Kampf gegen IS Türkischer Außenminister nennt Bodenoffensive in Syrien unrealistisch

Die türkische Regierung kritisiert die Uneinigkeit der internationalen Anti-IS-Koalition. Mehrere Staaten unterstützen zwar eine Bodenoperation, bislang aber sei darüber nicht einmal ernsthaft diskutiert worden.

Türkischer Außenminister Cavusoglu: Operation gemeinsam durchführen
AFP

Türkischer Außenminister Cavusoglu: Operation gemeinsam durchführen


Die Türkei und Saudi-Arabien haben sich für eine Bodenoffensive in Syrien ausgesprochen. Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu kritisiert jetzt, dass dieser Plan innerhalb der US-geführten Koalition gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) bislang nicht ernsthaft debattiert worden sei.

"Einige Länder wie die Türkei, Saudi-Arabien und westeuropäische Staaten haben gesagt, dass eine Bodenoperation nötig ist. Aber dies nur von Saudi-Arabien, der Türkei und Katar zu erwarten, ist weder richtig noch realistisch", sagte Cavusoglu der Nachrichtenagentur Reuters. "Wenn so eine Operation stattfinden soll, dann müssen wir sie gemeinsam durchführen, so wie die Luftschläge."

Bislang habe eine seriöse Diskussion über eine Invasion Syriens aber noch nicht einmal stattgefunden, klagte der türkische Außenamtschef.

Anfang Februar war Saudi-Arabien vorangeprescht: Das Land sei bereit, "an allen Bodenoperationen gegen den IS in Syrien teilzunehmen, wenn sich die Führung der Koalition darauf einigt", hatte der Sprecher des saudi-arabischen Militärs, Ahmed al-Asiri, verkündet.

Das Regime des syrischen Diktators Baschar al-Assad und die russische Regierung haben erklärt, dass sie jede Bodenoperation der Türkei oder anderer Staaten als kriegerischen Akt bewerten und militärisch darauf reagieren würden.

syd/Reuters



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