Syrien Uno-Inspekteure finden Uran

Der Verdacht auf heimliche Atomaktivitäten Syriens verstärkt sich weiter. Die internationale Atomenergiebehörde IAEA hat erneut Spuren von verarbeitetem Uran in einer syrischen Forschungsanlage entdeckt.


Wien - Den IAEA-Inspektoren zufolge wurden die Uranspuren in einem Forschungsreaktor in der Hauptstadt Damaskus gefunden. Das Material unterscheide sich von demjenigen, das Syrien offiziell gegenüber den Inspektoren deklariert habe. Mit dem Fund verstärken sich Befürchtungen, dass die Regierung des arabischen Staates heimlich ein Atomprogramm betreibt.

IAEA-Generaldirektor Mohammed ElBaradei übermittelte seinen brisanten Bericht am Freitag dem IAEA-Gouverneursrat. Bereits in den vergangenen zwei Vierteljahresberichten hatte die IAEA auf Uranfunde in Syrien hingewiesen, die den Verdacht bestärken könnten. Syrien weigert sich inzwischen, Inspekteure der Uno-Behörde IAEA zu weiteren außerplanmäßigen Untersuchungen ins Land zu lassen.

Israel hatte vor einem Jahr in der syrischen Wüste eine Anlage bombardiert und zerstört, bei der es sich nach US-Geheimdienstberichten um einen Atomreaktor nordkoreanischer Bauweise gehandelt hat, in dem waffenfähiges Plutonium hergestellt werden sollte. Die USA und Israel werfen Damaskus vor, sie hätten an diesem Ort Plutonium zum Bau von Atombomben produzieren wollen. IAEA-Inspekteure fanden im vergangenen Jahr bei Untersuchungen vor Ort Spuren von Uran, die auf eine "Bearbeitung" durch Menschen schließen ließen. Syrien behauptet dagegen, bei dem von Israel bombardierten Gelände habe es sich lediglich um eine gewöhnliche militärische Anlage gehandelt.

Syrien gilt als einer der wichtigsten Gegner Israels im arabischen Lager und erkennt den Nachbarstaat nicht an. Das Land beherbergt auch Teile der aus den Palästinenergebieten geflohenen Führung der radikalen Hamas.

ler/Reuters



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