Einsatz gegen Kurden Türkischer Hubschrauber in Syrien abgeschossen

Die türkische Armee kämpft im Norden Syriens gegen kurdische Truppen. Dabei verlor sie nun erstmals einen Helikopter. Präsident Erdogan droht mit Vergeltung.


Im Norden Syriens ist ein türkischer Militärhubschrauber abgeschossen worden. Er sei an der Militäroperation in der Region Afrin beteiligt gewesen, erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Samstag. Erdogan drohte den Gegnern mit Vergeltung: Diese hätten einen "hohen Preis" für den Abschuss zu zahlen. Wen er dafür verantwortlich macht, sagte er nicht.

Laut Nachrichtenagentur Anadolu wurde der Hubschrauber nahe der Grenze Syriens zur südtürkischen Provinz Hatay getroffen. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor. In der sogenannten "Operation Olivenzweig" geht die türkische Armee seit Januar mit Bodentruppen und Luftwaffe gegen kurdische Kämpfer in der nordwestsyrischen Region Afrin vor.

Ein Sprecher der Kurdenmiliz YPG erklärte, seine Truppen hätten den Helikopter getroffen. Seit Beginn der türkischen Operation in dem Gebiet vor drei Wochen ist es das erste Mal, dass ein türkischer Hubschrauber abgeschossen wurde. Bei der YPG handelt es sich um den syrischen Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK.

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Operation "Olivenzweig": Gefechte an der Grenze zu Syrien

Am Sonntag wählt die pro-kurdische Partei HDP, die laut Erdogan der verlängerte Arm der PKK ist, in der Türkei ein neues Führungsduo. Der prominente Politiker Selahattin Demirtas, der seit 15 Monaten inhaftiert ist, legt den Vorsitz der zweitgrößten türkischen Oppositionspartei nieder.

Die stets aus einer Frau und einem Mann gebildete Doppelspitze treten Vize-Parlamentspräsidentin Pervin Buldan und der frühere Abgeordnete Sezai Temelli an. Die unter massivem Druck der Regierung stehende HDP erwartete nach eigenen Angaben Tausende Unterstützer zu dem Parteitag in Ankara.

lov/AFP/dpa

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