Syrien: USA verurteilen Raketenangriff auf Aleppo

Ein Mann in den Trümmern eines Hauses in Aleppo: "Fehlendes Mitgefühl" Zur Großansicht
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Ein Mann in den Trümmern eines Hauses in Aleppo: "Fehlendes Mitgefühl"

Der Krieg in Syrien wird immer brutaler: Oppositionsnahe Aktivisten melden immer wieder Raketenangriffe durch Assads Armee. Jetzt haben die USA das Regime heftig für seine Rücksichtslosigkeit kritisiert. In Aleppo sollen allein am Freitag 37 Menschen getötet, Dutzende verletzt worden sein.

Washington/Damaskus - Scharfe Worte aus Washington: Die US-Regierung hat die jüngsten Raketenangriffe auf die Großstadt Aleppo im Norden Syriensverurteilt. Die Angriffe mit russischen Scud-Raketen zeigten die "Rücksichtslosigkeit des syrischen Regimes und dessen fehlendes Mitgefühl für das syrische Volk", sagte Außenamtssprecherin Victoria Nuland. Die Regierung in Damaskus sei durch nichts legitimiert und bleibe "nur durch brutale Gewalt an der Macht".

Am Freitag waren bei Raketenangriffen auf Aleppo mindestens 37 Menschen getötet und 150 verletzt, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mitteilte. Demnach wurden drei russische Scud-Raketen aus der Region um die Hauptstadt Damaskus von der Armee abgefeuert. SPIEGEL ONLINE kann die Angaben über den Angriff allerdings nicht überprüfen.

Die dafür Verantwortlichen, einschließlich Staatschef Baschar al-Assad, müssten abtreten und den Weg frei machen für einen politischen Übergang zum Wiederaufbau des Landes, hieß es in der Erklärung der USA. Und weiter: Washington sähe einem baldigen Treffen mit dem "rechtmäßigen Vertreter des syrischen Volkes", der oppositionellen Nationalen Koalition, entgegen. Dabei sollte erörtert werden, "wie die USA und andere Freunde des syrischen Volkes mehr zur Unterstützung der syrischen Bevölkerung beim politischen Übergang tun könnten".

Das Oppositionsbündnis hatte am Samstag geplante Gespräche in den USA und Russland abgelehnt - aus Protest gegen das weltweite Schweigen zu den "täglich gegen das syrische Volk verübten Verbrechen". Eine Teilnahme an der Konferenz der Freunde Syriens kommenden Monat in Rom sagte das Bündnis deshalb ebenfalls ab.

Die Aufständischen kämpfen seit März 2011 gegen Präsident Assad. Nach Uno-Schätzungen wurden bisher mehr als 70.000 Menschen getötet.

heb/AFP

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1.
lebmah 24.02.2013
Aber die Anschläge in der Hauptstadt vor paar tagen,mit mehr als 100 Toten und hunderte Verletzten ,werden ja nicht verurteilt!!Sind ja nur Assad Anhänger und die Rebellen ,kämpfen ja mit sowelchen Angriffen und ähnliches für die Freiheit!?!Versteh einer die Ironie!!!!?
2. @lebmah
dmdhl 24.02.2013
Recht hast Du. Diese Angriffe wurden mit westlichen Waffen organisiert und deshalb sind sie rechtmäßig... Ich kann Dir nur Recht geben, die Berichterstattung ist sowas von einseitig... Assad böse, Rebellen gut!
3. kann man die usa überhaupt noch ernst nehmen ?
m4ryj4n33 24.02.2013
wer weiss ob das überhaupt assads raketen waren ? desto mehr die "rebellen" in bedrängniss geraten, desto heimtückischer und blutiger werden ihre aktionen. habe videos von "rebellen" mit kurzsstrecken raketen gesehen könnte sich also um eine false flag aktion handeln aber weiss man ja nicht, ist auch egal. worauf ich hinaus will, wie mein vorgänger schon sagte : die 3 autobomben gegen ZIVILISTEN mit knapp 100 toten, und 300 verletzten werden nicht verurteilt ?hallo, geht es noch ? wie lavrov sagte : verdammte doppelmoral ist das :/ es sollen einfach die kämpfe eingestellt werden, und wahlen durchgeführt werden ! assad ist auch dafür und hat sehr viel verändert die letzten monate. aber liegt ja nicht im interesse des westens. weil sie genau wissen er würde haushoch gewinnen !
4.
m4ryj4n33 24.02.2013
wegen des raketnenangriffs wollen die "rebellen" jetzt jeglichen internationalen gesprächen fernbleiben... also ich sage, das stinkt gewaltig.
5. Richtig USA !
klauslynx 24.02.2013
Aber nur, wenn Sie die Drohnenangriffe in Pakistan mit massenhaft getöteten unschuldigen Zivilisten auch so scharf verurteilen.Was für ein verlogenen Friedensnobelpreisträger.
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Bevölkerung: 22,505 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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