Kampf gegen den IS Viele Zivilisten bei US-geführten Angriffen in Syrien getötet

Die US-geführte Koalition hat bei einem Luftangriff gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" in Syrien mindestens 38 Zivilisten getötet. Das berichten Augenzeugen.


Bei einem Luftangriff im Nordosten Syriens sind offenbar mindestens 38 Zivilisten ums Leben gekommen. Unter den Opfern seien auch drei Kinder, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien mit.

Demnach habe die US-geführte internationale Koalition mehrere Dörfer südlich der Stadt Hassaka bombardiert. Diese Gegend wird derzeit von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kontrolliert. Von Hassaka aus rücken jedoch Kämpfer der kurdischen YPG-Miliz auf die Dschihadisten vor. Dabei werden sie aus der Luft von den USA und ihren Verbündeten unterstützt. Die Bundeswehr beteiligt sich mit "Tornado"-Jets zur Aufklärung an der Mission.

Die Angaben der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen, haben sich aber im Nachhinein meist als zutreffend herausgestellt.

Schon am Dienstag waren bei einem Luftangriff der Anti-IS-Koalition auf eine Bäckerei im Nordosten Syriens mindestens 15 Menschen getötet worden.

Nach Zählung der Beobachtungsstelle starben seit dem Beginn der Einsätze der US-geführten Allianz gegen den IS im September 2014 in Syrien mehr als 4250 Menschen durch deren Angriffe. Unter ihnen waren demnach mindestens 332 Zivilisten, davon 90 Kinder.

Die USA äußerten sich bislang nicht direkt zu möglichen zivilen Opfern während der Einsätze, weder in Syrien, noch im Irak, wo ebenfalls Luftangriffe gegen IS-Stellungen geflogen werden.

syd/AFP/dpa

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