Chemiewaffen in Syrien: Washington distanziert sich von Del Ponte

Regierungssprecher Carney: Hinweise für den Einsatz von Chemiewaffen Zur Großansicht
AP/dpa

Regierungssprecher Carney: Hinweise für den Einsatz von Chemiewaffen

Erst die Vereinten Nationen, jetzt die USA: Das Weiße Haus beurteilt Carla Del Pontes Aussagen zum möglichen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien skeptisch. Die Uno-Expertin hatte behauptet, es gebe Beweise für den Giftgas-Einsatz durch Assad-Gegner.

Washington - Das Weiße Haus hat der Uno-Expertin Carla Del Ponte widersprochen. Man sei "höchst skeptisch", dass syrische Rebellen chemische Waffen benutzt haben sollen. Im Gegenteil, es sei sehr wahrscheinlich, dass das Regime von Präsident Baschar al-Assad Giftgas eingesetzt habe, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, am Montag.

Laut der US-Regierung gibt es Hinweise für den Einsatz von Chemiewaffen. Noch würden die USA aber nach beweiskräftigen Belegen suchen. Wann die Ermittlungen dazu abgeschlossen sein werden, könne das Weiße Haus derzeit nicht sagen.

Del Ponte hatte in einem Fernsehinterview gesagt: "Nach den Aussagen, die wir gesammelt haben, haben die Rebellen Chemiewaffen eingesetzt und auf das Gas Sarin zurückgegriffen." Sie ist Mitglied der Kommission, die Menschenrechtsverletzungen in Syrien untersucht - für den Einsatz von Chemiewaffen gibt es jedoch einen gesonderten Ausschuss.

Zuvor hatte bereits die unabhängige Syrien-Kommission der Vereinten Nationen die Aussagen der Uno-Expertin skeptisch bewertet. Es gebe "keine beweiskräftigen Ermittlungsergebnisse für einen Chemiewaffeneinsatz in Syrien durch irgendeine der an dem Konflikt beteiligten Parteien".

Das Assad-Regime und die Rebellen beschuldigen sich gegenseitig, das Giftgas Sarin bei drei Gefechten eingesetzt zu haben. Dabei geht es um Vorfälle in Aleppo und Damaskus im März sowie einen weiteren im Dezember in Homs.

max/Reuters/AP

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insgesamt 132 Beiträge
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1. Eine eigene Kommission für Giftgasanschläge?
nano-thermit 06.05.2013
Ach, eine eigene Kommission für Giftgas? Ich Rate hier mal, sie besteht aus USraelis und jeweils einem Mitglied einer Waffenschmiede, für Northrop, Boeing, Raytheon etc? Ja da ist die Carla aber doof wenn sie u gefragt die Wahrheit sagt. Ihr geht es um Menschenrechte, daher ihr vorpreschen. In diplomatischer Sprache ist dies äußerst beunruhigend u d sie weiß etwas schlimmes. Ich vermute der NATO Angriff, ich meine, der Befreiungsschlag der Rebellen steht kurz bevor und wie zuvor in Afghanistan und Irak müssen Millionen ihr leben lassen für diese Befreiung. Ich sage Thank You for bei g so brave and for fighting g for the people Carla!!!!
2.
DJ Doena 06.05.2013
Zitat von sysopAP/dpaErst die Vereinten Nationen, jetzt die USA: Das Weiße Haus beurteilt Carla Del Pontes Aussagen zum möglichen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien skeptisch. Die Uno-Expertin hatte behauptet, es gebe Beweise für den Giftgas-Einsatz durch Assad-Gegner. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-us-regierung-distanziert-sich-von-carla-del-ponte-a-898436.html
Wieso? Weil es nicht ins gewünschte Narrativ passt?
3. nun doch Assad?
pennywise_the_clown 06.05.2013
Was soll dieses Possenspiel? Gibt es B E W E I S E das Giftgas eingesetzt wude? Nein keine Hinweise - BEWEISE? Wenn es die gibt kann man fragen wer den nun? Aber es wird munter spekuliert ...
4.
kuac 06.05.2013
Zitat von sysopAP/dpaErst die Vereinten Nationen, jetzt die USA: Das Weiße Haus beurteilt Carla Del Pontes Aussagen zum möglichen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien skeptisch. Die Uno-Expertin hatte behauptet, es gebe Beweise für den Giftgas-Einsatz durch Assad-Gegner. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-us-regierung-distanziert-sich-von-carla-del-ponte-a-898436.html
Wer lügt hier? Del Ponte oder Obama?
5. ...
ein anderer 06.05.2013
Zitat von sysopAP/dpaErst die Vereinten Nationen, jetzt die USA: Das Weiße Haus beurteilt Carla Del Pontes Aussagen zum möglichen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien skeptisch. Die Uno-Expertin hatte behauptet, es gebe Beweise für den Giftgas-Einsatz durch Assad-Gegner. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-us-regierung-distanziert-sich-von-carla-del-ponte-a-898436.html
Wahnsinn, Del Ponte muss den Mächtigen voll auf die Füsse getreten sein, dass jetzt auch der SPON davon redet Ponte hätte von Beweisen gesprochen.
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Eskalation im Syrien-Konflikt: Obama unter Druck

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Flüchtlingskrise in Syrien


Assads Arsenal an Chemiewaffen
Giftarten
Syriens Vorräte an Chemiewaffen gelten als die größten in der Region und sollen unter anderem aus Sarin, Senfgas und VX bestehen. Nach den Niederlagen in den Kriegen gegen Israel in den Jahren 1967, 1973 und 1982 begann die Regierung in Damaskus in den frühen achtziger Jahren, ein Arsenal an Chemiewaffen zu unterhalten und durch Zukäufe zu erweitern.
Menge
Experten von Global Security schätzten unter Berufung auf den US-Geheimdienst CIA, dass mehrere Hundert Liter Kampfstoff vorhanden sind und jährlich Hunderte Tonnen Vorläuferstoffe produziert werden.
Produktion
Der Aufbau eigener Produktionsstätten begann bereits 1971 in Damaskus. Experten von Global Security haben vier mutmaßliche Produktionsstätten ausgemacht: Zum einen nördlich von Damaskus und nahe der Industriestadt Homs. In Hama soll eine Anlage neben Sarin und Tabun auch VX herstellen. Eine vierte Stätte soll sich in der Hafenstadt Latakia am Mittelmeer befinden.
Trägersysteme
Das Land soll der Nuclear Threat Initiative (NRI) zufolge über Scud- und SS-21-Raketen, Artilleriegeschosse und Bomben als Trägersysteme verfügen.
C-Waffenkonvention
Die Regierung in Damaskus hat die Chemiewaffenkonvention von 1992 nicht unterzeichnet, die den Einsatz, die Herstellung und Lagerung von chemischen Kampfstoffen untersagt.