Syrische Stadt Manbidsch in Nordsyrien Türkei fordert Abzug von US-Truppen

"Sie müssen sich unverzüglich zurückziehen": Der türkische Außenminister Cavusoglu fordert die USA auf, ihre Truppen aus dem syrischen Manbidsch abzuziehen. In der Region rückt das türkische Militär vor.

Türkischer Außenminister Mevlüt Cavusoglu
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Türkischer Außenminister Mevlüt Cavusoglu


Die Türkei stört sich an der Stationierung von US-Soldaten in der syrischen Stadt Manbidsch. "Sie müssen sich unverzüglich aus Manbidsch zurückziehen", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Manbidsch ist rund hundert Kilometer von der nordsyrischen Region Afrin entfernt, wo die türkische Armee gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) vorgeht.

Grenzregion Kilis

Manbidsch wird von der YPG kontrolliert. Ankara betrachtet die YPG als Terroristen, weil sie enge Verbindungen zur verbotenen Kurdenpartei PKK hat. Die YPG ist zugleich ein militärischer Verbündeter der USA im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Nun besteht die Sorge, dass es zwischen Einheiten der Nato-Partner USA und Türkei zu direkten Zusammenstößen kommen könnte.

Am Freitag hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit einer Ausweitung des Militäreinsatzes in Afrin bis zur irakischen Grenze gedroht. Die Türkei werde auch die Stadt Manbidsch "säubern" und "bis zur irakischen Grenze keinen Terroristen übrig lassen", sagte Erdogan.

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Operation "Olivenzweig": Gefechte an der Grenze zu Syrien

Am Samstag bekräftigte Erdogan, dass seine Regierung entschlossen sei, alles "wie eine Dampfwalze zu zermalmen", was eine Bedrohung für die Türkei darstellen könnte. Die US-Regierung rief Ankara zur Zurückhaltung auf.

Die türkische Armee hatte am Samstag vergangener Woche gemeinsam mit Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) die Operation "Olivenzweig" gegen die YPG-Miliz begonnen. Die Türkei empfindet deren Präsenz an ihrer Grenze als Bedrohung.

In Köln demonstrierten am Samstag Tausende Kurden gegen den türkischen Militäreinsatz in Nordsyrien. "Terrorist Erdogan" und "Diktator Erdogan" skandierten einige Demonstranten. Viele Teilnehmer der Kundgebung trugen Transparente mit Aufschriften wie "Freiheit für Kurdistan", andere schwenkten Fahnen der YPG.

kha/AFP/Reuters

insgesamt 54 Beiträge
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derhey 27.01.2018
1. Sie werden es tun
und sich zurückziehen. Was eigentlich vernünftig ist. Nur der Herr aus Ankara wirdf dies anders sehen und als Aufmunterung verstehen. Dies dann wieder eindämmen wird wohl schwierig werden, sehr schwierig bei diesem Herrn. Mir tun die Kurden leid.
Ottokar 27.01.2018
2. Nun wird es spannnend
werden die USA ihre Verbündeten im Kampf gegen den IS im Stich lassen ? Das wäre ein verheerendes Signal an alle Verbündeten der USA. Werden die USA wie Deutschland und die ganze EU vor Erdogan einknicken ? Wann endlich fängt Russland an als Schutzmacht Syriens zu agieren ?
amishunderground 27.01.2018
3. Was für Tagträume...
... hat dieser Türke denn?
eulenspiegel2k17 27.01.2018
4. Das wahre Gesicht der türkischen Regierung
Mehr braucht man hier nicht zu sagen.
sonjarath 27.01.2018
5. Jetzt wirds spannend...
Erdogan hat jedes Detail der Militäraktion mit Putin abgesimmt, aber nicht mit den USA. Ich gehe nicht davon aus, daß da nachgegeben wird, das Verhältnis ist eh gespannt. Zumal die kriegserfahrene YPG , mit einem großen Anteil an Frauen, den türkischen Angriff schon ins Stocken gebracht hat. Eine Horrorvorstellung für moslemische Kämpfer, von Frauen getötet zu werden
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