Syrien Uno meldet Fortschritte bei Chemiewaffenkontrolle

Es sind erste Schritte zur Kontrolle der syrischen Giftgasbestände: Nach Uno-Angaben haben Experten der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen Unterlagen über Assads Arsenal erhalten. Die Rede ist von "vielversprechenden Erfolgen".

Chemiewaffen-Expertenteam in Syrien: Treffen mit Regimevertretern
REUTERS

Chemiewaffen-Expertenteam in Syrien: Treffen mit Regimevertretern


New York - Das Chemiewaffen-Expertenteam in Syrien macht nach Angaben der Vereinten Nationen bei seiner Mission gute Fortschritte. Am Donnerstag habe sich das Team mit syrischen Behördenvertretern getroffen, teilte die Uno in New York mit. Dabei seien "vielversprechende erste Erfolge" erzielt worden, hieß es.

Auch von der syrischen Regierung übergebene Dokumente versprächen Fortschritte. "Weitere Analysen, besonders von technischen Darstellungen, sind allerdings nötig und einige Fragen bleiben bislang noch unbeantwortet." Innerhalb der kommenden Woche hoffe das Team, verschiedene relevante Orte besuchen zu können.

Die Kontrolleure seien außerdem damit beschäftigt, die während ihrer Mission drohenden Gesundheitsrisiken und mögliche Gefahren für die Umwelt zu untersuchen. Darüber hinaus würden die Planungen für die rasche Stilllegung der Produktionsstätten für Chemiewaffen vorangetrieben. Der tatsächliche Umfang des Arsenals werde derzeit noch ermittelt.

Das aus 19 Inspekteuren der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) und 14 Uno-Mitarbeitern bestehende Team war am Dienstag nach Syrien eingereist. Sie sollen den angeblichen Einsatz von Giftgas an mehreren Orten untersuchen und die Sicherstellung und Vernichtung der syrischen Chemiewaffen vorbereiten. Bei einer vorherigen Mission hatte das Team unter der Leitung des Schweden Åke Sellström nachgewiesen, dass am 21. August in der Nähe von Damaskus Giftgas eingesetzt worden war.

Der syrische Bestand an chemischen Kampfstoffen wird auf eintausend Tonnen geschätzt, verteilt auf landesweit 45 Standorte. Bis spätestens Ende Oktober müssen die internationalen Inspekteure alle Anlagen erstmals besichtigt haben.

suc/dpa/AFP



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