Kampf gegen den IS Mindestens 28 Tote bei Fassbombenangriff in Syrien

Das syrische Militär hat erneut umstrittene Fassbomben eingesetzt. Es starben mindestens 28 Menschen, darunter auch Kinder.


In Syrien ist es offenbar erneut zum Einsatz von Fassbomben gekommen: Menschenrechtsbeobachtern zufolge sind bei einem Angriff des syrischen Militärs auf Al-Bab in Nordsyrien mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen.

Unter den Opfern seien auch drei Kinder und drei Frauen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Zahl der Toten könne noch steigen, da es Dutzende Verletzte gebe. Al-Bab liegt nordöstlich der Millionenstadt Aleppo und wird von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kontrolliert.

Fassbomben sind mit Metallteilen und Sprengstoff gefüllte Behälter. Wegen ihrer Streuwirkung richten sie besonders großen Schaden an. Der Uno-Sicherheitsrat hat den Einsatz von Fassbomben verurteilt.

In diesem Jahr starben laut Menschenrechtsbeobachtern in Syrien rund 3000 Menschen an den Folgen von Fassbombenangriffen der Armee. Erst am Mittwoch waren in Aleppo bei einem Angriff des Militärs mit Fassbomben mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen.

Aufgrund des Bürgerkriegs in Syrien ist es westlichen Journalisten derzeit nicht möglich, aus dem Land zu berichten. Meldungen aus Syrien lassen sich deshalb kaum unabhängig verifizieren, die Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London hat sich in der Vergangenheit aber als zuverlässig erwiesen.

Im Video: Assad-Truppen beim Abwurf von Fassbomben

YouTube/SMO Syria

kry/Reuters/AP



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