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24. Februar 2013, 10:50 Uhr

Syrien

USA verurteilen Raketenangriff auf Aleppo

Der Krieg in Syrien wird immer brutaler: Oppositionsnahe Aktivisten melden immer wieder Raketenangriffe durch Assads Armee. Jetzt haben die USA das Regime heftig für seine Rücksichtslosigkeit kritisiert. In Aleppo sollen allein am Freitag 37 Menschen getötet, Dutzende verletzt worden sein.

Washington/Damaskus - Scharfe Worte aus Washington: Die US-Regierung hat die jüngsten Raketenangriffe auf die Großstadt Aleppo im Norden Syriensverurteilt. Die Angriffe mit russischen Scud-Raketen zeigten die "Rücksichtslosigkeit des syrischen Regimes und dessen fehlendes Mitgefühl für das syrische Volk", sagte Außenamtssprecherin Victoria Nuland. Die Regierung in Damaskus sei durch nichts legitimiert und bleibe "nur durch brutale Gewalt an der Macht".

Am Freitag waren bei Raketenangriffen auf Aleppo mindestens 37 Menschen getötet und 150 verletzt, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mitteilte. Demnach wurden drei russische Scud-Raketen aus der Region um die Hauptstadt Damaskus von der Armee abgefeuert. SPIEGEL ONLINE kann die Angaben über den Angriff allerdings nicht überprüfen.

Die dafür Verantwortlichen, einschließlich Staatschef Baschar al-Assad, müssten abtreten und den Weg frei machen für einen politischen Übergang zum Wiederaufbau des Landes, hieß es in der Erklärung der USA. Und weiter: Washington sähe einem baldigen Treffen mit dem "rechtmäßigen Vertreter des syrischen Volkes", der oppositionellen Nationalen Koalition, entgegen. Dabei sollte erörtert werden, "wie die USA und andere Freunde des syrischen Volkes mehr zur Unterstützung der syrischen Bevölkerung beim politischen Übergang tun könnten".

Das Oppositionsbündnis hatte am Samstag geplante Gespräche in den USA und Russland abgelehnt - aus Protest gegen das weltweite Schweigen zu den "täglich gegen das syrische Volk verübten Verbrechen". Eine Teilnahme an der Konferenz der Freunde Syriens kommenden Monat in Rom sagte das Bündnis deshalb ebenfalls ab.

Die Aufständischen kämpfen seit März 2011 gegen Präsident Assad. Nach Uno-Schätzungen wurden bisher mehr als 70.000 Menschen getötet.

heb/AFP

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