Giftgasangriffe Uno sieht Verbindungen Nordkoreas zu syrischen Chemiewaffen

Laut einem Uno-Bericht soll Nordkorea an Syrien mindestens 40 Mal Bauteile für Chemiewaffen geliefert haben. Demnach könnte Nordkorea von den Geschäften auch für seine Raketenprogramme profitiert haben.

Freiwillige Helfer nach Giftgasangriff in Chan Scheichun (Archiv, 2014)
Syria Civil Defence/ZUMA/DPA

Freiwillige Helfer nach Giftgasangriff in Chan Scheichun (Archiv, 2014)


Nordkorea hat einem Medienbericht zufolge Teile an die syrische Regierung geliefert, die auch für die Produktion von Chemiewaffen benutzt werden können. Dazu gehörten säurefeste Kacheln, Ventile und Thermometer, meldete die "New York Times" unter Berufung auf einen Bericht von Uno-Ermittlern. Nordkoreanische Raketentechniker seien zudem in bekannten syrischen Anlagen für Chemiewaffen und Raketen gesichtet worden.

Der Bericht wurde demnach von Uno-Experten geschrieben, die die Sanktionen gegen Nordkorea überwachen. Die Teile hätten zu mindestens 40 Lieferungen gehört, die zwischen 2012 und 2017 von Nordkorea an Syrien gegangen seien, meldete die "New York Times".

Laut dem Uno-Bericht gehe von einem solchen Handel zwischen Syrien und Nordkorea eine potenzielle Gefahr hervor. Er könnte Syrien ermöglichen, weiterhin Zugriff auf Chemiewaffen zu haben, während das Land gleichzeitig Nordkorea Geld für seine Nuklear- und Raketenprogramme zur Verfügung stellt.

Syrien hatte seine Chemiewaffen auf internationalen Druck nach einem Angriff mit Saringas auf das Rebellengebiet Ost-Ghuta im August 2013 vernichtet. Ermittler der Uno und der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) machten die Regierung in Damaskus jedoch für einen weiteren verheerenden Angriff mit Saringas auf den Ort Chan Scheichun im April 2017 verantwortlich. Aktivsten werfen der syrischen Armee zudem mehrere Bombardierungen mit Chlorgas vor. Syriens Regierung weist stets alle Anschuldigungen von sich.

cop/dpa



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