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Hilfszahlung: USA unterstützen syrische Opposition mit 70 Millionen Dollar

Kämpfer der syrischen Opposition (Archivbild): Neue Hilfen aus den USA Zur Großansicht
AFP

Kämpfer der syrischen Opposition (Archivbild): Neue Hilfen aus den USA

Finanzspritze aus Washington: Das US-Außenministerium will weitere 70 Millionen Dollar nach Syrien überweisen. Die Hilfen sollen an "überprüfte Einheiten der Opposition" gehen.

Washington - Die USA verstärken ihr finanzielles Engagement in Syrien. Wie das Außenministerium am Freitag mitteilte, stehen weitere 70 Millionen Dollar kurz vor der Freigabe. Noch seien aber Verhandlungen mit dem Kongress über die Zahlung in das Bürgerkriegsland nötig. Mit der neuen Zuwendung würde die Gesamtsumme der US-Hilfen bereits auf 400 Millionen US-Dollar anwachsen.

Vize-Außenminister Tony Blinken verkündete den Plan auf einem Treffen zum vierten Jahrestag des Beginns der Revolution in Syrien. Seitdem fließt immer wieder Geld aus den USA in das Land.

Die Mittel sollen vor allem in eine Verbesserung der Kommunikationsmittel fließen, so das Ministerium. Dafür seien rund 30 Millionen eingeplant. Weitere 25 Millionen gehen demnach direkt an bewaffnete Einheiten der Opposition, die "einer Überprüfung" standgehalten hätten.

Dieses Geld sei als Unterstützung gegen die Doppelbedrohung aus Regimetruppen und extremistischen Gruppen gedacht. In Teilen Syrien operieren Einheiten der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Außerdem sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, Kriegsverbrechen des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad besser zu dokumentieren.

Leiden der Kinder geht weiter

Nach vier Jahren Bürgerkrieg leidet vor allem die Zivilbevölkerung in dem zerrissenen Land. So beklagte Unicef am Donnerstag, dass 14 Millionen Kinder von Krieg und Terror betroffen seien. 5,6 Millionen müssten unter verzweifelten Bedingungen ausharren, so das Kinderhilfswerk der Uno in New York.

Weitere zwei Millionen Kinder würden als Flüchtlinge in Lagern in den Nachbarländern Syriens leben. Das habe wiederum Auswirkungen auf die Kinder in den Gastländern. 3,6 Millionen Kinder in Jordanien, dem Libanon und der Türkei würden unter den Folgen des Krieges im Nachbarland leiden.

"Für die kleinsten Kinder ist Krieg das Einzige, was sie kennen", sagte Unicef-Chef Anthony Lake. "Die Heranwachsenden, deren prägende Jahre gerade vor ihnen liegen, sind nicht nur traumatisiert. Die Vergangenheit, die Gewalt und das Leid haben auch ihre Zukunft geprägt." Syrien laufe Gefahr, eine ganze Generation zu verlieren.

jok/Reuters/AP

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