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Tabuwort: Russischer Politiker verbietet "Finanzkrise"

Ein russischer Verwaltungschef hat in seiner Region das Wort "Finanzkrise" auf den Index gesetzt. Beamte dürfen die Vokabel ab sofort nicht mehr benutzen - sonst droht Entlassung.

Moskau - Auf ungewöhnliche Weise geht ein russischer Politiker gegen die Finanzkrise vor: Der Verwaltungschef der östlich von Moskau gelegenen Region Noguinsk, Wladimir Laptew, hat den Begriff einfach verboten. Beamten in Laptews Einflussbereich, die sich in der Öffentlichkeit nicht an die neue Sprachregelung hielten, drohe die Entlassung, berichtete die Zeitung "Kommersant" am Dienstag.

"Die Krise findet im Kopf statt, nicht in der Wirtschaft", sagte Laptew der Zeitung. In der Region herrschten "Bedingungen für normale Arbeit". Die Finanzkrise werde aber von Unternehmen als Vorwand für Entlassungen benutzt: "Unter dem Slogan der Finanzkrise, weigern sie sich, ihren Verpflichtungen nachzukommen", sagte Laptew.

Bei dem Verbot handele es sich nicht um einen Eingriff in die Redefreiheit. "Es ist dasselbe, wie seinen Angestellten das Tragen von Miniröcken im Büro zu verbieten", sagte Laptew.

amz/AFP

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