Krieg in Syrien US-Senatoren wollen Waffen an Rebellen liefern

Bisher halten sich die USA im Syrien-Konflikt zurück - doch damit soll Schluss sein, fordern Politiker. Drei einflussreiche Senatoren wollen Sicherheitszonen schaffen und die Rebellen mit Waffen beliefern - auch um die Macht der Islamisten zu beschränken.

Syrische Rebellen: US-Politiker fordern Waffenlieferungen
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Syrische Rebellen: US-Politiker fordern Waffenlieferungen


New York - Die drei Senatoren Joe Liebermann, John McCain und Lindsey Graham haben die Regierung in Washington aufgefordert, ihre bisherige Zurückhaltung aufzugeben und die syrischen Rebellen mit Waffen zu unterstützen. Außerdem müsse eine Sicherheitszone im Land geschaffen werden, innerhalb derer eine Übergangsregierung die Arbeit aufnehmen könne. "Wir sollten der Opposition gegen Assad Waffen liefern", sagte Liebermann, ein früherer Vizepräsidentschaftskandidat der Demokraten.

Nachdem die Gegner des syrischen Regimes einen Teil des Landes im Norden unter ihre Kontrolle gebracht hätten, könne man diese nun mit der Schaffung einer Sicherheitszone unterstützen. "Wenn wir ihnen helfen, sie vor Assads Hubschraubern und Flugzeugen zu schützen, können sie dort eine Übergangsregierung bilden", sagte Lieberman, der zusammen mit seinen republikanischen Senatskollegen McCain und Graham in den vergangenen Tagen durch den Nahen Osten gereist war. Lieberman und McCain vertraten dabei die Ansicht, dass Islamisten zunehmend an Einfluss in dem Konflikt gewönnen, wenn der Westen sich weiter zurück halte.

Durch den Krieg in Syrien hat sich die Zahl der Menschen, die Hilfe brauchen, nach Angaben der Vereinten Nationen seit Juli auf 2,5 Millionen verdoppelt. Deshalb müsse auch die Hilfe für die Menschen in Syrien verdoppelt werden. 347 Millionen Dollar würden für die Unterstützung bedürftiger Menschen benötigt, hieß es am Freitag in New York. Unter den Flüchtlingen seien auch mehr als eine halbe Million Kinder, die ihr Zuhause hätten verlassen müssen.

Türkei: Deutschland soll Flüchtlinge aufnehmen

Nach dem Willen der Türkei soll sich gerade Deutschland stärker engagieren und auch Flüchtlinge aufnehmen. Der türkische Botschafter Hüseyin Avni Karslioglu sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", sein Land habe Hilfen im Wert von mehr als 300 Millionen Euro für geflohene Syrer mobilisiert. Dies sei mehr als alle EU-Staaten zusammen.

Indirekt warf er Deutschland vor, sich nur um die Christen in Syrien zu sorgen. "In Syrien geht es allerdings nicht nur um Christen", sagte Karslioglu. "Es geht um Menschen in Bedrängnis, denen dringend geholfen werden muss, egal welcher Religion sie angehören."

"In den von uns eingerichteten Aufnahmelagern sind jetzt gut 80.000 Flüchtlinge registriert", sagte Karslioglu. Benötigt werde nicht nur Geld. "Deutschland und die anderen europäischen Länder müssen sich auch stärker für die Aufnahme syrischer Flüchtlinge öffnen."

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte zu Wochenbeginn nicht ausgeschlossen, dass Deutschland künftig Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen könnte, "um ihnen zu helfen, oder sie auch medizinisch zu versorgen". Priorität habe aber die Hilfe vor Ort.

Am Samstag trafen sich US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr russischer Amtskollege Sergej Lawrow am Rande des Wirtschaftsforums Apec zu einem Sondertreffen, um über eine mögliche Lösung des Syrien-Konflikts zu sprechen. Dabei wurde deutlich, dass Russland weiter auf die bisherige Regierung um Präsident Baschar al-Assad setzt.

Lawrow kritisierte im Anschluss an das Treffen die geplante Bildung einer Übergangsregierung durch die Opposition in Damaskus scharf. Der "konfrontative Schritt" trage nicht zur Lösung bei. Stattdessen will sich Russland im Uno-Sicherheitsrat für eine Einigung auf Grundzüge eines politischen Übergangs in Syrien einsetzen. Es gebe die Idee, eine Sondersitzung des Sicherheitsrats mit syrischen Ministern einzuberufen, sagte Lawrow. Sanktionen gegen Syriens Regierung lehne Russland aber weiter ab.

stk/dapd/Reuters/dpa/AFP

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insgesamt 118 Beiträge
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Seite 1
zroone 08.09.2012
1.
Zitat von sysopREUTERSBisher halten sich die USA im Syrien-Konflikt zurück - doch damit soll Schluss sein, fordern Politiker. Drei einflussreiche Senatoren wollen Sicherheitszonen schaffen und die Rebellen mit Waffen beliefern - auch um den Einfluss der Islamisten zu beschränken. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,854648,00.html
das ist ja wohl der witz des tages! die amis mischen im syrien-konflikt von anfang an mit und versorgen die rebellen über diverse organisationen mit geld und über ihre arabischen verbündeten auch mit waffen und kriegsgerät etc. glaubt hier etwa irgendwer im nahen oste passiert etwas von diesem ausmaß ohne die einwilligung der amis?! hier erfährt man was sache ist: Schlag gegen Syrien – Ziel: Russland - Die wahren Gründe für das Engagement der USA am Mittelmeer - NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - info@nrhz.de - Tel.: +49 (0)221 22 20 246 - Fax.: +49 (0)221 22 20 247 - ein Projekt gegen den schleichenden V (http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18157)
schandmaul1000 08.09.2012
2. Wär doch gelacht
wenn unsere amerikanischen Freunde nicht noch einen zweiten Irak diesmal ohne eigene Soldaten inszeniert bekommen.Hoch lebe der Brandstifter !!!
andlinx 08.09.2012
3. Propagandamüde
Das Problem der Amis ist doch, dass ihre Propagande seit dem Irakkrieg nicht mehr die erhoffte Wirkung erzielt. Die meisten wissen einfach, dass es sich bei diesem "Konflikt" in Wahrheit um die Vorbereitung eines Angriffkrieges "des ach so friedliebenden Westens" handelt.
Sleeper_in_Metropolis 08.09.2012
4.
---Zitat--- Drei einflussreiche Senatoren wollen Sicherheitszonen schaffen und die Rebellen mit Waffen beliefern - auch um den Einfluss der Islamisten zu beschränken. ---Zitatende--- Das dürfte aber schwierig werden, denn wer weiß in solchen Gegenden schon, welche Gruppe da was will, mit wem sie kooperiert und wie lange sich ihre Gesinnung hält ? Die Rebellen mit Waffen zu unterstützen mag in der Theorie eine gute Sache sein, in der Praxis kann das auch nach hinten los gehen.
ein anderer 08.09.2012
5. ...
Zitat von sysopREUTERSBisher halten sich die USA im Syrien-Konflikt zurück - doch damit soll Schluss sein, fordern Politiker. Drei einflussreiche Senatoren wollen Sicherheitszonen schaffen und die Rebellen mit Waffen beliefern - auch um den Einfluss der Islamisten zu beschränken. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,854648,00.html
Weshalb kann man heute mit bestimmtheit behaupten, dass sich die USA im Syrienkonflikt zurückhält? Stellt man sich da nicht Blind gegenüber der Vergangenheit. Z.B. die unterstützung der Contras durch die USA kam auch erst später ans Tageslicht. Die massgebliche Verwicklung der USA in den Putsch in Chile kam auch erst viel später aus. Aus dieser langjährigen Erfahrung zu was die USA fähig sind, sollte man doch dieses Wissen in die Wortwahl miteinfliessen lassen. Z.B. so: Nach heutiger Informationslage halten sich die USA aus Syrien zurück.
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