Syrien Militär bereitet sich auf möglichen US-Angriff vor

Der mutmaßliche Giftgasangriff in Syrien sorgt für erhebliche Spannungen zwischen den USA und Russland: US-Präsident Donald Trump schließt einen Militärschlag nicht aus - das syrische Militär ist alarmiert.

Syrische Armee nahe der Stadt Duma
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Syrische Armee nahe der Stadt Duma


Die syrische Armee ist nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in volle Alarmbereitschaft versetzt worden. Mehrere Stützpunkte in verschiedenen Landesteilen seien zudem vorsorglich geräumt worden, berichtete die in London ansässige Beobachtungsstelle. Grund ist ein möglicher Militärschlag der USA.

Washington macht Präsident Baschar al-Assad für den Angriff mit Dutzenden Toten und Verletzten in der von Rebellen kontrollierten Stadt Duma in Ost-Ghuta verantwortlich. Trump schloss militärische Schritte gegen die syrische Regierung nicht aus.

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"Die syrische Armee ist in voller Bereitschaft an allen Militärflughäfen, großen Stützpunkten in Damaskus und Außenbezirken, in Homs sowie in den Küstenregionen von Latakia und Tartus, aus Angst vor möglichen Angriffen der USA und anderer Staaten", sagte Rami Abdel Rahman, Leiter der Beobachtungsstelle, der Nachrichtenagentur dpa.

Die Angaben der Beobachtungsstelle sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen, haben sich in der Vergangenheit aber oft als richtig herausgestellt.

Bei einer Sitzung des Uno-Sicherheitsrats hatte der russische Botschafter den Giftgasangriff in Syrien als einen von Rebellen inszenierten Vorfall eingestuft. Berichte über den mutmaßlichen Angriff auf Duma, bei dem Aktivisten zufolge am Samstag mehr als 150 Menschen getötet und etwa 1000 verletzt wurden, seien "Fake News", sagte Botschafter Wassili Nebensja. Russische Ermittler hätten demnach keine Belege für einen solchen Angriff gefunden.

mho/dpa

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Fred Widmer 10.04.2018
1. Moskau: USA nicht interessiert an Aufklärung in Douma
- US Marinekampfverbände werden vor der syrischen Kiste aufgefahren - Britische Militärschläge ohne parlamentarische Zustimmung möglich - Beweismittel im Skripal-Fall wurden von den Briten vorsorglich vernichtet (Haustiere) - Julia Skripal könnte sich jetzt äußern, verschwindet sofort von der Bildfläche - Israel sieht seit gestern wieder eine Chance für die Beseitigung von Assad Es ist Krieg! Diesmal angeheizt von den "bösen alten Frauen" (Haley, May).
Ekkehard Vagt 10.04.2018
2. Sollte man nicht erst prüfen statt ers schießen?
Wieso fabulieren die USA und die treuen Gefolgsleut im Spiegel über Militärschläge? Wäre es nicht angebracht, den Sachverhalt zu überprüfen, wenn man schon den russischen Spezialisten aus Prinzip nicht glaubt? Da die von Sydow immer noch Rebellen genannten Halsabscneider die Stadt offensichtlich räumen, könnte man doch direkt überprüfen, was pssiert ist. Und da britische Spezialisten noch nach Wochen Spuren von Nervengas an Türklinken finden, dürfte es doch kein Problem sein, die Resre einer abgeworfenen Giftgasfassbombe zu finden
timwev 10.04.2018
3. Militärschlag führt zur Verlängerung des Konfliktes
Eins muss man den Russen lassen, ihr Eingreifen hat dafür gesorgt, dass die Islamisten in Syrien zurückgedrängt worden sind und u. a. in Aleppo nicht mehr geschossen wird. Der Westen und seine verdeckt in Syrien operierenden Freunde aus Saudi-Arabien und Katar sorgen immer wieder dafür, dass die bewaffneten Auseinandersetzungen am Schwelen gehalten werden. Auch die Fotos von Opfern angeblicher Giftgasangriffe kommen immer dann, wenn dringend ein Vorwand für ein Eingreifen der Falken aus dem Westen gebraucht wird. Fast wie bestellt. Das Schlimme ist, selbst, wenn Assad damit etwas zu tun hätte, glaubt dem heute niemand mehr, weil die USA 2003 die UNO zu offensichtlich und zu schamlos belogen haben mit Powell und seinen "weapons of mass destruction", die es anschließend nicht gab.
Freies Internet 10.04.2018
4. Und schon sind sie da
die Zyniker, die doch erst mal prüfen wollen. Denen sage ich: wie viele Hunderttausend Tote braucht ihr noch, bis ihr begreift dass das alles mit Assad zu tun hat? Verglichen mit der Todesrate durch Assad, waren der IS für die Syrer beinahe schon erträglich. Aber der IS ist fast Geschichte. Und so frage ich mich: wieso mal nicht zur Abwechlung der Schlange den Kopf abschlagen?
220218 10.04.2018
5. alt bekannt
das Strickmuster. wenn es nicht so gefährlich ist, müsste man darüber lachen.Ich kann es nicht. Warum soll Assad, der die Region fast komplett zürück geholt hatte, seine Bevölkerung derart angreifen. Anders die, die nicht an einer Befriedung interessiert sind. Es sind bald Wählen und Assad darf nicht gewählt werden. Diesen Demokratieexport und seine Folgen für die Bevölkerung sind leider bekannt.
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