Krieg in Syrien USA kritisieren Russland für Nutzung iranischer Stützpunkte

Die Verlegung russischer Kampfjets nach Iran sorgt für Unmut bei der US-Regierung. Die ohnehin kontroverse Lage in Syrien werde damit noch komplizierter, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

Russischer Kampfjet vom Typ TU22M3 (Archivbild)
REUTERS

Russischer Kampfjet vom Typ TU22M3 (Archivbild)


Die USA haben Russland wegen der Nutzung iranischer Stützpunkte für Luftangriffe in Syrien kritisiert. Dies sei ein "unglückliches" Vorgehen und stelle eine mögliche Verletzung des Waffenembargos gegen Iran dar, sagte US-Außenamtssprecher Mark Toner.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow wies die Kritik zurück. Die russische Luftwaffe startete am Mittwoch erneut vom iranischen Stützpunkt Hamadan aus zu Angriffen in Syrien.

Diese Entwicklung sei "unglücklich, aber nicht überraschend oder unerwartet", sagte Toner. Die Einbeziehung Irans mache eine "ohnehin schon kontroverse und komplizierte Situation noch komplizierter", fügte der US-Außenamtssprecher hinzu. Das Ziel einer landesweiten Beendigung der Kämpfe in Syrien rücke dadurch in noch weitere Ferne.

Die Nutzung des iranischen Stützpunkts durch Russland könnte laut Toner zudem eine Verletzung des Waffenembargos gegen Iran darstellen. Danach bedarf der Verkauf, die Lieferung oder der Transfer von Kampfflugzeugen in Iran einer Genehmigung des Uno-Sicherheitsrats.

Lawrow: "Gibt nichts zu diskutieren"

Lawrow sagte, es gebe "keinen Grund, Russland eine Verletzung der Resolution vorzuwerfen". Es habe weder einen "Verkauf noch eine Lieferung oder einen Transfer von Kampfflugzeugen an Iran" gegeben. Die russischen Kampfjets beteiligten sich lediglich auf Bitten der syrischen Führung und mit Zustimmung Teherans an einem Anti-Terror-Einsatz in Syrien. "Hier gibt es nichts zu diskutieren", sagte Lawrow.

Die russische Luftwaffe hatte am Dienstag erstmals von Iran aus Angriffe auf Ziele in Syrien geflogen. Russische Kampfjets starteten nach Angaben Moskaus vom iranischen Stützpunkt Hamedan, um den "Islamischen Staat" (IS) und die Dschabhat Fatah al-Scham, die frühere Al-Nusra-Front, anzugreifen. In Iran erklärte der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Schamkani, im Rahmen des "Anti-Terror-Kampfs" tauschten sein Land und Russland "Mittel und Infrastruktureinrichtungen" aus.

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cte/AFP

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