Syrien: Vereinte Nationen untersuchen mutmaßlichen Giftgaseinsatz

Die Uno wird den Vorwurf des Einsatzes chemischer Waffen im syrischen Bürgerkrieg überprüfen - das kündigte Generalsekretär Ban Ki Moon an. Die Regierung in Damaskus und die Rebellen werfen sich gegenseitig vor, mit Giftgas zu kämpfen.

New York - Die Vereinten Nationen kommen der Forderung Syriens nach: Zeitnah soll der angebliche Einsatz von Giftgas im syrischen Bürgerkrieg untersucht werden. Das kündigte Generalsekretär Ban Ki Moon am Donnerstag an. Zuvor hatten Frankreich und Großbritannien darauf gedrängt, eine unabhängige Untersuchungskommission zu entsenden. Auch Syrien selbst hat eine solche Ermittlung vorgeschlagen. Russland äußerte sich hingegen ablehnend.

Die Regierung in Damaskus und die Rebellen werfen sich gegenseitig vor, am Dienstag die geächteten Kampfstoffe in der Millionenstadt Aleppo und Damaskus eingesetzt zu haben. Am Mittwoch hatte US-Präsident Barack Obama das syrische Regime vor einem Einsatz von Giftgas gewarnt: "Ich habe klar gemacht, dass der Einsatz von Chemiewaffen die Situation grundsätzlich verändern würde", sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Zuletzt hatten sich Zweifel gemehrt, ob in der syrischen Provinz Aleppo tatsächlich Chemiewaffen zum Einsatz gekommen sind. Rebellen und Oppositionelle hatten widersprüchliche Angaben zur Wirkung der angeblichen Giftgase gemacht. Die Untersuchung über den mutmaßlichen Vorfall werde so schnell wie möglich beginnen, so der Uno-Generalsekretär.

amz/Reuters

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insgesamt 18 Beiträge
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1. Die Regierung hat es zuerst gemeldet
mercadante 21.03.2013
dieses Mal , die Rebellen haben aber sofort ihre Gegendarstellung gemeldet , erstaulich , normalerweise sind sie die Medien im Westen beherrschen. Ob die UNO die Wahre Wahrheit findet , es ist sehr unwahrscheinlich .
2. Der Vorfall erinnert ein wenig
_scout_ 21.03.2013
an das Massaker von Hula, auch dort haben sich beide Seiten gegenseitig beschuldigt, ebenfalls wurde von den Medien angegeben, es müssten Assads Milizen gewesen sein, da die Rebellen keine derartigen Waffen besitzen würden, Augenzeugen dagegen haben anderes berichtet. In diesem Krieg sind fast alle Meldungen die von den Kriegsparteien kommen reine Propaganda und dürfen nicht ungeprüft wiedergegeben werden. Leute die sich damit nicht so auseinandersetzen glauben das dann sofort obwohl es noch nicht mal eine Untersuchung gab. Die Untersuchung des Massakers hat soweit ich weiß nichts ergeben, es gibt jedoch Erkenntnisse des BND die nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollen, bleibt zu hoffen das dieses mal die reine Wahrheit ans Licht kommt.
3.
marcel2101 21.03.2013
Press for Truth hat inzwischen (endlich!) auch sehr deutlich Stellung bezogen. Und dem gibt es nicht mehr sehr hinzuzufügen! Also hören sie doch bitte beizeiten auch endlich damit auf, diesen ekelhaften Brei aus Proagandalügen, unbegründeten Anschuldigungen, sowie unsinnigen Spekulationen und Mutmaßungen, weiterhin am kochen zu halten! Es wurde bereits mehr als genug Schaden damit angerichtet!
4.
Atheist_Crusader 21.03.2013
Und was macht Obama, wenn sich jetzt herausstellen sollt, dass die Rebellen Giftgas eingesetzt haben, Assad aber nicht? Trotzdem bombardieren, weil Assad ja anscheinend keine Kontrolle mehr über seine Waffen hat?
5. Mehr Sachlichkeit in Berichterstattung und Diskussion wäre wünschenswert
pikeaway 21.03.2013
Zitat von mercadantedieses Mal , die Rebellen haben aber sofort ihre Gegendarstellung gemeldet , erstaulich , normalerweise sind sie die Medien im Westen beherrschen. Ob die UNO die Wahre Wahrheit findet , es ist sehr unwahrscheinlich .
SPON- Zitat:"Zuvor hatten Frankreich und Großbritannien darauf gedrängt, eine unabhängige Untersuchungskommission zu entsenden. Auch Syrien selbst hat eine solche Ermittlung vorgeschlagen. Russland äußerte sich hingegen ablehnend." Der Genauigkeit halber muss gesagt werden, dass der offizielle Antrag, das Ereignis zu untersuchen, von Syrien gestellt wurde. Frankreich und UK haben eine Absichtserklärung abgegeben, aber meines Wissens keinen offiziellen Antrag an den UN- Generalsekretär gerichtet. Russland hat den Untersuchungsantrag unterstützt, sich jedoch dagegen ausgesprochen, nebulösen Gerüchten von irgendwelchen Giftgaseinsätzen pauschal nachzugehen, weil er darin eine reine Verzögerungstaktik sah. UN Live United Nations Web TV - - SC President, Vitaly I. Churkin (Russian Federation) on Central African Republic (CAR), Syria - Security Council Media Stakeout (20 March 2013) (http://webtv.un.org/watch/sc-president-vitaly-i.-churkin-russian-federation-on-central-african-republic-car-syria-security-council-media-stakeout-20-march-2013/2240819371001/) Im übrigen habe ich auf Youtube eine syrische Darstellung der Giftgasfolgen gefunden, die viele Details zeigt. Einen Kommentar kann ich dazu nicht abgeben. ‫ (http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=qjvzeuhzkYA) Wichtig erscheint mir jedoch, dass eine objektive Untersuchung in Gang zu kommen scheint, die sich von der Grau-Zone gegenseitiger Schuldzuweisungen abhebt. Egal, was dabei heraus kommt, eines sollte klar sein: Nur durch einen gemeinsamen Dialog ALLER Gruppen der syrischen Bevölkerung ist das Syrienproblem zu lösen. Informationen über die entsprechenden UN- Appellen sollte transparenter dargestellt werden, insbesondere die Bemühungen von Brahimi sollten nicht nur verbal unterstützt, real jedoch durch einseitige Aktionen unterlaufen werden. PS.: wenn ich die letzten Forendiskussionen verfolge, dann muss ich feststellen, dass egal bei welchem Thema pauschale Argumente sich wiederholen, das spezielle Thema schrittweise unter den Tisch fällt. Mein Bedauern gilt hierbei Redakteuren, denen an einer inhaltlichen Debatte gelegen ist. Mir zumindest bereitet es nichts als Verdruss.
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Bevölkerung: 22,505 Mio.

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