Krieg in Syrien Israel greift Ziel nahe Damaskus an

Israel soll erneut ein Waffendepot des syrischen Regimes angegriffen haben. Nach Angaben des Assad-Regimes schlugen die Geschosse unweit der Hauptstadt Damaskus ein.

Israelisches F-16-Kampfflugzeug (Archivbild)
REUTERS

Israelisches F-16-Kampfflugzeug (Archivbild)


In Syrien tobt seit bald sieben Jahren ein internationaler Krieg, in den unter anderem Russland, die USA, die Türkei, Iran und auch Israel verstrickt sind.

Nun soll Israel nach Angaben des syrischen Regimes von Machthaber Baschar al-Assad aus Damaskus erneut Raketen auf ein Ziel in Syrien abgefeuert haben. Syrischen Militärangaben zufolge schlugen Geschosse am Mittwochmorgen in einer Einrichtung in der Nähe der Hauptstadt Damaskus ein. Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv sagte, man wolle sich nicht zu den Berichten äußern.

Nach Angaben der syrischen Regierung handelte es sich bei dem Ziel um ein Forschungszentrum im Ort Dschamraja nördlich der Hauptstadt. Die staatliche Agentur Sana sprach von einer "erneuten israelischen Aggression".

Unklar ist, wie genau der Angriff durchgeführt wurde. Laut Sana habe die syrische Luftabwehr auf einen Angriff israelischer Flugzeuge reagiert. Die Geschosse seien vom libanesischen Luftraum aus abgefeuert und einige Raketen dann im Anflug zerstört worden. Über Schäden machten Sana und das staatliche Fernsehen keine Angaben.

Die Einrichtung in Dschamraja war bereits mindestens einmal Ziel eines israelischen Angriffs. 2013 bombardierten israelische Jets das Gelände, weil es sich um ein als Forschungseinrichtung getarntes Waffendepot des Regimes handeln soll. Außerdem soll Israel Dschamraja Anfang Dezember attackiert haben. Der Angriff wurde damals auch von der syrischen Opposition bestätigt.

Insgesamt soll Israel mehr als ein Dutzend Angriffe im Verlauf des Syrienkonflikts durchgeführt haben, teils mit Raketen, teils mit Kampfflugzeugen. Ziel waren unter anderem Waffenlieferungen, die für die von Iran aus gesteuerte Hisbollah-Milizen in Syrien und im Libanon bestimmt waren.

cht/dpa/Reuters



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