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31. Mai 2013, 07:20 Uhr

Krieg in Syrien

Assads Armee tötet drei Ausländer aus dem Westen

Sie kam aus Michigan und starb in Syrien: Eine 33-jährige US-Amerikanerin, die auf der Seite der Rebellen gegen das Assad-Regime kämpfte, ist im syrischen Bürgerkrieg getötet worden, ihre Familie ist geschockt. Auch zwei westliche Männer, einer davon aus Großbritannien, kamen ums Leben.

Hamburg - Drei westliche Ausländer sind im syrischen Bürgerkrieg ums Leben gekommen. Die beiden Männer und eine Frau sollen auf Seiten der Rebellen gekämpft haben, berichten eine regierungsnahe Nachrichtenagentur in Damaskus und Quellen aus der syrischen Opposition übereinstimmend.

Bei den Toten soll es sich um einen Briten und eine US-Amerikanerin handeln. Die Nationalität des dritten Opfers sei noch unbekannt. Die drei seien von der Armee in der Region Idlib im Norden Syriens erschossen worden. Nach Angaben der oppositionellen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei ihnen Karten von Militärposten gefunden. Offenbar hätten sie Fotos von Stützpunkten gemacht.

Die tote Amerikanerin ist vom FBI inzwischen als Nicole Mansfield, eine 33-jährige Frau aus Flint im US-Bundesstaat Michigan, identifiziert worden. Nach Angaben ihrer Tante sei Mansfield vor etwa fünf Jahren wegen ihres arabischstämmigen Ehemannes zum Islam konvertiert. Das Paar trennte sich bald. Später sei sie nach Dubai gezogen, aber kurz darauf auf Wunsch ihrer Familie wieder in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt.

"Sie wurde einer Gehirnwäsche unterzogen"

Ihre Familie habe nicht gewusst, dass die Mutter einer 18 Jahre alten Tochter nach Syrien gereist sei. "Ich glaube, sie wurde einer Gehirnwäsche unterzogen", sagte Mansfields Großmutter der "Detroit Free Press".

Das Außenministerium in Washington teilte mit, die Regierung arbeite daran, weitere Informationen zu den Umständen zu sammeln. Da die USA ihre offiziellen Vertretungen in Syrien geschlossen hat, habe man die Diplomaten der Tschechischen Republik in Damaskus um Mithilfe gebeten.

Seit Beginn des Aufstands im März 2011 sind Hunderte Muslime aus Europa und den USA nach Syrien gereist, um an der Seite der Aufständischen gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad zu kämpfen. Allein aus Deutschland sollen sich mehr als 50 Kämpfer den Rebellen angeschlossen haben.

syd/Reuters/AFP

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