL-Informationen intern darauf verständigt, den syrischen Rebellen nicht nur technische Unterstützung anzubieten, sondern auch Hilfe durch Militärausbilder. In Brüssel geht man davon aus, dass Großbritannien und möglicherweise auch Frankreich Militärberater entsenden werden. Deutschland werde keine Experten schicken, heißt es aus Kreisen der Bundesregierung.

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jjc/AFP

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1.
schaech 03.03.2013
Zitat von sysopDie Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter sprach von Hunderten Gefangenen, die freigelassen worden seien. Unter ihnen seien 18 politische Häftlinge, hieß es.[/url]
na prost mahlzeit...18 politische häftlinge. aus wessen sicht?aus sicht der rebellen?...heisst das dann,dass das islamisten sind? und was sind die restlichen hunderte gefangene? mörder,räuber,vergewaltiger? die werden jetzt sicher gerne zur waffe greifen...die bevölkerung im umkreis von hundert kilometern kann sich schon mal warm anziehen...wenn diese hunderte verbrecher jetzt auf eigene rechnung losmorden und plündern.
2.
stopfiatmoney 03.03.2013
"Die Europäische Union hat sich nach SPIEGEL-Informationen intern darauf verständigt, den syrischen Rebellen nicht nur technische Unterstützung anzubieten, sondern auch Hilfe durch Militärausbilder." Das ist nach dem deutschen Strafrecht "Vorbereitung eines Angriffskriegs". Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen im Rahmen der "Europäischen Union" trifft, aber er/sie sollte nach Auflösung von Brüssel (hoffentlich bald) von einem legitimen Europa zur Verantwortung gezogen werden.
3.
thinkrice 03.03.2013
Zitat von sysopie Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter sprach von Hunderten Gefangenen, die freigelassen worden seien. Unter ihnen seien 18 politische Häftlinge, hieß es.
3% der Befreiten waren politische Gefangenen. Jetzt wäre interessant zu erfahren, wegen welchen Vergehen die restlichen 97% der Gefangenen eingesperrt waren?! Es waren sicherlich keine Verbrecher oder sonstige Kriminelle, die es in jedem Land gibt. Gleich werden hier wieder ein paar Knallköpfe vorbeikommen und uns erzählen, dass die anderen 97% Demokraten und zu Unrecht verurteilte Freigeister wären.
4.
schreibtischhengst 03.03.2013
Zitat von sysopIn der Provinz Al-Rakka stürmten Rebellen ein Gefängnis.
---Zitat--- *SPIEGELONLINE* Die Europäische Union hat sich nach SPIEGEL-Informationen intern darauf verständigt, den syrischen Rebellen nicht nur technische Unterstützung anzubieten, sondern auch Hilfe durch Militärausbilder. In Brüssel geht man davon aus, dass Großbritannien und möglicherweise auch Frankreich Militärberater entsenden werden. *Deutschland werde keine Experten schicken, heißt es aus Kreisen der Bundesregierung.* ---Zitatende--- Na, dann ist ja wieder alles gut! Ansonsten hätte da ein Staatsanwalt nach § 80, 80a StGB einen Anfangsverdacht zu prüfen! Dazu kommt, dass unsere Bundeswehrfreiwilligen mit mieser Ausrüstung, unwillig ihren Dienst tun - obwohl der Herr Verteidigungsminister das anders sieht. Deutschland täte lediglich die Beobachterrolle gut und wenn erwünscht, diplomatische Vermittlung - man sollte sich aus der Kriegsrhetorik vollkommen heraushalten!!
5. Nur Vermutungen
Liberalitärer 03.03.2013
Zitat von thinkrice... Es waren sicherlich keine Verbrecher oder sonstige Kriminelle, die es in jedem Land gibt. Gleich werden hier wieder ein paar Knallköpfe vorbeikommen und uns erzählen, dass die anderen 97% Demokraten und zu Unrecht verurteilte Freigeister wären.
Nö, aber wahrlich auch nicht alles Vergewaltiger und Mörder, wie andere gleich schreiben werden. Wahrscheinlich - das vermute ich wegen der hohen Zahl - und der tatsächlich geringen Quote an politischen Häftlinge wohl ziemlich viele Kleinriminelle. Und die Haftbedigungen dort dürften - auch das wegen der hohen Zahl - zuletzt nicht so ganz menschenwürdig gewesen sein.
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Bevölkerung: 22,505 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

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