Tagesvorschau: Was Freitag wichtig wird

Angst vor dem nächsten Tag des Zorns

Proteste in Pakistan: Die Wut gegen den Mohammed-Film wächst Zur Großansicht
AFP

Proteste in Pakistan: Die Wut gegen den Mohammed-Film wächst

Deutschland schließt Botschaften, die USA warnen ihre Bürger vor Reisen nach Pakistan, Frankreich verschärft die Sicherheitsvorkehrungen an Auslandsschulen - überall in der islamisch geprägten Welt werden am Freitag heftige Proteste gegen den Mohammed-Film und die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten befürchtet. In Pakistan wird damit gerechnet, dass landesweit Millionen Menschen auf die Straßen gehen werden, die Regierung hat sogar extra einen Feiertag ausgerufen - "als Ausdruck der Liebe zum Propheten". Auch in Deutschland wird es erstmals zu einer Kundgebung von Muslimen gegen den Film kommen.

SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent Hasnain Kazim in Islamabad war bereits den ganzen Donnerstag im Einsatz. Am Nachmittag schickte er uns diese Mail:

Mein Text verzögert sich. Ich komme gerade vom Diplomatenviertel. Tausende rütteln an den Zäunen. Am Serena Hotel brennen Autos, die werfen Brandsätze und werden von Aufputschern mit Lautsprechern angestachelt. Die Hotelinsassen sind gefangen. Und ich muss jetzt erst einmal herausfinden, wie man dieses verdammte Tränengas aus den Augen kriegt.

Kazims Text kam dann eine halbe Stunde später. Auch am Freitag wird er aus Islamabad berichten.


Bundesrat entscheidet über Meldegesetz und Frauenquote

Der Bundesrat steht vor einem Mammutprogramm: Mehr als zehn Gesetzesbeschlüsse des Bundestags muss die Länderkammer befinden. Unter anderem geht es um das Meldegesetz, es soll einheitliche Regeln für den Umgang mit Bürgerdaten in den Meldeämtern schaffen. Das Gesetzesvorhaben ist umstritten, weil Kritiker befürchten, dass es den ungehemmten Handel mit Adressen befördern könnte. Eine Ablehnung durch die Länder gilt als wahrscheinlich. Erwartet wird zudem, dass die Länder mehrheitlich für eine gesetzlichen Frauenquote in Aufsichtsräten von Unternehmen plädieren werden. Das Thema ist für die schwarz-gelbe Koalition heikel: Stimmt der Bundesrat für die Quote, muss als nächstes der Bundestag entscheiden, doch Schwarz-Gelb ist in dieser Frage gespalten.


Ein Platz für dicke Pötte

Containerkräne am Jade-Weser-Port: Neuer Konkurrent für Hamburgs Hafen Zur Großansicht
dapd

Containerkräne am Jade-Weser-Port: Neuer Konkurrent für Hamburgs Hafen

Erst gab es jahrelangen Streit um den Standort, dann eine Pannenserie beim Bau. Deutschlands neuer Tiefseehafen, der Jade-Weser-Port (JWP) bei Wilhelmshaven, wird offiziell eröffnet. Anders als die Umschlagplätze in Bremerhaven und Hamburg soll der JWP auch von den größten Containerschiffen bei jedem Wasserstand angelaufen werden können - weshalb Hamburg seine Beteiligung an dem milliardenteuren Mega-Projekt zurückzog. Die Hansestadt fürchtet um die Vormachtstellung ihres Hafens.


"Revolutionäre Zellen" vor Gericht

Christian Gauger (Fahndungsfoto von 1978): Ende einer jahrzehntelangen Flucht Zur Großansicht
dapd/ Polizei

Christian Gauger (Fahndungsfoto von 1978): Ende einer jahrzehntelangen Flucht

Sonja Suder und Christian Gauger, heute 79 und 70 Jahre alt, lebten jahrelang in einem Pariser Vorort, obwohl ihre Identität bekannt war, obwohl die Vorwürfe gegen sie gewaltig sind: Sie sollen 1977 als Mitglieder der "Revolutionären Zellen" Sprengstoffanschläge auf deutsche Firmen verübt haben, die im Urangeschäft mit Südafrika standen. Suder wird zudem vorgeworfen, den Anschlag auf die Opec-Konferenz in Wien 1975 mit vorbereitet zu haben, bei dem drei Menschen starben. Frankreich sperrte sich lange gegen das Auslieferungsbegehren Deutschlands, bis Suder und Gauger vor einem Jahr den Behörden übergeben wurden. Ab Freitag stehen sie vor dem Landgericht Frankfurt. Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen berichtet für SPIEGEL ONLINE vom Prozessauftakt.


Duell der Unbesiegten

Jubelnde Frankfurter: Drei Spiele, drei Siege Zur Großansicht
AP

Jubelnde Frankfurter: Drei Spiele, drei Siege

Sie sind die Überraschungsteams der neuen Bundesliga-Saison: Aufsteiger Frankfurt gewann seine ersten drei Partien und ist Tabellenzweiter. Am Abend (20.30 Uhr) trifft die Eintracht auf die ebenfalls noch ungeschlagenen Nürnberger, derzeit auf Platz sechs. Wer setzt seine Erfolgsserie fort? Der Gewinner wird neuer Spitzenreiter.


Die aktuelle Debatte

Vielen Ärmeren reicht's

Anne Wills Talkrunden in der ARD sorgen nicht immer für Debatten, doch die Diskussion über die auseinanderdriftenden Gesellschaftsschichten ließ keinen kalt: weder die Teilnehmer in der Sendung noch die Zuschauer. Und schon gar nicht die Diskutanten im Forum, die den ganzen Tag fruchtbar und intensiv über Reichtum und Armut in Deutschland stritten.

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