Bürgerkrieg in Syrien Viele Tote bei Raketenangriffen in der Provinz Idlib

In der syrischen Provinz Idlib liefern sich Rebellen und Assad-Soldaten heftige Kämpfe. Jetzt hat das Regime seine Luftangriffe auf die Dörfer in der Region verstärkt. Aktivisten zufolge starben dabei mindestens 29 Menschen, darunter auch Kinder.

Mann, getötetes Kind: Die Provinz Idlib ist heftig umkämpft
AFP

Mann, getötetes Kind: Die Provinz Idlib ist heftig umkämpft


Damaskus - Die Raketen trafen mehrere Dörfer in der Provinz Idlib, im Nordwesten Syriens. Mindestens 29 Menschen sind bei Angriffen der syrischen Luftwaffe getötet worden, darunter sechs Kinder, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die der Opposition nahesteht. Die Zahlen können nicht unabhängig überprüft werden, das Regime von Präsident Baschar al-Assad lässt kaum Journalisten in das Land. Videos, die Rebellen im Internet veröffentlicht haben, zeigen Leichen, zerstörte Gebäude und Rauchwolken.

Die Angriffe sollen sich am späten Sonntagnachmittag kurz vor dem rituellen Fastenbrechen während des Ramadans ereignet haben. Allein im Dorf Maghara seien 13 Menschen getötet worden, berichteten Aktivisten.

Die Provinz Idlib an der Grenze zur Türkei ist heftig umkämpft. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP sollen die Assad-Truppen die Stadt Idlib überwiegend unter ihrer Kontrolle haben - im Umland haben die Aufständischen die Vormacht.

Assads Truppen sollen Hunderte Familien eingekesselt haben

Rebellen und Regierungstruppen liefern sich auch um die Hauptstadt Damaskus heftige Gefechte. Assads Soldaten hatten am Wochenende Oppositionellen zufolge im Viertel Kabun im Norden der Hauptstadt Hunderte Zivilisten eingekreist und Scharfschützen auf sie anlegen lassen. Dutzende Menschen konnten aber aus einem unterirdischen Verlies fliehen.

In einem von oppositionellen Aktivisten verbreiteten Video aus Kabun sind minutenlange Gefechte mit Artillerie- und Granatenbeschuss sowie schwarze Rauchwolken zu sehen. Die syrische Armee versucht seit Monaten, die Vororte von Damaskus wieder einzunehmen.

In Damaskus wurden am Sonntag nach Angaben der Beobachtungsstelle 18 Menschen bei einer Armeeoffensive getötet, 15 davon waren Aufständische. Die Aktivisten berichteten zudem von der Explosion einer Autobombe in der Stadt Deir Attija, das 90 Kilometer nördlich von Damaskus liegt. Dabei seien am Sonntagabend zehn Polizisten und drei Zivilisten getötet worden.

Der Beobachtungsstelle zufolge wurden am Sonntag insgesamt mindestens 129 Menschen in Syrien getötet: 70 davon seien Zivilisten gewesen, 31 Rebellen und 28 Regierungssoldaten.

Regime verkündet angeblichen Chemiewaffenfund

Aufständische und Regierungsmitglieder werfen sich gegenseitig immer wieder vor, chemische Waffen in dem Bürgerkrieg einzusetzen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete am Montag von einem angeblichen Chemiewaffenlager der Rebellen. Streitkräfte hätten ein Labor und ein Lager in einem Versteck der "Terroristen" nahe Dschobar östlich von Damaskus entdeckt. Dort sei unter anderem Chlorgas sichergestellt worden. Die Chemikalien seien im Ausland produziert worden - unter anderem in Saudi-Arabien. Sana verbreitete auch Bilder von dem angeblichen Fund.

George Sabra, ein führendes Mitglied der oppositionellen syrischen Nationalen Koalition, sagte der Nachrichtenagentur dpa, dies seien "ekelhafte Anschuldigungen vonseiten eines Regimes, das seit Jahrzehnten Chemiewaffen besitzt". Er betonte: "Die ganze Welt weiß das. Das Regime hat die Waffen in der Vergangenheit gegen das syrische Volk eingesetzt und tut das auch heute."

Bereits am Samstag waren in Nordsyrien die Kämpfe zwischen Rebellen und Dschihadisten eskaliert. Zudem traf ein Luftangriff die berühmte Kreuzritterburg Krak des Chevaliers nahe Homs. Seit Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 wurden nach Uno-Angaben bereits mehr als 100.000 Menschen getötet.

heb/AFP/AP/dpa

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insgesamt 52 Beiträge
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Seite 1
jstawl 15.07.2013
1.
Ich verstehe nicht den Hinweis, dass unter den zivilen Opfern auch Kinder waren. Der kommt immer... In einer Bevölkerung, in der locker ein Drittel unter 18 sind, wie in Syrien, ist die Wahrscheinlichkeit von zivilen Opfern unter 18 nicht gering.
hartz4sucht 15.07.2013
2. Aktivisten zufolge....
und schon weiß Jeder Bescheid!
steinaug 15.07.2013
3. Jetzt
werden die Terroristen sogar schon zu Aktivisten erhoben. Man, man ,man.
immernachdenklicher 15.07.2013
4. Randnotiz
"Explosionen in Damaskus: Israel feuert Raketen auf Syrien" Aber das nur am Rande, wer hat die 70 getöteten Zivilisten zu verantworten? Das sich "Rebellen" und Regierungssoldaten beschießen, ok. Haben die Rebellen die Zivilbevölkerung an der Flucht gehindert? Wenn sich Zwei bekriegen, und ich will nicht Partei ergreifen, dann seh ich doch zu das ich da weg komme. Ach, hätte der Wahnsinn doch endlich ein Ende.
Hape1 15.07.2013
5. ...
Zitat von sysopAFPIn der syrischen Provinz Idlib liefern sich Rebellen und Assad-Soldaten heftige Kämpfe. Jetzt hat das Regime seine Luftangriffe auf die Dörfer in der Region verstärkt. Aktivisten zufolge starben dabei mindestens 29 Menschen, darunter auch Kinder. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-viele-tote-bei-raketenangriffen-in-der-provinz-idlib-a-911200.html
In Idlib ist das Hauptquartier der sogenannten FSA. Anscheinend geht der Krieg in seine letzte, entscheidende Phase. Gott sei Dank.
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