Streit über mutmaßlichen Giftgasangriff USA kündigen weitere Sanktionen gegen Russland an

Im Streit über einen mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien legen die USA nach: Die Regierung in Washington will gegen russische Unternehmen vorgehen, die in Verbindung mit dem Einsatz von Chemiewaffen stehen.

US-amerikanische Uno-Botschafterin Nikki Haley
REUTERS

US-amerikanische Uno-Botschafterin Nikki Haley


Die US-amerikanische Uno-Botschafterin Nikki Haley hat nach den Luftangriffen in Syrien neue Wirtschaftssanktionen gegen Russland angekündigt. Finanzminister Steven Mnuchin werde die Strafmaßnahmen am Montag bekannt geben, sagte Haley dem Sender CBS.

Die Sanktionen sollen sich demnach gegen Unternehmen richten, die Produkte herstellen, die in Verbindung mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad oder dem Einsatz von Chemiewaffen stehen. Eine Vertreterin der US-Regierung hatte am Samstag gesagt, es gebe Hinweise auf einen Einsatz der Nervengifte Chlorgas und Sarin bei dem Angriff in der Stadt Duma.

Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten in der Nacht zum Samstag als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgasangriff drei Ziele in Syrien angegriffen, die nach ihrer Darstellung in Verbindung mit Chemiewaffen stehen. Die drei Staaten machen Assad für den mutmaßlichen Gasangriff vom 7. April verantwortlich. Nach Angaben der Zivilschutzorganisation Weißhelme wurden dabei mindestens 43 Menschen getötet.

Putin warnt Washington

Der mutmaßliche Giftgaseinsatz und der Luftangriff als Reaktion darauf hatten in den vergangenen Tagen erhebliche diplomatische Verstimmungen ausgelöst - insbesondere zwischen den USA und Russland. Zuletzt hatte der russische Präsident Wladimir Putin die USA und ihre Verbündeten vor weiteren Luftangriffen auf syrische Stellungen gewarnt.

Die USA hatten erst vor wenigen Wochen Sanktionen gegen Russland verhängt - "für destabilisierende Aktivitäten" und "böswillige russische Cyberaktivitäten" im US-Wahlkampf. Die Strafmaßnahmen gegen 19 Russen und fünf Organisationen zielten vor allem auf die berüchtigte "Troll-Fabrik" des Oligarchen Jewgenij Prigoschin.

mxw/dpa

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micromiller 15.04.2018
1. Es scheint einzig und alleine um
den grossen Wirtschaftskrieg zu gehen. Trump & Co wollen Russlands Wirtschaft in Schwierigkeiten bringen und sind auf dem besten Weg das auch zu tun. Die Aluminium Industrie ist bereits hart getroffen und weitere Bereiche sollen wohl folgen. Wenn Russische Grossunternehmen vom Globalen Bank und Börsensystem ausgeschlossen werden, kann das sehr schnell zu Liquiditätsproblemen der Firmen führen. Offensichtlich hat Trump die Chinesen vergessen, die sich ebenfalls bedrängt fühlen und ihre Verbindung mit Russland noch weiter verfestigen werden. Es ist an der Zeit das Europa endlich aufwacht und eine von den Blöcken unabhängige Politik im INTERESSE Europas durchsetzt. Wir stehen offenbar vor einem Weltwirtschaftskrieg in dem es keine Gewinner gibt aber grosse und sehr grosse Verlierer unsere Politiker sollten Europa unabhängig machen und einen Kurs der Verständigung und Öffnung einschlagen, das ist zwar anstrengend aber hilft allen .
berndpaulwilli 15.04.2018
2. Was soll das?
Was soll das denn schon wieder? Beweise liegen doch überhaupt nicht vor! Eine USA, in der Rassismus, Nazi-Banden, fundamentalistische Christen, Kreationisten, Ku-Klux-Klan, Teaparty und sonstige hinterwäldlerische Organisationen neben Trump in der Politik mitmischen, sollte man nicht weiterhin als den Maßstab der sogenannten freien Welt betrachten. Leider ticken unsere Politiker bedauerlicherweise anders und rechtfertigen auch noch diese wahnsinnigen völkerrechtswidrigen Überfälle und die sinn freien Sanktionen. Es wird immer mal wieder erst geschossen und dann nachgefragt, wenn überhaupt. Ich empfinde dieses Vorgehen unserer politischen Repräsentanten einfach nur peinlich und verachtungsvoll. Diese kriegerischen Handlung stehen konträr zu unserem Grundgesetz. Dieses sollte unsere Regierung doch im Hinterkopf haben. Wann hört diese sklavische Abhängigkeit von den USA endlich auf? Wir sollten diese militärischen Aggressionen der USA in unserer Hemisphäre zu verhindern versuchen, aber nicht rechtfertigen. Die USA haben seit dem Sezessionskrieg keine kriegerische Handlungen auf eigenen Gebiet erfahren. Die restliche Welt wird von ihr damit aber immer wieder "beglückt". Die USA hat nach dem 2. Weltkrieg die meisten Angriffskriege für ihre zweifelhaften Interessen geführt. Siehe: < https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Militäroperationen_der_Vereinigten_Staaten>. Die Liste von Russland ist wesentlich kürzer und enthält im wesentlichen Konflikte innerhalb des Warschauer Pakts in der Zeit des kalten Krieges. Das kann man nachlesen: < https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Militäroperationen_Russlands_und_der_Sowjetunion >. Ich finde den Überfall auf Syrien unbegründet und verwerflich, vor allem deshalb auch, weil Russland hier nun nur einmal die berechtigten eigenen Interessen verfolgt. Das hat aber die USA schon immer für sich überall in der Welt in Anspruch genommen. Die USA dürfen, Russland nicht. So geht es einfach nicht. Ohne die Einmischung der USA gäbe es nicht so viel Unruhe im Nahen Osten und alles wäre stabiler.
krauseberg 15.04.2018
3. Putins aggressive Kriegspolitik, Ukraine, Syrien, Skrypal
Zitat von micromillerden grossen Wirtschaftskrieg zu gehen. Trump & Co wollen Russlands Wirtschaft in Schwierigkeiten bringen und sind auf dem besten Weg das auch zu tun. Die Aluminium Industrie ist bereits hart getroffen und weitere Bereiche sollen wohl folgen. Wenn Russische Grossunternehmen vom Globalen Bank und Börsensystem ausgeschlossen werden, kann das sehr schnell zu Liquiditätsproblemen der Firmen führen. Offensichtlich hat Trump die Chinesen vergessen, die sich ebenfalls bedrängt fühlen und ihre Verbindung mit Russland noch weiter verfestigen werden. Es ist an der Zeit das Europa endlich aufwacht und eine von den Blöcken unabhängige Politik im INTERESSE Europas durchsetzt. Wir stehen offenbar vor einem Weltwirtschaftskrieg in dem es keine Gewinner gibt aber grosse und sehr grosse Verlierer unsere Politiker sollten Europa unabhängig machen und einen Kurs der Verständigung und Öffnung einschlagen, das ist zwar anstrengend aber hilft allen .
Nein, es geht darum Putins kriegerische Aussenpolitik zu stoppen. Und da ist der Einsatz von schmerzhaften Sanktionen immer besser als der Einsatz von Waffen, Russlands Volkswirtschaft ist nur als Rohstofflieferant interessant, da es Putin nicht gelungen ist das produzierende Gewerbe aufzubauen und in Forschung und Entwicklung zu investieren. Putin investiert eben jede Kopeke in Aufrüstung und Kriege.
magier 15.04.2018
4.
Der Anlass ist mittlerweile beliebig. Die Russlandsanktionen dienen einzig und allein dem Zweck, die russische Wirtschaft zu schwächen und die amerikanische zu stärken, siehe Alu-Industrie. Einen Vorwand finden die immer.
ynwa_ 15.04.2018
5. Na na
Warum so einseitig? Vielleicht sollten Sie sich mal eingehend mit US Außenpolitik der letzten Jahrzehnte beschäftigen. Die gleichen Massstäbe wie gegen Russland angelegt, müsste die USA vom globalen schon längst ausgeschlossen sein. Nein, unter dem Deckmantel des Pseudhumanismus wird hier zynische und Wirtschaftspolitik betrieben . Dumm nur, dass der deutsche MIchel es nicht merkt, dass der US Protektionismus auch der deutschen Wirtschaft schadet, aber Hauptsache wir habe es den bösen Russen gezeigt.
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