Regierungstruppen Neue Angriffe treiben 50.000 Syrer in die Flucht

Vor neu aufgeflammten Kämpfen im Süden Syriens fliehen nach Uno-Angaben fast 50.000 Menschen. Die Uno sieht dort eine Dreiviertelmillion Menschen in Gefahr, weil ihnen die Flucht in Nachbarländer verwehrt wird.

Die Region Daraa in Syrien wird von Kämpfen erschüttert
AFP

Die Region Daraa in Syrien wird von Kämpfen erschüttert


Sie ist eine der letzten verbliebenen Rebellenhochburgen in Syrien: Daraa, eine Provinz nahe der jordanischen Grenze. Laut internationalen Helfern befinden sich knapp 50.000 Menschen auf der Flucht aus dem Gebiet. Linda Tom, Sprecherin des Uno-Büros für die Koordinierung humanitärer Hilfe in Syrien sprach von 45.000 oder mehr Flüchtenden. Es handle sich um die bislang größte Fluchtbewegung aus der südlichen Provinz.

130 Luftangriffe allein am Dienstag

Seit einigen Tagen bombardieren regierungsnahe Truppen die Region. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von mehr als 130 Luftangriffen auf die Region seit dem Dienstagmorgen. Die Armee habe im Osten der Provinz bei heftigen Kämpfen zwei strategisch wichtige Orte eingenommen.

Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite schwer zu überprüfen, haben sich in der Vergangenheit aber häufig als wahr erwiesen.

Die syrische Regierung verhandelt über ihren Verbündeten Russland seit Wochen mit den Rebellen in den Provinzen Daraa und Kuneitra über die Übergabe der Gebiete unter ihrer Kontrolle. Zugleich zog sie eine große Zahl von Truppen am Rand der Rebellengebiete zusammen und drohte mit einer Offensive, sollten die Verhandlungen keinen Erfolg bringen.

Weitere 750.000 Menschen sind gefährdet

Die Vereinten Nationen hatten gewarnt, dass bei Kämpfen im Süden des Landes weitere 750.000 Menschen gefährdet wären. Das Nachbarland Jordanien hat seine Grenzen für Flüchtlinge geschlossen und will keine weiteren Syrer aufnehmen.

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In Daraa hatten im März 2011 die Proteste gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad begonnen. Angesichts des brutalen Vorgehens Assads gegen die Demonstranten weiteten sich die Proteste rasch aufs ganze Land aus.

höh/dpa/AFP

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