Nach Trump-Drohung Weiterhin Kontakt zwischen Moskau und Washington in Syrienkrise

Trotz aller Drohgebärden in der Syrienkrise: Moskau und Washington sprechen über eine extra eingerichtete Telefonleitung offenbar weiter miteinander. Und Donald Trump rudert ein wenig zurück.

Russische Soldaten in Syrien (Archiv)
AFP

Russische Soldaten in Syrien (Archiv)


Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, militärisch auf den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien zu reagieren, ist Russland alarmiert. Die Armee ist mit 15 Schiffen der Schwarzmeerflotte vor der syrischen Küste aktiv. Zudem sind Patrouillenflugzeuge des Typs II-38H vor Kurzem nach Syrien verlegt worden, wie die russische Tageszeitung "Kommersant" berichtet.

Um Entschlossenheit zu demonstrieren, habe die russische Marine zudem Gefechtsübungen angesetzt. Deshalb ist die Zone vor der syrischen Küste in den kommenden zehn Tagen immer wieder tagsüber gesperrt.

Russlands Armee erwarte laut nicht näher benannten Quellen, dass ihr die Koordinaten der Ziele vom Pentagon übergeben werden. Dies war auch im vergangenen Jahr so geschehen, als die USA nach dem Giftgasangriff auf die syrische Stadt Chan Scheichun einen syrischen Stützpunkt von Machthaber Baschar al-Assad mit "Tomahawk"-Marschflugkörpern angegriffen hatten.

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Russland und die USA stehen nach Angaben des Präsidialamtes in Moskau wegen der Syrienkrise auch weiterhin in Kontakt. Die entsprechende Telefonleitung werde von beiden Seiten genutzt. Vorerst sei aber zwischen Präsident Wladimir Putin und seinem Kollegen Donald Trump kein Telefonat auf höchster Ebene geplant.

Trump selbst ruderte am Donnerstag ein wenig zurück. Auf Twitter schrieb der US-Präsident, er habe nie gesagt, wann ein Angriff auf Syrien erfolgen werde. "Es kann sehr bald oder überhaupt noch nicht so bald sein. Auf jeden Fall haben die USA unter meiner Regierung eine tolle Arbeit geleistet, die Region vom IS zu säubern. Wo bleibt das 'Danke, Amerika?'"

Putin hatte am Mittwoch mit Israels Premier Benjamin Netanyahu telefoniert. In den eskalierenden Konflikt schaltet sich nun auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ein. Er habe mit seinem Kollegen Donald Trump am Mittwoch telefoniert und werde dies mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin am Donnerstagabend tun, sagte Erdogan.

dop/heb/Reuters



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