Russische Luftschläge Zehn Zivilisten bei Angriffen auf Rakka getötet

Laut Angaben von Menschenrechtsaktivisten starben 13 Kämpfer der IS-Terrormiliz und zehn Zivilisten bei Luftangriffen in Rakka. Sie sollen von russischen Kampfjets geflogen worden sein.

Video-Ausschnitte vom russischen Verteidigungsministerium: Luftschläge in Syrien
AFP/ RUSSIAN DEFENCE MINISTRY

Video-Ausschnitte vom russischen Verteidigungsministerium: Luftschläge in Syrien


Die syrische Stadt Rakka wird seit mehr als zwei Jahren von der IS-Miliz beherrscht. Nun sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 23 Menschen bei Luftangriffen getötet worden. Getroffen wurden den Angaben nach Stützpunkte der Religionspolizei der Miliz "Islamischer Staat" (IS) sowie ein Krankenhaus und eine Brücke in der inoffiziellen Hauptstadt der Extremisten. Die Angriffe sollen von russischen Kampfjets geflogen worden sein.

Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, handelte es sich bei den Opfern um zehn Zivilisten und 13 IS-Kämpfer. Die Angaben der Aktivisten aus London haben sich in der Vergangenheit als verlässlich herausgestellt.

Seit mehr als einem Monat fliegt Russland Luftangriffe in Syrien. Russische Kampfpiloten bombardieren dabei nicht nur IS-Stellungen, sondern auch andere Rebellengruppen. Moskau unterstützt damit eine Bodenoffensive des Regimes von Baschar al-Assad.

Bereits im August 2014 hatte das US-geführte Anti-Terror-Bündnis Luftangriffe auf den IS begonnen. Auch diese Allianz flog am Montag 15 Luftschläge im Irak und sieben weitere in Syrien. Laut Angaben der Koalition wurden dabei rund um das Sindschar-Gebirge, in Ramadi und Mossul Waffenlager und zwei IS-Hauptquartiere zerstört.

Im syrischen Bürgerkrieg starben seit 2011 mehr als 250.000 Menschen.

Wegen der zivilen Opfer hat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) auch syrische Rebellen kritisiert. Der Vorwurf: Sie sollen Gefangene als menschliche Schutzschilde genutzt und somit Kriegsverbrechen begangen haben. Die Organisation äußerte sich zu am Wochenende aufgetauchten Videos, denen zufolge Dutzende Gefangene in Käfigen an verschiedenen Orten der Region Ost-Ghuta bei Damaskus platziert wurden. Auf diese Weise sollten Angriffe der Regierungstruppen verhindert werden. Es handele sich um Geiselnahmen und eine Verletzung der persönlichen Würde, was beides Kriegsverbrechen seien, urteilte HRW in einer Erklärung.

Die Syrische Beobachtungsstelle hatte die einflussreiche Gruppe Dschaisch al-Islam verantwortlich gemacht. Die Gruppe wird als die wichtigste Rebellengruppe in der Hauptstadtregion angesehen. Laut HRW gab es ähnliche Vorfälle bereits im September in zwei von den Regierungstruppen gehaltenen und von Rebellen belagerten Städten in der Provinz Idlib.

vek/dpa/Reuters/AFP



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insgesamt 5 Beiträge
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Faceoff 03.11.2015
1. Andere Dörfer
Zitat: "Laut HRW gab es ähnliche Vorfälle bereits im September in zwei von den Regierungstruppen gehaltenen und von Rebellen belagerten Städten in der Provinz Idlib." Es handelt sich dabei um die 2 von Schiiten bewohnten Dörfer Foua und Kafary. Diese werden nicht von Regierungstruppen gehalten, sondern von Hizbollah und anderen schiitischen Kämpfern an der Seite von Assad.
Raseramses 03.11.2015
2. Wer ist denn diese
Klären Sie Ihre Leser doch bitte auf, wer hinter dieser ominösen "Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte" denn steckt, wo diese denn residiert und woher sie ihre Informationen hat. Stecken da gute Rebellen, Freiheitskämpfer oder Terroristen dahinter? Wurden die Behauptungen von ihrer Redaktion verifiziert?
jstawl 03.11.2015
3. Also
Also ich bin wirklich kein Verteidiger dieser Relativierung der russischen Taten gegenüber denen der Amerikaner. Aber warum bei Spiegel Online bei russischen Angriffen die Angaben der Zivilopfer von Menschenrechtsaktivisten als Fakt hingestellt wurden, bei den letzten Artikeln über Opfer amerikanischer Luftangriffe aber ein angeblich dazu gefügt wurde, ist auch mir aufgefallen. Unabhängig davon, dass es mir etwas aufstößt, dass bei zivilen Opfern durch russische Angriffe eher Artikel erscheinen als bei den vielen Ami-Angriffen. Bei beiden Parteien wird es diese traurigen Kollateralschäden gleichermaßen geben und gleichermaßen sollte auch darüber berichtet werden. Ist aber nicht nur eine Anmerkung gegenüber SPON, ich denke, das ist bei vielen Medien so und noch viel stärker ausgeprägt.
chiefseattle 03.11.2015
4. Dschaisch al-Islam
Sind das nicht 'die Gemäßigten'? Menschliche Schutzschilde und Gefangene in Käfigen! Die Rebellen nahe der Hauptstadt haben doch gerade amerikanische Waffen bekommen um gegen Assad zu kämpfen, oder liege ich da falsch?
u.m. 03.11.2015
5. seit ihr nicht müde...
immer wieder gegen Russland zu hetzen?
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