Syrien US-Koalition und von der Türkei unterstützte Rebellen beschießen sich

Beide sind in der Nato, doch im Syrienkrieg verfolgen die USA und die Türkei unterschiedliche Interessen. Jetzt ist es zu einem Schusswechsel gekommen, in den beide Seiten verwickelt waren.


Im Norden Syriens hat es einen Schusswechsel zwischen Militärtruppen der US-geführten Koalition und von der Türkei unterstützten Rebellen gegeben. In der Nähe der syrischen Stadt Manbij seien die Militärkräfte wiederholt beschossen worden, bevor sie selbst das Feuer erwiderten. Das sagte ein Sprecher der Koalition.

Der Vorfall zeigt, wie komplex die Lage im Norden Syriens ist. Dort operieren:

  • die syrische Armee - unterstützt von Russland,
  • kurdische Truppen - unterstützt von der US-geführten Koalition,
  • verschiedene syrische Rebellen - unter anderem unterstützt von der Türkei.

Die US-geführte Koalition hat sich nach dem Schusswechsel empört an die Türkei gewandt. Die Regierung in Ankara - eigentlich ein Nato-Verbündeter Washingtons - müsse den unterstützten Rebellen mitteilen, dass Schüsse auf Truppen der Koalition "inakzeptabel" seien, sagte der Sprecher.

Die US-Bodentruppen befinden sich in Syrien, um als Teil der Koalition die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) zu unterstützen. Das ist eine lokale Allianz kurdischer und arabischer Milizen, die gegen den sogenannten "Islamischen Staat" (IS) kämpft. Die Türkei wiederum beäugt die Unterstützung für kurdische Kämpfer mit Argwohn: Sie fürchtet separatistische Bestrebungen der Kurden im eigenen Land.

Mehrere Vorfälle in den vergangenen zwei Wochen

Zwischen den von der Türkei unterstützten Rebellen und den SDF ist es in anderen Bereichen von Nordsyrien schon oft zu kleineren Schusswechseln gekommen - allerdings dort, wo Truppen der US-geführten Koalition nicht patrouillierten.

"Unsere offenen Patrouillen, die in diesem Gebiet die Spannung niedrig halten sollen, wurden innerhalb der vergangenen zwei Wochen mehrfach beschossen", sagte der Koalitionssprecher nun: "Wir haben das unseren Ansprechpartnern in der Türkei mitgeteilt und werden die Patrouillen weiter durchführen. Wir sind allerdings immer bereit, uns in diesen Gebieten zu verteidigen."

Seit dem vergangenen Jahr wurden US-Truppen gefilmt, die in der Nähe von Gebieten patrouillierten, die sich unter der Kontrolle der von der Türkei unterstützten Rebellen befinden. Dabei zeigten sie eindeutig die US-Flagge.

Auch die russische Militärpolizei hat im Norden des Landes Patrouillen durchgeführt - in Gebieten, die von der syrischen Armee und der syrischen Kurdenmiliz YPG, dem Hauptbestandteil der SDF, kontrolliert werden.

aev/Reuters



insgesamt 57 Beiträge
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kater38 29.08.2017
1. tja
tja, was soll man da sagen....
alpacino201x 29.08.2017
2. Jaja die Amis
Egal was die Amis machen ist ok und kein EU Land würde sein Maul aufmachen. Todesstrafe passt. Länder besetzten passt. Krieg anstiften passt. Rohstoffe ausbeuten passt. Sich in EU Angelenheiten einmischen passt. Türkei macht da nicht mit.
Androupolis 29.08.2017
3.
Erdogan sollte das lieber lassen, wenn er bei so einer Aktion auch nur einen US-Soldaten angreift, kann das bei Trump eine harte Vergeltung nachsichziehen.
fatal.justice 29.08.2017
4. Ohne...
... die Unübersichtlichkeit der örtlichen Kampfhandlungen unterschätzen zu wollen: Die türkische Unterstützung unkontrollierbarer semi-islamistischer "Rebellen" dürfte in absehbarer Zukunft zu ernsthaften Konflikten innerhalb des NATO-Bündnisses führen. Man kann nicht egoistische Kriegsziele (Verhinderung einer autonomen kurdischen Region innerhalb Syriens) hinter dem NATO-Feigenblatt verbergen, wenn die Zerschlagung des eigentlichen Kriegsgegners des Bündnisses (IS) nur unzureichend und halbherzig verfolgt wird.
grommeck 29.08.2017
5. Was für schräge Typen wählen wir uns eigentlich an die Spitze??
Wir Wähler müßten eigentlich Schläge bekommen für unsere Unvernunft, Dummheit oder Gleichgültigkeit. In Kriegen sterben Menschen weil wir Charakterlose oder Kriminelle in unsere Parlamente lassen, die dann solche Verbrechen begehen und die ganze Welt schaut zu. In den 70ern hatten wir Nixon. Heute haben wir Trump und Erdogan und andere Geisteskranke.
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