Kampf um Rakka USA schicken Hunderte Marines nach Syrien

Erst wollten die USA keine Bodentruppen nach Syrien schicken. Dann kamen doch einzelne Spezialeinheiten. Die Trump-Regierung verdoppelt die Präsenz in Syrien nun noch einmal.

Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte nördlich von Rakka
REUTERS

Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte nördlich von Rakka


Die USA haben weitere 400 Soldaten nach Syrien verlegt. Darunter sind mehrere Hundert Marines und sogenannte Army Ranger. Mit schwerer Artillerie sollen sie die Eroberung der Stadt Rakka unterstützen, dem Hauptquartier der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

Die Amerikaner haben die Anzahl ihrer Bodentruppen in Syrien damit nahezu verdoppelt. Barack Obama hatte in seiner Zeit als Präsident Bodentruppen in Syrien zunächst ausgeschlossen. 2015 schickte er dann doch erste Spezialeinheiten in das Bürgerkriegsland. Bis 2017 wuchs die Zahl der Soldaten auf rund 500 an.

Die USA unterstützen in Syrien das Bündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Zu diesem gehört auch die kurdische YPG-Miliz. Seit November konzentriert sich das Bündnis auf die Einkesselung Rakkas. Die Marines sollen nun Artillerie-Geschütze in Stellung bringen. Die Soldaten sollen aber nicht direkt an der Front eingesetzt werden, sagte ein Armeesprecher.

Luftangriffe töten 23 Zivilisten

Kurdische Milizionäre haben nach eigenen Angaben mittlerweile die letzte größere Straße aus Rakka heraus abgeriegelt. Es werde aber noch einige Wochen dauern, Rakka zu isolieren, sagte der US-Armeesprecher.

Einem Bericht der oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge starben bei den Kämpfen um die Stadt wieder zahlreiche Zivilisten. Bei Luftangriffen seien 23 Zivilisten, darunter acht Kinder, getötet worden. Vermutlich habe die US-geführte Koalition die Angriffe geflogen. Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurden durch Luftschläge der Koalition seit Herbst 2014 mindestens 890 Zivilisten in Syrien getötet.

Bei weiteren Luftangriffen auf den Ort Majadin nördlich der IS-Bastion Deir al-Sor seien sieben Menschen getötet worden, darunter ein Ehepaar und drei Kinder, teilte die Organisation weiter mit. Mehr als 70 Menschen seien verletzt worden. Wahrscheinlich russische Jets hätten zwei Angriffswellen geflogen. Nach Rakka ist Deir al-Sor die größte syrische Stadt unter Kontrolle des IS. Der größte Teil der Großstadt am Euphrat ist in den Händen der Dschihadisten, am Rande des Ortes hält das Regime eine Enklave, in der rund 100.000 Zivilisten leben. Die Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte lassen sich nicht unabhängig überprüfen, haben sich aber in der Vergangenheit immer wieder als zutreffend erwiesen.

sep/Reuters/AP

insgesamt 109 Beiträge
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karl-ecker 09.03.2017
1. Was verstehen Sie......
bei Artillerie Stellungen darunter, dass die Soldaten nicht direkt an die Front geschickt wurden? Meinen Sie, die 20 Kilometer, welche die Geschütze hinter der Front stehen und diese beschießen, würde einen Feind daran hindern, diese unter Umständen mit einer Luftwaffe, wie antik die auch immer sein möge, anzugreifen? Artellerie nicht an der Front, besser lassen sich Kriegsbegriffe kaum verharmlosen, man sollte nicht alles berichten, was einem Mllitärs so erzählen.
merkur08 09.03.2017
2. Ich dachte Trump wollte sich aus Syrien zurueckziehen
Offensichtlich doch nicht. Waere auch dumm Russland und dem Iran das Feld freiwillig zu ueberlassen.
Gauswadl 09.03.2017
3. Jetzt werden die verkloppt, verkloppt, verkloppt.
Denn Landkrieg konnte die USA noch nie. Die GI´s haben wieder einen gut ausgerüsteten, kampferprobten Gegner gegen sich. Wie damals in Vietnam. Wer sich nicht ab März 2011 von den Medien verdummen liess weiss, dass die USA mit ihrem Versuch des "regime change" in Syrien gescheitert sind, den sie mit gekauften Kräften (Warlords) und Terroristen gegen die Bevölkerung durchführen wollte. Ich erinnere an die Massaker am Anfang dieses verdeckten Angriffskrieges, die nur diesem Zweck des Terrors der syrischen Zivilisten dienten. Der Spiegel hingegen schrieb von "Demonstranten", "Menschenrechtsaktivisten" und "Deserteure" als Sprachregelung der CIA for all embedded journalists.
alexanderrr 09.03.2017
4. das kann ja heiter werden
Überall wird es nur schärfer, verworrener. Merkwürdige Regierungen oder Politische Wendungen wohin man auch schaut. Viele sind entweder direkt oder indirekt involviert oder bekommen die Folgen zu spüren. Ich sehe Nichts und Niemanden der dagegensteuert, jedenfalls nicht mit Wirkung.
Teile1977 09.03.2017
5. Vorwürfe
Hmm, waren nicht genau das die Dinge mit denen Dump so gegen Clinton gehetzt hat? So von wegen Kriegstreiberin und so die Amerika in alle möglichen Kriege verwickeln würde? Warum hält sich der Typ nicht zumindest an seine Wahlversprechen die so etwas NICHT versprachen?
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