Leeres Pressestatement der Uno zu Syrien "Uns fehlen die Worte"

Das Kinderhilfswerk der Uno weiß sich mit Worten nicht mehr zu helfen. Angesichts Dutzender toter und verwundeter Kinder im syrischen Ost-Ghuta veröffentlicht Unicef eine leere Pressemitteilung.

Ost-Ghuta
AFP

Ost-Ghuta


Die beschränkte Macht der Vereinten Nationen (Uno) besteht darin, in Presseerklärungen auf Missstände in der Welt aufmerksam zu machen. Kaum eine Grausamkeit auf der Welt, die nicht in mehr oder weniger harschen Worten aus Genf oder New York verurteilt wird.

Doch der Krieg des Assad-Regimes gegen das eigene Volk macht die sonst wortgewaltige Organisation nach eigenen Worten sprachlos.

Angesichts der vielen Todesopfer durch Bombardements der Rebellenhochburg Ost-Ghuta - bei der laut Syrischer Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag auch zwölf Kinder ums Leben kamen - veröffentlichte das Uno-Kinderhilfswerk Unicef eine leere Presseerklärung.

"Keine Worte können den Kindern, Müttern, Vätern und ihren Angehörigen gerecht werden", heißt es in der bei Twitter veröffentlichten Erklärung, der dann sechs leere Zeilen folgen. Zu den Kindern, die derzeit in Syrien unter Beschuss stehen, fehlten ihnen die Worte, bedeuten die Hashtags #ChildrenUnderAttack und #RunningOutOfWords in dem Tweet.

Assads Truppen und die mit ihnen verbündete russische Armee wollen mit ihren intensivierten Angriffen auf die Region an der Stadtgrenze zu Damaskus offenbar eine Bodenoffensive vorbereiten. Ost-Ghuta wird seit Langem als eines von wenigen Gebieten im Land noch von Rebellen gehalten, darunter auch mehrere islamistische Gruppen.

cht



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