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Syrien: USA und Russland wollen Feuerpause ab Samstag

Am Samstag soll in Syrien eine Feuerpause beginnen - Angriffe auf den "Islamischen Staat" und die Nusra-Front sollen trotzdem weitergehen. Darauf haben sich die USA und Russland geeinigt.

Kämpfe in Aleppo: Feuerpause soll ab Samstag gelten Zur Großansicht
AFP

Kämpfe in Aleppo: Feuerpause soll ab Samstag gelten

Die USA und Russland haben sich auf einen konkreten Plan zu einer Feuerpause in Syrien ab diesem Samstag geeinigt. Nach Angaben des US-Außenministeriums haben sich beide Seiten auf die Bedingungen für den "Stillstand der Feindseligkeiten" geeinigt.

Der Waffenstillstand soll demnach Angriffe auf den "Islamischen Staat" (IS) und den Qaida-Ableger Nusra-Front ausnehmen. Russland bestätigte die Einigung mit den USA und erklärte ebenfalls, der Vorschlag zur Waffenpause betreffe nicht den Islamischen Staat (IS), die Nusra-Front sowie andere Terrororganisationen, die vom Weltsicherheitsrat als solche eingestuft wurden.

Offenbar haben sich auch die syrischen Konfliktparteien auf ein vorläufiges Abkommen über eine Feuerpause geeinigt. Es handle sich um ein provisorisches Abkommen, das auf "internationalen Garantien" fuße, zitierte der oppositionsnahe Fernsehsender Orient TV den Vorsitzenden des Hohen Verhandlungsrats, Riad Hidschab. Das wichtigste Oppositionsbündnis traf sich in Saudi-Arabien, um den gemeinsamen Plan der USA und Russlands zur Beendigung der Feindseligkeiten zu besprechen.

Umsetzung der Feuerpause bleibt fraglich

Bereits am Sonntag hatten sich US-Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow grundsätzlich und vorläufig auf eine Feuerpause verständigt.

Die Umsetzung einer Waffenruhe bleibt - auch bei einer Einigung - mehr als fraglich. In den vergangenen fünf Jahren des Krieges hatte es immer wieder Vereinbarungen zu Feuerpausen gegeben, die nicht eingehalten wurden.

Heftige Kämpfe überschatten die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft für das Bürgerkriegsland. Regimeviertel in der syrischen Hauptstadt Damaskus wurden von den blutigsten Anschlägen der IS-Terrormiliz erschüttert. Mindestens 184 Menschen kamen dabei ums Leben. Allein am südlichen Rand von Damaskus rissen Bomben mindestens 120 Menschen in den Tod, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete.

IS bekennt sich zu Bomben in Damaskus und Homs

In Homs starben den Menschenrechtsbeobachtern zufolge 64 Menschen, als in dem vor allem von der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnten Stadtteil Sahraa zwei Autobomben detonierten. Die Familie von Präsident Baschar al-Assad sowie wichtige Säulen des syrischen Regimes gehören den Alawiten an.

Der IS übernahm in Interneterklärungen die Verantwortung für die Anschläge. Allerdings ließen sich die Bekenntnisse nicht unabhängig überprüfen. Die Extremisten beherrschen im Norden und Osten Syriens noch immer riesige Gebiete, mussten zuletzt aber Niederlagen auch gegen das Regime hinnehmen.

Erst Ende Januar war es in beiden betroffenen Gebieten zu ähnlichen Anschlägen mit Dutzenden Toten gekommen. Auch hier bekannte sich der IS zu den Taten. Die sunnitischen Dschihadisten sehen Angehörige anderer muslimischer Glaubensrichtungen als Abtrünnige.

anr/AP/Reuters

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Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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