Syrien: Staats-TV meldet Anschläge auf Sicherheitsdienst

Zwei heftige Explosionen erschüttern Damaskus. Nach Angaben des syrischen Staatsfernsehens handelt es sich um Terroranschläge auf die Sicherheitskräfte, mehrere Menschen seien ums Leben gekommen. Augenzeugen berichten von einer gewaltigen Rauchsäule über der Stadt.

AP/ SANA

Damaskus - Bei zwei Bombenanschlägen in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am Samstagmorgen nach Angaben des Staatsfernsehens mehrere Menschen getötet worden. Unter den Toten seien Polizisten und Zivilisten, Angaben zur Zahl der Toten wurden nicht gemacht. Ersten Informationen zufolge seien bei den "terroristischen Bombenanschlägen" zwei Autobomben detoniert.

Anwohner berichteten von sehr schweren Erschütterungen. Über der Stadt stehe eine gewaltige Rauchsäule.

Das Staatsfernsehen berichtete, es seien der Sitz der Kriminalpolizei und ein Geheimdienstgebäude attackiert worden. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, die Anschläge hätten Gebäuden der syrischen Sicherheitsdienste gegolten.

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Syrien: Explosionen in Damaskus
In den vergangenen Monaten haben immer wieder Bombenanschläge große syrische Städte erschüttert. Bei der Detonation einer Autobombe in Damaskus wurden Anfang Januar 26 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt. Staatsmedien sprachen von einem Selbstmordanschlag und machten "Terroristen" verantwortlich.

Am 10. Februar wurden bei zwei Bombenanschlägen in der nordsyrischen Stadt Aleppo 28 Menschen getötet und mehr als 230 weitere verletzt. Anfang März sprengte sich zudem ein Selbstmordattentäter in der Stadt Daraa im Süden des Landes in einem Auto in die Luft und riss zwei Menschen mit in den Tod.

Beobachter befürchten, dass das Terrornetzwerk al-Qaida die syrische Oppositionsbewegung unterlaufen haben und hinter den Anschlägen stehen könnte. Im Februar hatte Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri in einer im Internet veröffentlichten Videobotschaft seine Unterstützung der Revolte in Syrien erklärt.

ffr/Reuters/AP/dapd/AFP

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1. Zusammenarbeit
dercarl 17.03.2012
In den Wirren des Krieges gibt es natürlich immer viele Unklarheiten, doch warum die Unterstützung der Al-Qaida für die syrische Opposition als Unterwanderung bezeichnet wird und die Unterstützung aus unserem schönem Lande für die syrische Opposition als Kampf für Freiheit und Menschenrechte gedeutet, erschließt sich mir nicht. Viel mehr sehe ich hier eine seltene Gemeinsamkeit und Chance einer Zusammenarbeit, in der man bestehende Differenzen vernachlässigen und Gemeinsamkeiten unterstützen sollte.
2.
monty_cantsin 17.03.2012
Zitat von dercarlIn den Wirren des Krieges gibt es natürlich immer viele Unklarheiten, doch warum die Unterstützung der Al-Qaida für die syrische Opposition als Unterwanderung bezeichnet wird und die Unterstützung aus unserem schönem Lande für die syrische Opposition als Kampf für Freiheit und Menschenrechte gedeutet, erschließt sich mir nicht. Viel mehr sehe ich hier eine seltene Gemeinsamkeit und Chance einer Zusammenarbeit, in der man bestehende Differenzen vernachlässigen und Gemeinsamkeiten unterstützen sollte.
So sehe ich das auch. Wenn die freiheitlich-demokratische Opposition in Syrien durch ihre Personalsituation und die Kindesfolterungen Assads zu einer asymmetrischen Widerstandsform (wie auch seinerzeit z.B. die französische Resistance) gezwungen wird, sollten wir die auch aktiv unterstützen. Denkbar wäre hier finanzielle Unterstützung, die Bewaffnung der Rebellen, Sprengstofflieferungen für den Widerstand oder sogar die Entsendung eigener ausgebildeter Suizidbomber. Wir Deutschen müssen uns allmählich unserer globalen Verantwortung stellen und unseren Beitrag leisten.
3. ...
mr_supersonic 17.03.2012
Zitat von dercarlIn den Wirren des Krieges gibt es natürlich immer viele Unklarheiten, doch warum die Unterstützung der Al-Qaida für die syrische Opposition als Unterwanderung bezeichnet wird und die Unterstützung aus unserem schönem Lande für die syrische Opposition als Kampf für Freiheit und Menschenrechte gedeutet, erschließt sich mir nicht. Viel mehr sehe ich hier eine seltene Gemeinsamkeit und Chance einer Zusammenarbeit, in der man bestehende Differenzen vernachlässigen und Gemeinsamkeiten unterstützen sollte.
Meinen Sie das ernst? Ich finde es jedenfalls schon auffällig, wie aktiv Al-Kaida in Syrien ist. Wenn man schaut welche regionalen Kräfte gerne einen Machtwechsel "wünschen" (arabische Halbinsel) muss man doch mal überlegen ob die Ölliefernden Freunde dort nicht doch ziemlich Doppelzüngig sind. Jedenfalls scheint es so dass Al-Kaida in Libyen oder Ägypten nicht so aktiv waren. Ich befürchte, wenn die derzeitige Situation dort gleich bleiben wird, und das wird sie solange sich Assad an die Macht klammert, werden wohl noch weitere Anschläge stattfinden. Und wenn Assad dann irgendwann doch seinen Posten räumt, werden wir uns nochmals herzlich bei den Russen und Chinesen bedanken, wenn dann nur noch die radikalen Kräfte überlebt haben werden.
4.
amana 17.03.2012
[QUOTE=mr_supersonic;9837900]Meinen Sie das ernst? "Ich finde es jedenfalls schon auffällig, wie aktiv Al-Kaida in Syrien ist. " Gerade zu zu auffällig nach meinem Dafürhalten. Dieses Regime liebt die Propaganda. Selbstinszenierungen, Jubelaufläufe, der Präsident hat die Delegation der Arbeiter empfangen, Staatstragender Nonsens allerorten. Dann kommt es im Dezember 2011 zu den meines Wissens nach allererstenn "Selbsmordattentaten" in der jüngeren Geschichte Syriens. Man findet im total zerstörten und ausgebrannten Auto Bilder von Bin Laden und die Sache ist klar, Al Quaida ist im Land. Nun Syrien ist nicht irgendeine Bananenrepublik, die Korruption ist vielleicht vergleichbar, aber so koruppt dass es mehrere Al Quaida Zellen im Land geben soll und diese in hoch gesicherter Stadtteile einfach so agieren können ist selbst für einen Syrer der mit der Propaganda aufgewachsen ist zu viel. Tja und 2 Tage nach den Attentaten die übrigends wie bestellt am Tag deer Ankunft der Beobachter der AL staatfanden, findet man kaum noch Berichte in den Staatsmedien. Warum? Normalerweise reicht der Stoff doch für 2 Wochen. Man kommt nicht umhin hier festzustellen dass der Nutzniesser solchen Terrors in meinen Augen das Regime ist. Nichts ist besserer Kitt für wankende Regime als Terror.
5.
Ernst August 17.03.2012
Zitat von mr_supersonicMeinen Sie das ernst? ... Und wenn Assad dann irgendwann doch seinen Posten räumt, werden wir uns nochmals herzlich bei den Russen und Chinesen bedanken, wenn dann nur noch die radikalen Kräfte überlebt haben werden.
Wo so große Mengen Sprenhstoff perfekt am angepelten Ort explodieren und nicht versagen da sind absolute Profis am Werk dier logistische Unterstützung von Profis haben. Beide Kräfte arbeiten zusammen. Das ist ihr Erfolg seit nun über 10 Jahren und es wird immer deutlicher wenn man die "perfekten" Bombenanschläge im Irak (und nun Syrienj - in Libyen waren keine Bombenanschläge nötig da es das von Beginn an Waffen, "Truppen", Geld und Unterstützung am Boden und aus der Luft gab und man Bopdengewinne erzielen konnte und dank ausländischer Hilfe militärisch siegen konnte.) mit den jämmerlichen Versuchen in Europa und den USA und diesen ganzen Warnungen, Verhaftungen und merkwürdigen Fehlzündungen vergleicht dann vertärkt sich im Angesicht der Bombenanschläge in Syrien der Verdacht dass da was nicht stimmt und dass wir es mit Profis zu tun haben die ganz nach Plan funktionieren oderr halt Schauversagen. Für mich steht schon seit Jahren fest wer AL Kaida ist und welche Rolle es für wen spielt.
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Bevölkerung: 22,505 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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