Damaskus - Syrische Rebellen haben nach eigener Darstellung eine Hubschrauberbasis der Streitkräfte eingenommen. Auf der Basis 15 Kilometer östlich der Hauptstadt Damaskus seien zwei Helikopter und eine Radarstation zerstört und 15 Beschäftigte gefangengenommen worden, teilten die Gegner von Präsident Baschar al-Assad mit.
In Internetvideos waren nach ihrer Darstellung Rebellen mit Kalaschnikow-Sturmgewehren in der Basis Mardsch al-Sultan zu sehen. Eine unabhängige Bestätigung der Meldung gibt es nicht. Das Gebiet, in dem die Basis liegt, gilt seit Monaten als Hochburg der Rebellen.
Sollte der Bericht zutreffen, wäre es der zweite Militärstützpunkt nahe der Hauptstadt, der in diesem Monat in die Hände der Aufständischen fiel. Vergangene Woche übernahmen Rebellen kurzzeitig den Luftwaffenstützpunkt Hadschar al-Aswa südlich von Damaskus und eroberten Waffen und Ausrüstung. Um Vergeltungsschlägen der Luftwaffe zu entgehen, räumten sie die Basis jedoch wieder.
Ebenfalls von unabhängiger Stelle unbestätigt waren Meldungen von Aufständischen, wonach die syrische Armee mehrere Ortschaften nahe der Hauptstadt Damaskus unter Beschuss nahm. Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad seien vor allem mit Artillerie gegen Rebellenstellungen vorgegangen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Im Südwesten von Damaskus seien zudem zahlreiche Menschen festgenommen worden.
Die Rebellen berichteten zudem, ein hochrangiger Funktionär des Innenministeriums sei desertiert. Nach Angaben der Regimegegner hatte sich Brigadegeneral Mahmud al-Ali, der als stellvertretender Innenminister das Büro für Studien und Planung leitete, bereits am Samstag mit seiner Familie nach Jordanien abgesetzt.
Ebenfalls am Samstag hatte Iran seine Unterstützung für Machthaber Assad bekräftigt und die Türkei kritisiert. Das Nachbarland Syriens hatte die Nato darum gebeten, "Patriot"-Luftabwehrraketen an der Grenze zu dem Bürgerkriegsland zu stationieren. Dies könnte in Damaskus als erster Schritt zur Einrichtung einer Flugverbotszone im syrischen Luftraum gesehen werden. Dies haben die Rebellen immer wieder gefordert, da das Assad-Regime ihnen im Luftkampf weit überlegen ist.
In dem seit 20 Monaten anhaltenden Kampf zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Assad sind nach Angaben der Opposition mehr als 40.000 Menschen getötet worden. Allein am Sonntag gab es der Beobachtungsstelle in London zufolge mindestens 16 Tote, die meisten von ihnen in Damaskus und Umgebung. Die Zahl der am Samstag getöteten Menschen lag demnach landesweit bei mindestens 85, darunter 16 Soldaten und 31 Aufständische.
ulz/Reuters/dpa/AFP
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