Treffen der Arabischen Liga: Syriens Opposition zankt sich um Platz am Konferenztisch

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Syriens Oppositionschef Moas al-Chatib: Eigentlich zurückgetreten macht er nun doch weiter Zur Großansicht
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Syriens Oppositionschef Moas al-Chatib: Eigentlich zurückgetreten macht er nun doch weiter

Seit zwei Jahren toben die Aufstände in Syrien - und die Opposition kann sich kaum je auf gemeinsame Ziele einigen. Nun streiten die vom Westen unterstützten Assad-Gegner, wer von ihnen zur Konferenz der Arabischen Liga reisen soll. In Syrien selbst schaffen die Radikalen weiter Fakten.

Doha - Eigentlich sollte es ein symbolischer Triumph für die syrische Opposition werden. Wenn am Dienstag in Doha die Staaten der Arabischen Liga zusammenkommen, wird Syrien erstmals vom Chef der Oppositionskoalition (NCR) vertreten. Der Sitz des Landes war leer geblieben, seit die arabischen Staaten die syrische Mitgliedschaft im November 2011 im Protest gegen das brutale Vorgehen von Baschar al-Assad gegen die Demonstrationen suspendiert hatten.

Doch nun droht ausgerechnet dieses Treffen zur Blamage für Syriens Rebellen zu werden. Im Vorfeld tobte ein erbitterter Machtkampf darum, wer für die Opposition am Konferenztisch Platz nehmen soll. Der Zank droht die vom Westen unterstützte Koalition endgültig in der Bedeutungslosigkeit zu versenken.

"Die Koalition droht auseinanderzufallen", sagte Amr al-Azm SPIEGEL ONLINE. Der syrische Assad-Kritiker und Geschichtsprofessor in den USA gehört selbst nicht dem NCR an. Er verfolgt die politischen Entwicklungen jedoch sehr genau, da sein Vater zu den führenden Oppositionsvertretern gehört.

Die Oppositionskoalition zerlegt sich selbst

Katar hatte Ghassan Hitto nach Doha eingeladen, den Mann, den es zusammen mit den Muslimbrüdern als Übergangspremier des NCR durchgeboxt hatte. Dies passte jedoch dem NCR-Präsidenten Moas al-Chatib nicht. Er fühlte sich dadurch vollends entmachtet und trat erbost zurück. Andere prominente NCR-Vertreter ließen ihre Mitgliedschaft aus Protest ruhen.

Wohl auf Druck der USA und Europas hat sich Chatib nun noch einmal umstimmen lassen. Am Dienstag wird er zusammen mit dem syrischen NCR-Botschafter in Katar die Opposition vertreten. An seinem Rücktritt ändere dies allerdings nichts, twitterte Chatib.

Für das, was in Syrien passiert, hat der NCR bisher nur eine beschränkte Bedeutung. Es fehlt ihm an Einigkeit, Ressourcen und Unterstützung vor Ort. "Wenn man sich als Übergangsregierung bezeichnet, dann muss man auch die nicht mehr vom Regime kontrollierten Gebiete verwalten können - Löhne auszahlen, für Sicherheit sorgen, die Gerichtsbarkeit garantieren", sagt Azm. Davon ist der NCR nach wie vor meilenweit entfernt. Wohl auch deswegen scheint der Westen nun seineZusammenarbeit mit moderaten Rebellengruppen direkt vor Ort verstärken zu wollen.

Die Radikalislamisten schaffen unterdessen Fakten

Wichtige Rebellengruppen - die salafistischen und radikalislamistischen - erkennen die Autorität des NCR nicht an. Sie schaffen unterdessen in Syrien Fakten. In den von ihnen kontrollierten Gebieten versuchen sie sich ihrerseits zur neuen Regierung aufzuschwingen.

Vor allem die Dschabhat-al-Nusra-Miliz hat in den vergangenen Monaten viel Terrain gewonnen. Ihr gehören viele internationale Dschihadisten und Veteranen des Irak-Kriegs an. Washington führt die Miliz auf der Liste der Terror-Organisationen, weil sie als Ableger von al-Qaida gilt.

Nusra hat sich im dünn besiedelten Osten des Landes ausgebreitet, im Süden Vorstöße unternommen und scheint sich nun auf Damaskus konzentrieren zu wollen. In mehreren Vororten der Hauptstadt sowie dem Stadtteil Jarmuk sollen die Radikalislamisten mittlerweile präsent sein. Auch salafistische Gruppen unter dem Dachverband der "Syrischen Islamischen Front" haben ihren Einfluss ausweiten können.

Für den Partner des Westens könnte der Doha-Streit entscheidend werden. Nimmt ihn der NCR als Weckruf und rauft sich zusammen - oder zerstört er sich selbst? "Wenn Chatib seinen Rücktritt nicht zurücknimmt", glaubt der Historiker Azm, "ist die Koalition praktisch am Ende."

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Ruecktritt
gandhiforever 25.03.2013
Ein erklaerter Ruecktritt kann nicht zurueckgenommen werden.
2. Die Fassade bröckelt
VirgoA 25.03.2013
bei der "demokratischen" Opposition. Die Säkulären unter den Rebellen werden eben nicht von Katar und den Saudis unterstützt, das heisst die Jungs kämpfen dann mit schlechteren Waffen, haben weniger zu Essen und auch keine richtige Aufklärungstechnik. Schon klar wohin dann die Unentschlossenen hinwandern. Die Gelder der Emirate gehen an diejenigen der sunnitischen Kämpfer, die sich durch Kompromisslosigkeit hervortun. Militante Salafisten mit Waffen also.
3. Das Brutale vorgehen ?
mercadante 25.03.2013
Wenn man diesen Überschrift mit der Erfahrung misst die man in den letzten zwei Jahren mit den Meldungen aus Syrien gemacht hat , dann hat man viele Gründen zu zweifeln , die ganze Repräsentation ist fragwürdig .
4. ...
Hape1 25.03.2013
Hier noch der Focus zum Gerücht über das Attentat auf Präsident Assad..... "Unterdessen macht ein Gerücht die Runde, Syriens Präsident Baschar al-Assad sei ermordet worden." Gerüchte um Mord an Assad: Syrische Opposition bekommt Sitz in Arabischer Liga - Syrien - FOCUS Online - Nachrichten (http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/syrien/frankreich-aeussert-sich-zu-geruechten-wurde-syriens-staatschef-al-assad-ermordet_aid_947947.html) ...vielleicht tatsächlich nur ein Gerücht, da der Oberbefehlshaber ebenfalls Assad heisst. Keine Ahnung.
5.
trallala34 25.03.2013
wie sollen solche Leute bitteschön einen Staate führen?
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Flüchtlingskrise in Syrien

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Bevölkerung: 22,505 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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