Krieg in Syrien Uno meldet mehr als zwei Millionen Flüchtlinge

Die Uno spricht von einer "großen Tragödie dieses Jahrhunderts": Die Zahl der syrischen Flüchtlinge hat sich nach Angaben des Hilfswerks UNHCR auf mehr als zwei Millionen erhöht.

Syrische Flüchtlinge (an der türkischen Grenze): "Unschuldigen helfen"
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Syrische Flüchtlinge (an der türkischen Grenze): "Unschuldigen helfen"


New York - Noch vor einem Jahr waren etwas mehr als 230.000 auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in Syrien, doch binnen zwölf Monaten hat sich die Zahl dramatisch erhöht: Nach Angaben des Uno-Hilfswerks UNHCR gibt es jetzt schon mehr als zwei Millionen Flüchtlinge.

Bei den zwei Millionen handelt es sich laut UNHCR um bereits anerkannte Flüchtlinge sowie um Syrer, die den Flüchtlingsstatus beantragt haben. Ende August lebten demnach 110.000 der Flüchtlinge in Ägypten, 168.000 im Irak, 515.000 in Jordanien, 716.000 im Libanon und 460.000 in der Türkei. Rund 52 Prozent von ihnen waren 17 Jahre alt oder jünger. Weitere 4,25 Millionen Menschen sind demnach innerhalb Syriens auf der Flucht. Für Mittwoch kündigte das UNHCR ein Ministertreffen der Gastländer an, um die internationale Hilfe zu verstärken.

"Syrien ist zur großen Tragödie dieses Jahrhunderts geworden, einer empörenden humanitäre Katastrophe", sagte Flüchtlingskommissar António Guterres. Einziger Trost sei die Hilfsbereitschaft der benachbarten Länder, die in großer Zahl Flüchtlinge aufnähmen und ihnen damit das Leben retteten.

Hollywoodstar Angelina Jolie ermahnte die internationale Gemeinschaft, die humanitäre Katastrophe nicht länger einfach nur hinzunehmen. Die Welt sei "tragischerweise" gespalten in der Frage, wie der Konflikt gestoppt werden könne, sagte die Schauspielerin, die UNHCR-Gesandte ist. "Doch es dürfte keinen Streit über die Notwendigkeit geben, das Leiden der Menschen zu erleichtern", fuhr Jolie fort. "Wir müssen den Millionen von Unschuldigen helfen, die aus ihrem Heim verjagt wurden." Sie forderte unter anderem die Unterstützung der Nachbarländer, um mit der wachsenden Zahl an Flüchtlingen klarzukommen.

Letta kritisierte Flüchtlingspolitik der EU

Italiens Ministerpräsident Enrico Letta warf der EU derweil eine fehlende Strategie im Umgang mit den Flüchtlingen aus Syrien und anderen Krisenländern vor. Er rechne damit, dass der Syrien-Konflikt das allgemeine Flüchtlingsproblem weiter anheizen werde, sagte Letta nach einem Treffen mit seiner slowenischen Kollegin Alenka Bratusek im nordslowenischen Bled. Die Europäische Union habe aber nach wie vor keine Strategie, um dieser "Herausforderung" zu begegnen. Letta kündigte an, während der italienischen EU-Präsidentschaft im zweiten Halbjahr 2014 eine gemeinsame Herangehensweise anzustreben.

Seit Monaten landen mehr und mehr Boote mit Flüchtlingen aus den Konfliktstaaten Nordafrikas und dem östlichen Mittelmeerraum an Italiens Küsten. Nach Schätzung des Innenministeriums kamen allein 3000 der Flüchtlinge seit Anfang des Jahres aus Syrien.

als/dpa/AFP

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insgesamt 48 Beiträge
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dishmaster 03.09.2013
1. Die wahre humaitäre Katastrophe
Die Flüchtlingstragödien sind die eigentliche humanitäre Katastrophe. Anstatt mit Kriegsgerät zu drohen, wäre es doch viel besser, das entsprechende Geld (Milliarden?) für die Flüchtlingshilfe einzusetzen. Das würde richtig Eindruck machen und viel wirkungsvoller gegen das Assad-Regime arbeiten als jeder Militärschlag. Zudem hätteeine solche Maßnahme das Potential, das Image des Westens in den Ländern des Nahen Osten erheblich aufzubessern. Also, ihr Obamas, Camerons, Merkels, Hollandes und Barasos! Das ist eure Chance!
HerrvonSchmidt 03.09.2013
2. Wer ist schuld ?
Diese Frage stellt niemand ... warum nicht ? ... ich war vor 10 Jahren in Syrien, ein wunderschönes Land. Gut ich hatte keinen tiefen Einblick in die Gesellschaft, aber was ich gesehen habe war: Frieden, Eintracht, Gewaltlosigkeit. Wir sind nachts ins Hamam gegangen, ohne Angst, ohne Probleme, auch für Frauen war Syrien ein problemloses Land. Und das unter dem angeblichen Diktator Assad? Nochmal die Frage: "Wer hat diese Gewaltspirale zu verantworten? Wer hat diese Gewalt, diesen Hass in das Land getragen?"
donald_rumsfeld 03.09.2013
3. Angelina Jolie? Die UN ist ein Theater
Mit welcher Berechtigung darf dieser mensch vor der UN reden? Ist sie überhaupt schon mal in Syrien gewesen? Mit solchen Auftritten steigt nicht unbedingt die Glaubwürdigkeit der UN.
frankmerkel 03.09.2013
4. ein Großteil
flüchtet spätestens jetzt, vor den US- Angriffskrieg und seinen Folgen. Wie wär es, wenn die USA dann auch den 2 Millionen Asyl gewähren würden?
cyranodemadrid 03.09.2013
5. Was macht die UNO dagegen?
Der Chemiewaffen-Massaker, all die Kriegstoten und die Fluchtlinge, sind sie nicht schwerwiegende Grûnde das die UNO interveniert??? Mr Banki-Moon es ist wirklich Zeit, dass Sie sehr energisch werden, und es ist die Aufgabe der UNO und nicht von den USA!!!
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