Syrienkrieg 300.000 Menschen harren in Aleppo aus - Wasser wird knapp

Rund 50.000 Menschen sind laut Schätzungen des Roten Kreuzes aus Aleppo geflüchtet. In der syrischen Stadt wird die Situation immer unerträglicher - die Menschen, die dort ausharren, sind auf Wasser- und Essenslieferungen angewiesen.

Syrische Flüchtlinge im türkischen Kilis: Menschen fliehen vor der Offensive in Aleppo
Getty Images

Syrische Flüchtlinge im türkischen Kilis: Menschen fliehen vor der Offensive in Aleppo


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In der syrischen Stadt Aleppo gibt es offenbar keine reguläre Wasserversorgung mehr. Die verbliebenen Einwohner sind auf rund 100 Verteilstellen angewiesen, an denen unter anderem das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) Wasser ausgibt. Darüber hinaus herrsche Benzinmangel und es gebe Probleme mit der Stromversorgung, teilte die Hilfsorganisation am Abend in Genf mit.

Soldaten des Machthabers Baschar al-Assad rücken derzeit mit russischer Luftunterstützung gegen die Rebellen in Aleppo vor.

Russland hat zwar offenbar einen Waffenstillstand ab dem 1. März vorgeschlagen, laut Nachrichtenagentur Reuters ist es aber noch nicht zu einer Einigung gekommen - die USA hätten noch Bedenken wegen einiger Bedingungen des Antrags.

Die jüngsten Kämpfe in der syrischen Großstadt haben nach Schätzungen des IKRK bisher rund 50.000 Menschen in die Flucht getrieben. Außerdem seien Versorgungsrouten unterbrochen, teilte das IKRK mit. Das Rote Kreuz versuche, medizinische Hilfe, Wasser und Essen zu den Menschen zu bringen.

"Die Kämpfe setzen den Menschen stark zu. Die Temperaturen sind extrem niedrig. Die Vertriebenen versuchen, ohne Schutz, Wasser und Nahrung unter sehr gefährlichen Bedingungen zu überleben", sagte die Leiterin der Syrien-Delegation des IKRK, Marianne Gasser.

Zahl der Vertriebenen könnte auf 150.000 steigen

Angesichts der zerstörten Versorgungswege sei es schwierig, die Kriegsopfer zu erreichen. Die Organisation habe bereits Lebensmittel und Wasser für rund 10.000 Familien vor allem in den Norden der Provinz gebracht. In den kommenden Tagen seien weitere Lieferungen geplant - darunter dann auch Medikamente.

Auf dem Weg zur türkischen Grenze (Archiv): Zehntausende Syrer auf der Flucht
AP

Auf dem Weg zur türkischen Grenze (Archiv): Zehntausende Syrer auf der Flucht

Laut Uno sollen noch rund 300.000 Menschen in Aleppo ausharren. Die Vereinten Nationen rechnen sogar damit, dass insgesamt bis zu 150.000 Zivilisten aus Aleppo fliehen könnten. Zehntausende haben sich bereits zur türkischen Grenze durchgeschlagen. Die Türkei erwartet, dass der jüngste Zustrom an Flüchtlingen eine Million erreichen könnte, sollte die Offensive fortgesetzt werden.

USA kritisieren russisches Bombardement

Die USA haben derweil die russischen Luftangriffe auf Aleppo erneut scharf kritisiert. Moskau spiele damit der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) "direkt" in die Hände, sagte der Sonderbeauftragte von US-Präsident Barack Obama für den Kampf gegen die IS-Miliz, Brett McGurk, in Washington.

Foto der russischen Luftwaffe: Luftschlag gegen Truck-Konvoi in Aleppo am
AP

Foto der russischen Luftwaffe: Luftschlag gegen Truck-Konvoi in Aleppo am

Auch bei der Uno, wo der Sicherheitsrat über die humanitäre Krise in Aleppo beriet, wurden schwere Vorwürfe gegen die russische Regierung laut. Frankreichs Uno-Botschafter François Delattre sagte, es sei die "Pflicht" der syrischen Regierung und ihrer Verbündeter, die Angriffe zu stoppen. Sein britischer Kollege Matthew Rycroft erklärte, Russland müsse seinen Einfluss auf Assad einsetzen, um einen "angemessenen humanitären Zugang" zu Aleppo zu schaffen.

Am Donnerstag treffen sich im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz Vertreter der sogenannten Syrien-Kontaktgruppe zu neuen Beratungen. Neben US-Außenminister John Kerry, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow werden nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch Vertreter Irans und Saudi-Arabiens zu dem Treffen erwartet.


Zusammengefasst: Die Kämpfe um Aleppo haben sich in den vergangenen Wochen intensiviert. Laut Schätzungen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz sind bisher rund 50.000 Menschen aus der syrischen Stadt geflohen. Laut Uno sollen noch rund 300.000 Zivilisten in Aleppo ausharren. Sie sind auf Hilfslieferungen von internationalen Organisationen angewiesen.

Video: Zehntausende Syrer fliehen aus Aleppo

kry/Reuters/dpa/AFP

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